"Hornsup Attack Vol.1" ist die erste Compilation, die vom Hornsup Magazine released wird. Darauf vertreten sind ausschließlich in Brasilien und Portugal beheimatete Bands. Man darf sich diesen Sampler unter attack.hornsup.net für lau herunterladen. Mit einer Gesamt-Spielzeit von 79 Minuten kann man damit bestens einen CD-Rohling füllen. Ob man auch die schicke Digi-Pack-Variante, die mir zum Rezensieren vorliegt, irgendwo beziehen kann, war leider nicht zu ermitteln.
Das Hauptaugenmerk dieser Compilation liegt beim Thrash Metal, samt Unterarten wie Thrashcore oder Groove Metal. Daneben gibt es noch einiges Material aus dem Metalcore und Death Metal. Aus diesem Rahmen fallen lediglich die mehr im Gothic-Metal-Bereich verwurzelten KANDIA und CLEARVIEW, die eine ungewöhnliche Mixtur aus Hardcore und Rock'n'Roll spielen.
Die meisten vertretenen Formationen sind in ihren Heimatländern und Genres sicherlich keine Unbekannten mehr und liefern auch einen professionellen Auftritt ab. Natürlich kann man von nur einem Song schlecht auf das ganze Potential schließen, doch mit eben jenem einen Track machen die Bands durchaus eine gute Figur.
Hierbei ragen die brasilianischen Progressive Thrasher DYNAHEAD, ihr Landsleute DISTRAUGHT, die etwas an Megadeth erinnernden DOLLAR LLAMA, die Melo-Deather A TRIGGER TO FORGET und die Metalcorer DISRUPTED INC noch ein wenig heraus. Aber insgesamt gibt es für Anhänger der entsprechenden Genres hier viele interessante Truppen zu entdecken. Dabei scheint es unerheblich, dass manche Band bislang noch kein Album veröffentlicht hat. Ihr Auftritt ist auf die ureigene Art dennoch gutklassig. Und auch die schon erwähnten KANDIA und CLEARVIEW hinterlassen einen guten Eindruck.
Die Produktion des Samplers drückt ordentlich, was angesichts der durchweg energievollen Mucke auch ein Muss ist. Auch die Abmischung ist in Ordnung. Alle Bands knallen gleich kraftvoll aus den Boxen, ohne dass man ständig am Volume rumdrehen braucht.
Das Hornsup Mag lässt hier eine interessante Compilation auf die Bevölkerung los, die sicher manches Genre-Highlight der brasilianischen oder portugisischen Metal-Szene ans Licht bringt. Angesichts des Zitats "einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" können sich Fans der angesprochenen Spielarten diesen Sampler auf jeden Fall ruhigen Gewissens herunterladen.