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Firewater - The Golden Hour - CD Review bei Metal1.info
     
 

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» home / reviews 24.05.2013 - 19:47 Uhr  

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 CD-Review: Firewater - The Golden Hour
Label:
Nois-O-Lut

VÖ-Jahr:
2008

Spielart:
Entmetallisiert

Besetzung:
Tod A. – Gesang, Produktion
Unzählige Gastmusiker – Unzählige Instrumente


Internet:
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Tracklist:
1. Borneo
2. This Is My Life
3. Some Kind Of Kindness
4. Six Forty Five
5. A Place Not So Unkind
6. Paradise
7. Bhangra Bros
8. Electric City
9. Hey Clown
10. Already Gone
11. Feels Like The End Of The World
12. Weird To Be Back
13. Three Legged Dog



Was macht ein Künstler wie Tod A. (das A steht für Ashley), wenn ihn seine Frau verlässt und damit sein ganzen Leben zusammenbricht? Richtig. Er geht auf Reisen. So verschlug es den Amerikaner von 2005 bis 2007 in den Fernen und Nahen Osten. Indien, Bangkok, Thailand, aber auch Israel, die Türkei, Pakistan und Indonesien waren nur einige Zwischenstationen seiner Reisen. Und von all den exotischen Plätzen ließ er sich nicht nur inspirieren, sondern nutze die Gelegenheit, um sein neues Album „The Golden Hour“ zu schreiben und gleichzeitig mit lokalen Künstlern aufzunehmen. Herausgekommen ist ein Album mit ethnischen Einflüssen aus der halben Welt und eine Liste von Instrumenten und Künstlern, die den Rahmen sprengen würde.

„Well I ain’t gonna live in your world no more“. Der erste Satz des Albums ist gleichzeitig auch das Motto des gesamten Albums. „Borneo“ setzt auch musikalisch die Richtung fest, in die sich „The Golden Hour“ bewegt: Die Musik spornt zur Bewegung an, man singt nach einigen Durchläufen mit und hat Spaß an den Kompositionen. Im Gegenteil zu der Lebensfreude, die die Musik versprüht, stehen die tief-sarkastischen und zynischen Texte eines vom Leben enttäuschen Mannes, der aus seinem bekannten Umfeld ausbrechen musste. Die Single „This Is My Life“ spiegelt diese Zwiespältigkeit am besten wider. Unglaublich energiegeladene an Zigeunermusik erinnerte, mit treibendem Rhythmus ausgestattete Musik paart sich mit Texten über Verlust und Enttäuschen. Und Tod A. versichert immer wieder, dass es sich hier nicht um einen Scherz handelt, sondern um sein Leben. Bei „Six Fourty Five“ wird die Verlorenheit des Amerikaners sehr deutlich. Das Lied zeigt einen Sänger, der sich in die Fremde und den Alkohol geflüchtet hat, dennoch aber nicht über seine Einsamkeit hinwegkommt. Die gedämpften Trompeten drücken diese Stimmung wunderbar deutlich aus. Und trotzdem weck der Song bei mir Fernweh: Ich sehe leere Strände, an denen ich mit einem Gläschen Whiskey sitze und die Weite genieße. „A Place No So Unkind“ drückt den Wunsch eines in der ausufernden Zivilisation des Westens verloren Menschen nach Wärme und Entschleunigung aus und ist gleichzeitig ein sehr eingängiger Ohrwurm. „Electric City“ zeichnet das Bild einer überfüllten, hecktischen Stadt in der sich Tod A. sehr verloren verkommen muss, wohingegen „Hey Clown“ einer der lustigsten, ehrlichsten und musikalisch interessantesten Abrechnungen mit George Bush geworden ist. Mit „Already Gone“ und „Feels Like The End Of The World“ befinden sich noch zwei weitere Meisterwerke im letzten Drittel des Album. Vor allem „Feels Like The End Of The World“ trieft nur so vor alkoholgetränkter Melancholie, die der Stimme des Sängers sehr zu Gute kommt. Man könnte fast Mitleid mit Tod A. haben, aber er scheint sich in diesem Zustand wohl zu fühlen. Die Zeilen „so tonight in the bar of this hotel bazaar I'll write some postcards and throw them away“ beschreiben wahrscheinlich die Reisen von Tod A. am besten. Und zu Hause scheint alles beim Alten geblieben zu sein, wie wir in „Weird To Be Back“ zu hören bekommen. Hier trumpfen abermals Trompeten auf, die Tod bei seiner Ankunft auf dem Flughafen noch vermisst hat.

Was bleibt am Schluss zu sagen? Selten habe ich ein so ambivalentes Album erlebt. Die Musik macht Spaß, man kann den Sänger auf seiner Reise begleiten, es entstehen Bilder im Kopf und bekommt Abwechslung geboten, wie auf kaum einem anderen Album. Auf der anderen Seite stehen die Texte eines Mannes, der sich in die Ferne geflüchtet hat, nur um zu merken, dass ihm seine Probleme überall hin folgen. Die Texte eines Mannes, der Sarkasmus und Zynismus gewählt hat, um mit den Hürden seiner Umwelt umgehen zu können. Oft melancholisch, manchmal tieftraurig. „The Golden Hour“ ist für aufgeschlossene Musikliebhaber uneingeschränkt zu empfehlen. Für mich ist das Album ein Highlight des vergangenen Jahres.
 
Bewertung: 9/10
Redakteur: Roland Wiesmüller


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