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» home / reviews 02.09.2010 - 22:18 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: The Last Felony - Too Many Humans
Label:
Lifeforce

VÖ-Jahr:
2010

Spielart:
Death Metal

Besetzung:
Joss Fredette – Gesang
Felix Roberge – Gitarre
Dom Grimard – Gitarre
Sébastien Painchaud - Bass
Vince Menard – Schlagzeug

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. We Are Future Housing Developments For Maggots
02. Too Many Humans
03. No One Would Notice If You Died
04. Do Not Defend Me
05. Quandary
06. Most Unclean
07. Overrated Existence
08. Televisionary
09. Water Cooler Suicide



THE LAST FELONY aus Québec, Kanada, sind nur eine unter mehreren hochkarätigen Death Metal-Bands, welche sich momentan in diesem Teil der Welt tummeln. Zwar haben sie im Gegensatz zu ihren Kollegen von Beneath The Massacre, Despised Icon oder Cryptopsy noch keinen hohen Bekanntheitsgrad erlangt, was aber wohl der Tatsache geschuldet ist, dass sie erst 2006 gegründet wurden. Auch ich bin nur durch Zufall auf diese Band gestoßen, nämlich durch ihren Gastauftritt, den sie als Backup-Vokalisten auf Despised Icon’s aktuellem Release hatten.

Der aktuelle Output wurde von Cryptopsy-Gitarrist Chris Donaldson produziert – alles in allem hat „Too Many Humans“ einen äußerst wuchtigen und durchschlagenden Sound, vor allem die Gitarren kommen sehr fett daher. Gleichzeitig lassen sich auch Schlagzeug und Bass noch sehr gut raushören, die Gefahr einer zu „klinischen“ Produktion haben THE LAST FELONY damit abgewehrt. Wer mit THE LAST FELONY’s kanadischen Co-Deathern was anfangen kann, wird also sicher auch mit „Too Many Humans“ seine helle Freude haben: Vor Allem die Shouts von Sänger Joss Fredette weisen eine verblüffende Ähnlichkeit zu denen seines Kollegen Elliot Desgagnés von Beneath The Massacre auf – allerdings verfügt THE LAST FELONY’s Vokalist über eine wesentlich höhere stimmliche Reichweite. Technisch bewegen sich THE LAST FELONY auf einem äußerst hohen Niveau, die Hochgeschwindigkeits-Drum- und Gitarren-Parts weisen ein sehr abwechslungsreiches Riffing inklusive massenweise Tremolo-Picking und Blastbeats ohne Ende auf. Wie bei Despised Icon schlagen auf „Too Many Humans“ die Hardcore-Einflüsse ein ums andere Mal durch: Auf diese Weise vermeiden THE LAST FELONY, dass Langeweile beziehungsweise Monotonie aufkommt, und laden wie in „Quandary“ auch mal ordentlich zum Headbangen ein. In „No One Would Have Noticed If You Died“ gibt es prinzipiell ebenso pausenlos auf die Fresse, allerdings glänzen hier die langsameren Parts mit coolen Gitarren-Melodien, die immer wieder unter der Soundwand hervorblitzen.

Wie schon auf „Aeon Of Suffering“, dem Debüt-Album der Kanadier, ist es also die richtige Mischung aus verschiedenen musikalischen Elementen, mit denen THE LAST FELONY ihrer Musik den entscheideneden Wiedererkennungswert verleihen: Natürlich ist es heutzutage nicht mehr etwas allzu Neues, technischen Death Metal mit Hardcore-Elementen zu verquicken. Aber man muss es erstmal schaffen, sich nicht an Null-Acht-Fünfzehn-Deathcore-Bands anzubiedern und trotzdem so fette Grooves einzubauen wie in „Overrated Existence“. Wer von den neun Songs auf „Too Many Humans“ eine Riesenportion Abwechslungsreichtum erwartet, ist zwar auf dem falschen Dampfer, und auch auf Soli wird weitestgehend verzichtet – allerdings ist dieses Album auch innerhalb der hier definierten Grenzen detailreich genug, um immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern. In dieser Form müssen THE LAST FELONY vor keiner Band in ihrem Sektor zurückschrecken.

Alors, allez-y, Tabarnak!
 
Bewertung: 8.5/10
Redakteur: Pascal Stieler (Profil)


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