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» home / reviews 02.09.2010 - 22:15 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Opaque Lucidity - Opaque Lucidity
Label:
BadMoodMan

VÖ-Jahr:
2008

Spielart:
Sonstiges

Besetzung:
Keine Informationen zur Besetzung vorhanden

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Induality, Not Induality
02. In The Insane Dance Of Stars
03. Kense
04. New Aeon



Ganz was Mysteriöses drückte Kollege Robin mir da letztens aufs Auge und das dreht sich gerade jetzt im CD-Fach meiner Stereoanlage, jawohl ja. OPAQUE LUCIDITY steht auf dem (eigentlich ganz schicken) Cover, ob es wohl Bandname oder Albentitel ist? Darüber schweigt sich die ganze Aufmachung der Scheibe aus, oder auch nicht, ich kann nur dummerweise kein Kyrillisch und das scheint dem Rest des Internets ähnlich zu gehen, als ich da nämlich nach Informationen über die Band suchte, zuckte das größtenteils einfach nur mit den Schultern. Kein Eintrag bei den Metal Archives, keine Homepage, das Label zeigt sich auch von seiner eher unwissenden Seite, also gehen wir einfach mal davon aus, dass die CD hier "Opaque Lucidity" heißt und von OPAQUE LUCIDITY stammt, das macht die Sache einfacher... Irgendwo ergoogelte ich dann tatsächlich noch eine Trackliste, abgesegnet wird die aber nirgends, also kann's gut sein, dass die überhaupt nicht stimmt, allerdings befinden sich auf der Scheibe, die mir ins Haus flatterte, auch vier Nummern, von daher wird die einfach mal genommen. Ein Blick ins Faltbooklet (äußerst unpraktische Geschichte das) legt dann auch noch Nahe, dass die Scheibe hier auf dem Mist von drei jungen Männern gewachsen ist (zumindest sind da Fotos von drei Kerlen drin), wie die heißen oder was die genau hier machen, man weiß es nicht, viel kann's nicht sein...

Damit ist auch schon der Bogen zu der... äh... naja... Musik (in Ermangelung eines besseren Wortes nennen wir's einfach mal so) der drei Typen geschlagen, da tut sich nämlich reichlich wenig. Will heißen: Vielleicht haben wir es mit Doom Metal zu tun, die Labelwahl spricht dafür, aber sicher bin ich mir nicht. Das, was hier über 42 1/2 Minuten hinweg geboten wird entzieht sich nämlich so ungefähr jeglicher Kategorisierung. Dissonante Streicherarrangements wabern durch die Landschaft, dann dröhnen ein paar Gitarren in der Gegend herum und ziemlich heftiges aber leises Growlen steigt mit ein. Irgendwo dreht hin und wieder auch noch ein Schlagzeug seine Runden und merkwürdige Synthieklänge die genau so gut Chöre sein könnten machen sich bemerkbar. Das klingt konfus und unzusammenhängend, genau das ist es auch. Hier wird mit dem Holzhammer gespielt, solchen Firlefanz wie Überleitungen von einer musikalischen Figur in die Nächste spart man sich, hauptsache mächtig krankes Zeug auf's Griffbrett kloppen. Tatsächlich, das gelingt OPAQUE LUCIDITY, aber ob das was Gutes ist?

Wie gesagt, das Material, das hier verbraten wird, folgt absolut keinem roten Faden und entzieht sich jeglichem Sinn, es gibt keine erkennbaren Grenzen zwischen den einzelnen Tracks, die Abtrennungen von einem Song zum nächsten wirken wie mit dem Salzstreuer eingefügt. Demnach gibt es auch während den ganzen 42 Minuten nicht das geringste Quentchen Progression, hier klingt irgendwie alles gleich. Alles böse. Alles verwirrend. Alles irgendwie ein wenig scheiße. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie die Aufnahmesession dieser CD aussah, denn das hier klingt nicht so, als ob man's irgendwie planen könnte. Wenn in der Mitte des ersten Tracks plötzlich einzelne Geigentöne auftauchen, denen ein wenig hektisches auf-den-Bass-Gehaue folgt, dann denk ich mir doch, dass das irgendwie gerade im Studio improvisiert wurde und wahrscheinlich wird's genau so sein. Möglicherweise soll das ja irgendwie verstörend wirken...

Und irgendwie trete ich gerade der Hälfte meines Reviews in den Schritt, wenn ich sage, dass es irgendwie (!!! ich kann's auch nicht genau erklären) funktioniert. Um es kurz und knackig auf den Punkt zu bringen: In ihren stärksten Augenblicken klingen OPAQUE LUCIDITY wie eine Mischung aus Ahab und The Axis Of Perdition für Arme, in ihren schwächsten wie ein kaputter Föhn, aber so hundsmieserabel hier eigentlich gekocht wird, das Zeug wirkt zumindest auf mich eine gewisse Faszination aus. OPAQUE LUCIDITY machen kranken Scheiß, den man nur mit sehr viel Fantasie überhaupt Musik nennen kann und das mit nicht mal halb so viel Talent wie die Mannen von The Axis Of Perdition oder Kollege Sacri von P.H.O.B.O.S., aber das ändert nichts am Endprodukt. Entweder sie haben sehr viel Arbeit in diese CD gesteckt, um sie so zu bekommen, wie sie geworden ist, oder aber sie haben sich einen Scheiß drum gekümmert und einfach irgend welchen Kram zusammen gespielt, so dass wir es hier mit einem Zufallsprodukt zu tun haben. Ich kann mich da nicht genau entscheiden, genau so wenig, wie ich entscheiden kann, ob das hier eigentlich gut oder schlecht ist. Es ist merkwürdig und irgendwie... ja, faszinierend, aber mit Sicherheit nichts für Jedermann. Wahrscheinlich nur für die wenigsten. Deswegen vergebe ich mal keine definitive Punktwertung, denn von 7 bis -12 Punkten dürfte so ungefähr alles drin sein... Wohl bekomm's.
 
Bewertung: -/10
Redakteur: Christian Heckmann (Profil)


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