Nachdem der Thrash Metal durch die Bay Area erstmals auf die musikalische Landkarte gebracht worden war, begann sich auch in deutschen Landen eine kleine aber feine Szene zu bilden, zu deren Speerspitze Bands wie Destruction, Sodom oder Kreator werden sollten. Eben jene Kreator trümmerten 1985 im zarten Alter von gerade Mal 17 Jahren ihr Debütalbum „Endless Pain“ zusammen. Nicht ahnend, dass der Titel leider auch Programm werden sollte, und zwar für den Hörer. Dies aus hauptsächlich zwei Gründen: Erstens der katastrophale Sound der Platte, der auch nicht durch die Vinyl-Erstveröffentlichung zu entschuldigen ist, ein einziger Brei, und zweitens: Nehmt Ventor das Mikro ab!
Musikalisch ist das leider auch nicht das Gelbe vom Ei, hört sich zwar ganz nett an, aber es wird hemmungslos bei etwaigen Bay Area-Vorbildern geklaut, und ehrlich gesagt auch nach dem zehnten Durchlauf kann man Songs wie „Endless Pain“, „Total Death“ oder „Storm Of The Beast“ nur schwer auseinander halten. Wobei „Storm Of The Beast“ der beste der drei genannten Tracks ist. Mit „Tormentor“ steht dann eine der Ausnahmen des Albums an, ein Song, der in fast jeder Live-Tracklist von Kreator auftaucht, und schon die Genialität späterer Alben vorweg nimmt. Was man von „Son Of Evil“ dann wieder überhaupt nicht behaupten kann, grausiger Gesang (?) von Ventor, der wohl wie Tom Araya klingen wollte, daran aber kläglich scheitert. Einen zweiten Kultsong findet man doch noch auf der Platte: „Flag Of Hate“, auch wenn mir spätere Versionen besser gefallen. Einer der besten Kreator-Songs überhaupt. Viel übrig bleibt dann nicht mehr, „Cry War“, „Bone Breaker“, „Living In Fear“ und „Dying Victims“ rauschen an einem vorbei, ohne das man sich danach sicher sein kann, welcher Song jetzt welcher war.
„Endless Pain“ ist nur für Komplettisten zu empfehlen, die gerne jedes Album einer Band im CD-Regal stehen haben möchten, aus diesem Grunde schmückt das Album auch meinen Schrank. Alle anderen sollten sich auf nachfolgendes „Pleasure To Kill“ beschränken! 2003 erschien eine remasterte Version des Albums mit vier Bonustracks, ich habe das Original zu Hause, von daher kann ich dazu keine Infos geben.
(Oli)