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Kissin' Dynamite - Money, Sex & Power - CD Review bei Metal1.info
     
 

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» home / reviews 23.05.2013 - 04:04 Uhr  

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 CD-Review: Kissin' Dynamite - Money, Sex & Power
Label:
AFM

VÖ-Jahr:
2012

Spielart:
Heavy Metal

Besetzung:
Johannes Braun – Gesang
Ande Braun – Gitarre
Jim Müller – Gitarre
Steffen Haile – Bass
Andreas Schnitzer – Schlagzeug

Internet:
zur Band-Webseite...
Tracklist:
01. Money, Sex & Power
02. I Will Be King
03. Operation Supernova
04. Sex Is War
05. Club 27
06. Dinosaurs Are Still Alive
07. She's A Killer
08. Sleaze Deluxe
09. Ego-Shooter
10. Six Feet Under



KISSIN’ DYNAMITE ist eine Band, die sich in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erspielt hat, dass man glatt vergessen könnte, wie jung sie noch ist. Denn sowohl das Alter der Musiker (Jahrgang 1990-1992) als auch das Alter der Band (Gründung 2006) verweisen auf ihren Newcomer-Status. Und doch haben sie nach eigenen Angaben bereits über 500 Live-Shows gespielt und legen mit „Money, Sex & Power“ bereits ihre dritte Scheibe vor. Moment, die dritte? Dann müssen die Erwartungen besonders hoch sein, gilt doch das dritte Album nach alter Regel als das entscheidende Album in der Karriere einer Band.

Die erste Frage drängt sich förmlich auf: Mehr vom Gleichen oder Mut zum Wechsel? Tatsächlich widerstehen KISSIN’ DYNAMITE der Versuchung, auf Nummer sicher zu gehen, und einfach ein weiteres „Addicted to Metal“ (ihr zweites Album) zu veröffentlichen. Diese Entscheidung verdient Respekt, insbesondere, da sie mit einem hörbaren Stilwechsel einhergeht: Anstatt auf klassischen Stahl zu setzen, wird es sleaziger – mehr Guns N’ Roses als AC/DC, um es auf eine klare Formel zu bringen. Natürlich war der Sleaze Rock schon immer ein Einfluss bei den Jungs aus Schwaben, er rückt nun aber stärker in den Vordergrund. Udo Dirkschneider, der auf dem letzten Album noch als Gastsänger fungierte, hätte auf „Money, Sex & Power“ wohl keinen Platz mehr.

Zaghaft deutet sich diese Entwicklung bereits auf dem Opener „Money, Sex & Power“ mit seinen lasziven „Bunga, Bunga“-Samplern an – eine klare Anspielung an einen gewissen ehemaligen italienischen Regierungschef, zu dem der Songtitel durchaus gepasst hätte… Richtig deutlich wird die neue Sleaze-Linie aber auf Songs wie „Operation Supernova“, „Club 27“ oder – natürlich – im Refrain von „Sleaze Deluxe“. Zusätzlich zu dieser Entwicklung haben die Jungs in Sachen musikalischer Leistung noch einmal zugelegt. Die instrumentale Fraktion spielt, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, und auch Johannes Braun ist stimmlich hoch souverän. Die Erfolge der letzten Alben haben außerdem eine anständige Produktion ermöglicht, so dass dem Hörvergnügen auch von dieser Seite nichts entgegen steht. Also alles paletti mit der Scheibe? Nein, leider nicht ganz. Denn streckenweise wird man das Gefühl nicht los, dass die neuen Ideen nicht für das ganze Album gereicht haben. Mehrfach hat man den Eindruck, das Riff bereits drei Tracks früher gehört zu haben, und der immer gleiche Aufbau der Songs geht zulasten der Langzeitwirkung: Freut man sich am Anfang noch über eingängige Songs, so beginnen sie ab dem vierten Hören schon ein wenig zu langweilen. Die wenig abwechslungsreichen und leider auch nicht sonderlich intelligenten Texte tun ihr Übriges dazu – „Operation Supernova / We will dance ’till the party’s over“ oder auch „Dinosaurs are still alive / Dinosaurs, they will survive“. Klar, das kann man lässig finden und es wird nicht jeden stören. Etwas mehr Abwechslung und Kreativität hätte aber sicher geholfen. Aus der relativen Uniformität des Albums brechen eigentlich nur zwei Tracks heraus: Zum einen „Ego-Shooter“ mit seinem Staccato-Riffing, zum anderen der emotionale letzte Track „Six Feet Under“, bei dem Johannes Braun sich richtig austoben darf. Man ist versucht, „Geht doch!“ zu rufen.

KISSIN’ DYNAMITE haben mit diesem Album bewiesen, dass sie vom Stil her mehr können, als sie bisher gezeigt hatten. Zugleich bleibt in dieser Richtung noch ordentlich Luft zur Verbesserung. Aber das muss ja nicht schlecht sein, denn trotz der aufgeführten Mängel bleibt „Money, Sex & Power“ eine echte Empfehlung in einem momentan unterbestückten Genre. Heavy Metal-Fans mit Hang zu Sleaze und Glam dürfen unbesorgt zugreifen. Außerdem darf man angesichts des Willens der Band zur Entwicklung gespannt sein, wie die Reise weitergeht – diese Schwaben sollte man weiter im Auge behalten.
 
Bewertung: 8/10
Redakteur: Marc Lengowski (Profil)


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