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Sigur Rós - Valtari - CD Review bei Metal1.info
     
 

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» home / reviews 22.05.2013 - 03:38 Uhr  

 REVIEWS DURCHSTÖBERN
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 CD-Review: Sigur Rós - Valtari
Label:
EMI

VÖ-Jahr:
2012

Spielart:
Post-Rock / Metal

Besetzung:
Jón Þór Birgisson - Gesang, Gitarre
Georg Hólm - Bass
Orri Páll Dýrason - Schlagzeug
Kjartan Sveinsson - Keyboard

Internet:
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Tracklist:
01. Ég Anda
02. Ekki Múkk
03. Varúð
04. Rembihnútur
05. Dauðalogn
06. Varðeldur
07. Valtari
08. Fjögur Píanó




Tatsächlich, schon sind es wieder vier Jahre geworden, die Islands musikalischer Top-Act SIGUR RÒS verstreichen ließ, um ein neues Album herauszubringen. Bei dem mittlerweile umfassenden Erbe, welches uns Jónsi und Co bislang hinterlassen haben, ist das natürlich kein Problem, über neuen Stoff der Post-Rocker freut man sich aber allemal. Zumal der Vorgänger "Með suð í eyrum við spilum endalaust" nicht nur einen etwas sperrigen Titel trägt, sondern im Gegensatz zu den Alben davor auch in Sachen Eingängigkeit (und vielleicht sogar Qualität?!?) eingebüßt hatte.

2012 wird alles anders, das ist schon nach wenigen Klängen von "Valtari" klar. Anders meint in diesem Fall nicht nur, dass die Musik wieder wesentlich leichter ins Ohr geht, nein, das generelle Soundgerüst wurde massiv umgebaut. Es geht nicht nur wieder deutlich mehr in die sphärischen Sounds, die "Ágætis Byrjun" und "()" ausgezeichnet haben, sondern sogar deutlich darüber hinaus. Vorbei ist es also mit den perkusiven Songs von "Með Duð Ì Eyrum Við Spilum Endalaust", die dem Album eine gewisse Härte verliehen haben. "Valtari" geht die Sache unheimlich relaxed an und offenbart bei aller Düsterheit eine geradezu ansteckende, lebensbejahende Stimmung, die von einem Moment auf den anderen die Sonne in den wolkenverhangenen Tag zaubern vermag. Ob der Begriff Post-Rock dabei aber noch anwendbar ist, sei mal dahingestellt, Schlagzeuger Orri könnte bei Livedarbietungen der Songs ohne Probleme den Wocheneinkauf erledigen, seine Einsätze sind sehr überschaubar. Wenn, dann kommen sie allerdings umso effektiver, wie zum Beispiel in "Varúð", einem - ich nehme es gerne vorweg - der ganz großen Momente der Scheibe. Ich weiß nicht, ob Kollege Landkammer dieses Crescendo meinte, wenn nicht, dann erflehe ich selbstredend seine Verzeihung, aber wie sich der Song in einen wahren Gefühlsrausch steigert, ist schon ausgesprochen beachtlich. Allerdings glänzt das Lied schon vorher mit einem emotionalen Ausbruch um Refrain, Stimme und Streicher gleich Gänsehaut, so die einfach und absolut zutreffende Umschreibung dessen, was uns die Isländer mit dieser Perle der Musik anbieten.

Weitere Erwähnung muss "Dauðalogn" finden, vom Grundkonzept noch ruhiger erinnert es hier und da an einen Soundtrack. Ob da vielleicht Jonsis Arbeit als Soundtrackkomponist der letzten Jahre durchschimmert? Naheliegender Vergleich ist die Filmmusik zu "Der Herr der Ringe", welche als epische Heldensynfonie dem Stil von "Valtari" insgesamt sehr nahe kommt. Nun gebe ich gerne zu, Isländisch nicht von Vonlenska unterscheiden zu können, das ist aber auch egal, denn ob es jetzt die Muttersprache oder die Fantasiesprache, die auf "()" Anwendung fand ist - ich tippe beim Betrachten der Trackliste auf ersteres - es klingt dem Elbischen irgendwie sehr ähnlich und so ertappt man sich schon mal dabei, bei "Dauðalogn" beispielsweise an das phantastische "Evenstar" vom erwähnten Mittelerdefilm zu denken. Die einzige Gefahr, die besteht, ist, dass es für den einen oder anderen zu viel Gefühl auf einmal sein könnte, um eine ungefähre Vorstellung von den Intensitäten zu bekommen, stelle man sich die Emotionen von "Ágætis Byrjun" und / oder "()" vor und nehme sie mal mindestens zum Quadrat.

Es ist nicht ganz leicht, dieses Album in Worte zu fassen. Neben den beiden angesprochenen Hits hält "Valtari" viele weitere wunderbare Minuten Musik bereit. Der eine Song braucht vielleicht etwas länger, der andere zündet eher, da darf man schon mal ein paar Durchläufe für veranschlagen. Längen gibt es jedenfalls keine, es ist einfach SIGUR RÒS. Eine großzügig bemessene Belohnung ist natürlich gewiss, nach Anathema das zweite hochemotionale Album des Jahres, welches man unbedingt haben muss.


 
Bewertung: 9.5/10
Redakteur: Jan Müller (Profil)


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