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» home / reviews 02.09.2010 - 22:15 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Revelations of Rain - Marble Shades Of Despair
Label:
Solitude Productions

VÖ-Jahr:
2008

Spielart:
Doom Metal

Besetzung:
Ilya Remizov - Gitarre
Alexey Nasonov - Gesang
Vladimir Andreev - Gitarre
Letarg - Bass
Dmitriy Kulikov - Schlagzeug
Olesya Muromskaya - Keyboard

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Odin Iz Zimnikh Dney
02. Dekabr
03. Rekviem
04. Prigovoryennyi K Molchaniyu
05. Dozhd
06. Na Krayu Zemli
07. Dorogi Sudby
08. Zakat



Manchmal landen Promos im Briefkasten, die einen zum Schmunzeln bringen. So auch bei REVELATIONS OF RAIN und ihrem Album „Marble Shades Of Despair“. Denn die Damen und Herren vom russischen Doom Label Solitude Productions und REVELATIONS OF RAIN haben beim Booklet, sowie dem Cover komplett auf das lateinische Alphabet verzichtet und kyrillisches Alphabet bevorzugt. So war es eher Zufall, dass ich im Wirrwarr der Zeichen eine Homepage ausmachen konnte, und so an die restlichen Informationen herankam, die notwendig waren, diese CD überhaupt zu bearbeiten.

So stellte sich nach kurzer Netzrecherche heraus, dass ich es hier mit besagter Band zu tun habe, die in ihren heimischen Gefilden unter dem Namen OTKROVENIYA DOZHYA ihr Unwesen treibt. Der Einfachheit wegen, entschied ich mich jedoch beim internationalen Namen zu bleiben. REVELATIONS OF RAIN setzt sich aus den Mitgliedern der im Doom Metal recht bekannten Ocean Of Sorrow zusammen. Musikalisch orientiert man sich am typischen Death-Doom, der hier und da gerne an My Dying Bride oder Mourning Beloveth erinnert.
Textlich könnte man vermuten, dass sie ebenfalls diese Richtung einschlagen. Die Übersetzung der Titel dank diverser Online-Datenbanken lassen es zumindest vermuten, wenn auch leider nirgends komplette Übersetzungen zu finden waren.

Die Startschwierigkeiten, die diese Päckchen mit sich brachte, hat auch die Musik. Bei den ersten beiden Songs wirken REVELATIONS OF RAIN etwas orientierungslos und unbeholfen. Erst beim dritten Song scheinen sie ihre Faden gefunden zu haben und es eröffnet sich dem Hörer ein gut durchdachtes Doom Album. Tiefe, düstere Growls ergänzt durch vereinzelte Double Bass und schnelleren Gitarrenriffs werden von melodiösen Keyboardpassagen aufgelockert.
Nichts spektakuläres, aber auch nicht langweilig. „Marble Shades Of Despair“ besitzt so ziemlich alle Elemente einer deathigen Doom CD, die sie haben sollte. Auch wenn mit Songs wie „Prigovoryennyi K Molchaniyu“ oder „Dozhd“ Abwechslung geboten wird, so ganz will die Band aus dem fernen Russland doch nicht bei mir zünden. Man vermisst bei manchen Songs einfach den Höhepunkt, und das gewisse Etwas, auf das ein Song normalerweise hinarbeitet.

Wer sich die Wartezeit bis zum nächsten My Dying Bride Album verkürzen will, kann hier gerne zugreifen, sollte aber kein Meisterwerk erwarten. „Marble Shades Of Despair“ ist ein Doom Album für Zwischendurch, welches die Szene nicht revolutioniert, aber auch nicht absolut stumpf kopiert. Um als Geheimtipp aus Russland durchzugehen reicht die Qualität der Musik leider noch nicht aus.
Vielleicht beim nächsten mal. REVELATIONS OF RAIN sollte man jedenfalls im Auge behalten. Das Potential für ein wirklich gutes Album ist vorhanden. Es bleibt abzuwarten, ob die Band aus dieser Chance noch etwas macht. Die Verwendung der Muttersprache schon kein schlechter Anfang gewesen, um sich zumindest Abseits der Musik von der Menge an Doom Bands abzuheben.
 
Bewertung: 6/10
Redakteur: Steffen D. (Profil)


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