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» home / reviews 02.09.2010 - 22:16 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Akrival - Vitriolic
Label:
Pictonian

VÖ-Jahr:
2008

Spielart:
Black Metal

Besetzung:
Scarog – Gesang
Caron – Gitarre
Vincent – Gitarre
Naamah Ash – Bass
Borisshk – Schlagzeug

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Vitriolic Circles
02. Striving For Antipathy
03. Straight Path To Desintegration
04. Lost Man's Domain
05. Thorn
06. Moor Of Mercilessness
07. Your Last Breath
08. Desperate Fight
09. Warcommands



AKRIVAL sind mal wieder eine jener Bands, deren Herkunft man weder dem Bandnamen noch der Musik irgendwie ansieht beziehungsweise -hört: Vom gesamten Erscheinungsbild der Black Metaller, angefangen beim Bandlogo, über den Namen bis hin zum Sound könnte man AKRIVAL ohne zu Zögern irgendwo in Schweden ansiedeln, irgendwo zwischen Setherial und Marduk, um nur einmal zwei bekannte Beispiele herauszugreifen.

Wird man den Berlinern dabei hinsichtlich des Bandnamens und Logos zwar vielleicht noch gerecht, ist man spätestens, wenn es um die Musik geht, damit nur auf dem ersten Ohr richtig. Hört man sich "Vitriolic" nämlich etwas genauer an, stellt man schon recht bald fest, mit welcher Finesse die fünf Mann aus der Hauptstadt hier zu Werke gehen: Gerade der Bass, der nicht nur wirklich anspruchsvolle, eigenständige Linien spielt, sondern bisweilen direkt ins Zentrum der Musik rück und einen auf Solo macht (und das garnicht schlecht!), ist eine willkommene Abwechslung in der ansonsten nur all zu oft quasi bassfreien Welt des Black Metal.
Und auch sonst ziehen AKRIVAL so ziemlich jedes Register und packen in die nur all zu oft für beklemmend eng gehaltene Schublade des truen Black Metal derart viele Ideen, Finessen und Überraschungen, dass man sich fragt, wo das Loch unter dem doppelten Boden versteckt ist:
Von beeindruckenden Gitarrenspielereien über den bereits erwähnten Bass bis hin zum Schlagzeug, das sich ebenfalls gekonnt abwechslungsreich und souverän gibt, holen AKRIVAL aus jedem Instrument wirklich alles heraus – und auch Scarog am Mikrophon lässt sich nicht lumpen und zeigt holt wirklich das letzte aus seiner Stimme heraus.
Das wirklich faszinierende an all dem ist dabei jedoch, dass das Ergebnis all dieser Spielereien keineswegs, wie man nun annehmen könnte, verspielt klingt – statt dessen bekommt der Hörer hier das volle Black Metal-Brett, und zwar der harten Sorte, um die Ohren gedroschen. Schnelle Riffs, aggressives Drumming – alles da, wie man es von schwedischen Kapellen auch nicht besser kennt... nur eben um viele kleine Details erweitert, die dafür sorgen, dass man eben nicht nach dem dritten Lied gelangweilt abschaltet, sondern bis zum Schluss hängen bleibt.

Auf ihrem zweiten Album präsentieren sich AKRIVAL nicht nur von der technischen, sondern auch von der kreativen Seite her von ihrer besten. Zwar kann man nicht unbedingt sagen, dass die Stücke ohrwurmcharakter hätten oder sonderlich lange im Ohr blieben... jedoch gilt das für einen Großteil der traditionellen schwarzmetallenen Tonkunst. Wo AKRIVAL ihre Punkte holen, sind die kleinen Momente, die auffälligen (wie die Gitarrensoli) wie auch die eher unauffälligen (ausgefuchste Bassspuren oder Schlagzeugmuster), die erste beim zweiten oder sehr aufmerksamen Hören (positiv) auffallen. Ein gelungener Beweisversuch dafür, dass truer Black Metal nicht immer primitiv sein muss – und, der Rückschluss ist hier ebenso gültig, dass progressive Musik nicht immer abgefahren und avantgarde klingen muss. Auch truer Black Metal kann progressiv sein – qed.
 
Bewertung: 8/10
Redakteur: Moritz Grütz (Profil)


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