HIM

  • Zirkus Krone, München
  • 02. September 2005

Um 21 Uhr begann eines der wenigen handverlesenen Gastspiele von HIM in diesem Jahr in Deutschland. Der Einlass bzw. die ganze Organisation klappte trotz kreischender Teenies hervorragend und so war der Zirkus Krone schon weit vor Beginn des Konzerts gut gefüllt. Nach ca. 90 Minuten hatte das Warten ein Ende und His Infernal Majesty betraten zu – im wahrsten Sinne des Wortes – ohrenbetäubendem Jubel pünktlich die Bühne. Ohrenbetäubend ist ein gutes Stichwort, denn gleich bei den ersten Liedern wurde deutlich, dass die Akustik vorne alles andere als gut war. Villes Gesang konnte man unter den teils einfach nur laut krachenden Instrumenten fast nicht verstehen. Allgemein hätte man mehr Wert auf die Qualität und weniger auf die Lautstärke legen sollen. Gemäß der vorherrschenden Stimmung schien das aber weniger ins Gewicht zu fallen, denn bereits nach kurzer Zeit wurden selbst die hinteren Ränge zu Stehplätzen.

Als 2. und 4. Lied gab es bereits mit die bekanntesten Songs der 5 Finnen, nämlich „Right Here In My Arms“ und „Join Me“, bei denen der ganze Saal einfach nur tobte, sang und sprang. Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall noch die gigantische Leinwand hinter der Bühne. Das Chris Isaak Cover „Wicked Game“ und „Your Sweet 666“ waren meine persönlichen Highlights des Mittelteils, da Ville Valo besonders bei ersterem sein großes Gesangstalent unter Beweis stellen konnte, als man teilweise nur noch seine Stimme hörte und sonst nichts. „The Funeral Of Hearts“ und die neue Single „Rip Out The Wings Of A Butterfly“ durften im weiteren Verlauf natürlich auch nicht fehlen. Leider war der weitere Verlauf nicht sonderlich lang und so verabschiedeten sich die 5 nach ca. 70 Minuten genauso schnell, wie sie gekommen waren, um schließlich mit „Sacrament“ noch eine einzige Zugabe zu spielen.

Nimmt man die 70 Minuten Spielzeit und die 35 Euro Eintrittspreis, dann macht das exakt 0,50 Euro pro Minute, was doch ein stolzer Preis ist. Selbst echte Fans dürften es sich in Zukunft 2 Mal überlegen, ob sie sich das leisten wollen und können. Aber da sind HIM weiß Gott nicht die einzigen. Vom neuen Album konnte man sich an Hand von 3 Songs („Rip Out The Wings Of A Butterfly“, „Vampire Heart“ und „Killing Loneliness“) ein erstes Bild machen, wobei der Sound wahrscheinlich alles andere als maßgeblich für die echte Qualität war, so dass man sich für ein finales Urteil bis zum 26.09. gedulden muss, da das Album dann auch endlich hierzulande erscheint.

Was bleibt ist ein gutes Konzert mit einer bescheidenen Akustik und einem wirklich herausragenden Ville Valo, der mich mehr als nur positiv überrascht hat, da ich den (Teenie-)Kult um seine Person davor nie nachvollziehen konnte. Seine Bewegungen erinnern zwar vereinzelt an einen Zombie und sehen völlig unnatürlich aus, doch wer jemals aus der Nähe in diese Augen geschaut hat und ihn dabei singen hörte, wird wissen, was ich meine. Er lebt seine Musik und besonders seine Lieder mit aller Leidenschaft, die sein Körper hergibt. Nur eins werde ich bei ihm nie verstehen: Wie man sich in weniger als 10 Sekunden einen Kurzen, ein Bier und ein Wasser reinziehen kann ohne sich zu übergeben.

Setlist:
01. Vampire Heart
02. Right Here In My Arms
03. Buried Alive By Love
04. Join Me
05. It’s All Tears
06. Wicked Game
07. Killing Loneliness
08. Funeral Of Hearts
09. Your Sweet 666
10. In Joy & Sorrow
11. Poison Girl
12. Poison Heart
13. Razorblade Kiss
14. Soul On Fire
15. Rip Out The Wings Of A Butterfly

Zugabe:
16. Sacrament

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