Schon 1986 gegründet, fanden ADRAMELCH nach ihrem Debüt erst 2005 mit dem Album „Broken History“ wieder zusammen. Nach nochmals sieben Jahren geht es nun mit „Lights From Oblivion“ weiter. Wer nun Dinosaurier-Metal erwartet, kann beruhigt werden: ADRAMELCH klingen 2012 klassisch, aber zeitgemäß.
Auf dem Programm steht ein netter Mix aus Power und Progressive Metal, der sich aber auf keiner Seite in die ganz großen Höhen aufschwingt. Positiv zu bewerten sind zweifellos die liebevoll ausgearbeiteten Bass- und Gitarrenlinien, auf denen selten stumpfes Geschrammel zu hören ist. Vittorio Ballerio singt typisch für das Genre fast ausschließlich in hoher Stimmlage und macht seine Sache dabei gut, ohne jedoch bemerkenswerten Ausdruck zu erreichen. Auch sonst kann man ADRAMELCH eigentlich nichts so recht negativ ankreiden, trotz der verheißungsvollen Basis gelingt hier aber kein großer Wurf: Kaum geht es mal genug zur Sache, als dass man dem Power-Metal-Einschlag genügen würde, selten klingen die Songs verspielt genug, um wirklich proggy zu sein. Und, was das Hauptproblem sein dürfte, ADRAMELCH haben auch keine ganz großen Melodien am Start, keine wirklich erhebenden Momente, die beide Spielarten auszeichnen. Selten ist mal ein Song knackig auf den Punkt geschrieben, wirklich ausladend-episch wird es aber auch nie.
Ich würde nicht sagen, dass „Light From Oblivion“ herumdümpelt, dafür ist es zu kreativ gestaltet, zu viele (durchaus auch gut vernetzte) Ideen werden eingebracht, aber es zündet eben auch nie so recht, vermutlich, weil die Melodien und Riffs für sich, so gut sie auch untermalt sein mögen, schlicht zu unspektakulär ausgefallen sind.
Wer ruhige Alben mag, auf welchen es dennoch Spaß macht, den Instrumenten zu lauschen, ist hier vermutlich richtig, mir ist das Ganze hier aber deutlich zu weich und inkonsequent, um zu begeistern. Gerade angesichts des Fehlens effizient durchgestalteter Spannungsbögen wünscht man sich andauernd, dass ADRAMELCH mal zu Potte kämen. Das geschieht schlussendlich aber leider auf der ganzen Platte nicht so recht. Nicht schlecht, aber ziellos.