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Avenged Sevenfold - Nightmare - CD Review bei Metal1.info
     
 

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» home / reviews 18.05.2013 - 07:22 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Avenged Sevenfold - Nightmare
Label:
Roadrunner

VÖ-Jahr:
2010

Spielart:
Heavy Metal

Besetzung:
M. Shadows – Gesang
Synyster Gates – Lead-Gitarre, Hintergrundgesang
Zacky Vengeance – Rhythmus-Gitarre, Hintergrundgesang
Johnny Christ – Bass
Jimmy “The Rev” Sullivan – Schlagzeug(-Kompositionen)
Mike Portnoy – Schlagzeug (ausgeführt)

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Nightmare
02. Welcome To The Family
03. Danger Line
04. Buried Alive
05. Natural Born Killer
06. So Far Away
07. God Hates Us
08. Victim
09. Tonight The World Dies
10. Fiction
11. Save Me




Er zählte zurecht zu den mit Abstand besten Rock- und Metal-Schlagzeugern der Gegenwart und viele bescheinigten ihm eine lange und steile Karriere. Dann wurde Jimmy „The Rev“ Sullivan am 28. Dezember 2009 – mitten in den Arbeiten zu einem neuen Studioalbum – tot in seinem Haus in Kalifornien gefunden – die schwerste Stunde von AVENGED SEVENFOLD hatte geschlagen, war die Band doch auch Familie, Jimmy wie ein Bruder.

Der Titel des nun über Roadrunner Records erschienenen Albums „Nightmare“ ist deshalb wörtlich zu nehmen und spiegelt sich auch in der Musik. Jimmy hatte – und das ist nur den wenigsten bekannt – neben den kompletten Schlagzeug-Parts auch immer einen nicht zu unterschätzenden Anteil am allgemeinen Songwriting. In Sachen Schlagzeugspiel hatte der Über-Drummer vor allem auch ein großes Vorbild: Mike Portnoy (Dream Theatre) der sich, als Fan der Band, nur allzu gerne bereiterklärte, die von Jimmy vorbereiteten Drum-Passagen im Studio einzuspielen.
Schon dem mit Piano-Klängen, Streichern aus der Dose und singenden Lead-Gitarren beginnenden Opener und Titelsong ist anzuhören: Es bedarf eines Weltklasse-Schlagzeugers wie Portnoy, um den von Sullivan geschriebenen – und von Portnoy nicht überarbeiteten – Drum-Parts gerecht zu werden. So präsentiert sich der Opener also mit einer Melodieführung, wie sie eingängiger nicht sein könnte, als absolut radiotauglicher Hard Rock-Kracher, der sich – auch aufgrund des unverwechselbaren Gesangs von M. Shadows – schnell zu einem Ohrwurm entwickelt.

AVENGED SEVENFOLD beweisen ein sagenhaftes Gespür für die ganz großen Melodien und Refrains, gehen so direkt ins Ohr wie noch nie zuvor. Je weiter man sich in die Mitte des 11 Tracks starken Silberlings wagt, desto klarer wird: Frontmann Shadows war nie besser, liefert eine absolut beeindruckende Gesangsleistung ab. Songs wie „Danger Line“ mit seiner Marschkapellen-Stimmung oder der am Anfang heftigere „Natural Born Killer“ beweisen, wie groß die Abwechslung auf „Nightmare“ geschrieben wird. „Buried Alive“ erzählt davon, wie sich die Band nach der Nachricht von Sullivans Tod gefühlt hat, unfähig, irgendetwas zu machen, geschweige denn, weiter am Album zu arbeiten. Das melancholisch angehauchte und von Lead-Gitarrist Synyster Gates geschriebene „So Far Away“, dem der Schmerz und die Sehnsucht aller Beteiligten deutlich anzuhören ist, ist dann auch ganz klar an Sullivan gerichtet, während „God Hates Us“ einer Achterbahnfahrt der Gefühle gleich kommt und beweist, dass Shadows mit einer entsprechenden Portion Wut im Bauch auch gut growlen kann.

„Nightmare“ versucht nicht, einfach weiter zu machen, sondern arbeitet auf. Ein jeder Song lässt sich mit Sullivan oder seinem Tod in Verbindung bringen (das balladeske „Victim“ erzählt beispielsweise, wie die Band von seinem Tod erfahren hat), den beiden letzten kommt aber eine ganz besondere Rolle zu. „Fiction“ ist nicht nur grenzgenial, sondern wurde auch komplett von Sullivan geschrieben – und sollte ironischerweise bis wenige Tage vor seinem Tod noch „Death“ genannt werden; ein wahrer Gänsehaut-Garant, mit elektronischer Orgel versehen und nicht nur durch die Tragik, sondern viel mehr auch durch die kompositorische Klasse zu einem richtiggehenden Übersong gemacht. Das Schlusslicht „Save Me“ wartet abschließend mit beeindruckendem Offtime-Drumming auf, ist mit seinen knapp 11 Minuten nicht nur bemerkenswert lang, sondern hört sich auch an, als würden AVENGED SEVENFOLD auf Dream Theatre treffen.

„Nightmare“ ist das, verständlicherweise, bisher traurigste Album der US-Amerikaner – aber auch das mit Abstand beste. Sullivan – der, wie erst im Juni bekannt wurde, an einer Überdosis eines Drogencocktails bestehend aus Kodein, Morphinen und Alkohol, starb – bekommt ein absolut würdiges Denkmal gesetzt. Weil einige Tracks schon vor seinem Tod fertiggestellt waren, ist er sogar selbst stellenweise zu hören, an allen anderen Stellen erweist sich der Weltklasse-Schlagzeuger Portnoy aber als perfekter Mann für diesen – nicht nur musikalisch sondern auch menschlich schwierigen – Job. AVENGED SEVENFOLD übertreffen sich mit ihrem fünften Studioalbum, rechtfertigen Nummer-1-Chartplatzierungen in den USA vollkommen. Schlichtweg genial.
 
Bewertung: 10/10
Redakteur: Dennis Piller


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