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Zero Hour - Dark Deceiver - CD Review bei Metal1.info
     
 

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» home / reviews 22.05.2013 - 22:50 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Zero Hour - Dark Deceiver
Label:
Laser's Edge / Sensory

VÖ-Jahr:
2008

Spielart:
Progressive Rock / Metal

Besetzung:
Chris Salinas – Gesang
Jasun Tipton – Gitarre
Troy Tipton – Bass
Mike Guy - Schlagzeug

Internet:
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Tracklist:
01. Power To Believe
02. Dark Deceiver
03. Inner Spirit
04. Ressurrection
05. Tendonitis
06. The Temple Within
07. Lies
08. The Passion Of Words
09. Severed Angel



Aus dem Frickelprog-Lager gibt es Neuigkeiten zu vermelden: ZERO HOUR, das Vierergespann, das vor zwei Jahren mit dem fantastischen „Specs Of Pictures Burnt Beyond“ zumindest bei mir derbe Eindruck hinterlassen hat, ist mit einem neuen Silberling am Start.

„Dark Deceiver“ heißt das gute Stück, das wie schon der Vorgänger von Chris Salinas (Ex-Power Of Omens) Gesang „veredelt“ wird: Veredelt in Anführungszeichen, denn sein Gesang ist wie auch die extrem komplexe und harte Mucke der vier Herren alles anderes als einfach konsumierbar. Schon im siebenminütigen Opener fallen untraharte Riffgewitter und übel nach vorn preschendes Schlagzeug über den Hörer her und lassen keinerlei Möglichkeit zum Verschnaufen. Währenddessen wechselt Sänger Chris Salinas aus schwindelerregend hohen Höhen zu tiefsten Tiefen und deckt auch alles dazwischen mit den oftmals sehr unmelodiösen Gesangsarrangements ab. Easy Listening ist bekanntlich etwas anderes.

Anhänger der Band wird es freuen, dass die Jungs so konsequent und kompromisslos ihr Ding durchziehen, Freunde von Ohrwurmmelodien und eingängigen Kompositionen hören aber besser etwas anderes. Im Titeltrack „Dark Deceiver“ gibt es immerhin ganz kurze Ruhephasen mit melodischen Gitarrenfiguren, wie sie der Vorgänger zuhauf zu bieten hatte. Das darauffolgende „Inner Spirit“ ist mit 12 Minuten die längste Nummer der Platte und ergänzt die Stilpallette um technoiden Sprechgesang. Außerdem ist hier mehr als genug Zeit und Raum für ausführliche Gitarrensoli von Jasun Tipton und entsprechende Bass-Action seines Bruders Troy. Zartbeseitete Seelen werden spätestens bei diesem Track aussteigen, vermutlich ohne jemals den wundervoll melodischen Zwischenpart ab Minute 6 gehört zu haben, der das perfekte Gegenstück zu vorher ausgelebten Instrumental-Madness ist. Fast vier Minuten Genialität, ehe es ohne große Überleitung wieder direkt mit der Frickelitis losgeht!

„Ressurrection“ hat soetwas wie augenscheinliches Songwriting und Strukturen, die die sofort klar sind. Selbst die Melodien sind hier ohrenfreundlich. Toll und gut zum eingewöhnen, von daher auch als Anspieltipp zu empfehlen – zumal es noch nicht einmal vier Minuten lang ist.

Mit dem kurzen, noch nicht einmal 1 ½-minütigen Zwischenspiel „Tendonitis“ beweisen die Herren dann eindeutig Humor, schließlich heißt der Songtitel auf Deutsch übersetzt Sehnenscheidenentzündung und zu hören gibt es: ein Bass-Solo! Die restlichen Tracks servieren das gewohnte Brett und atmosphärischen Zwischenparts. Damit geht zwar deutlich Abwechslung flöten, aber dafür ist die Platte ja auch nur gute 44 Minuten lang. Der letzte Track, „Severed Angel“, setzt einen deutlichen Schlusspunkt: Wirre Rifffragmente aus dem Album werden hier mit Hall versehen und erzeugen bedrückende Dramatik. Dann hat man aber auch ersteinmal genug von der ZERO HOUR-Mahlzeit!

Dennoch gilt: Die Jungs sind was Besonderes. Bei weitem nicht jedermanns Sache, aber doch immer wieder für einen Kick gut. Und letztendlich sichern sie sogar den Fortbestand einer in der letzten Zeit viel zu spärlich besetzten Musiksparte, die in den Achtzigern einmal von Bands wie Watchtower gegründet wurde.

Insgesamt ist „Dark Deceiver“ ein weiteres gutes Album im Katalog der Band, bietet allerdings im direkten Vergleich mit dem Vorgänger im Prinzip nichts Neues. Da die Songs von „Specs Of Pictures Burnt Beyond“ zudem in sämtlichen Stimmungen intensiver und irgendwie mystischer daherkamen, fällt eine absolute Spitzenwertung dieses Mal aus.
 
Bewertung: 8/10
Redakteur: Sebastian Mack (Profil)


Alle Reviews von Zero Hour:

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