PRIMAL FEAR geben sich nach 2023 zum zweiten mal die Ehre in der Frankenhalle in Naila. In den letzten Jahren setzt der Rockclub Nordbayern verstärkt dafür ein, Szenegrößen nach Oberfranken zu bringen. So gastieren nun eben erneut die Altmeister um Ralf Scheepers in der fränkischen Provinz Nähe Hof auf der „Domination“-Tour zum gleichnamigen 15. Studioalbum.
Um 19:30 Uhr eröffnen die Dark-Symphonic-Metaller von ELEINE den Abend. Anfangs tun sich die Schweden noch schwer – aber weder bezogen auf die Technik oder Performance, sondern mit dem Publikum. Das ist in der ziemlich luftig gefüllten Frankenhalle anfangs noch sehr reserviert. Die Schwedinnen und Schweden können die Aufmerksamkeit der vorwiegend in PRIMAL FEAR– und Power-Metal-Shirts sowie Kutten gekleideten Besucher allerdings nach und nach für sich gewinnen. Das liegt neben dem energiegeladenen Auftritt auch an der gefälligen Interaktion von Sängerin Madeleine Liljestam, die zwischen den Songs viel aufs Publikum eingeht. So werden sowohl der Beifall lauter als auch die Klatschenden zahlreicher, je weiter das Konzert voranschreitet. Die düsteren Elemente in der Musik scheinen gut anzukommen, so sind es vor allem die nach ARCH ENEMY oder AMON AMARTH klingenden Parts – wie bei der neuen Single „We Stand United“ –, die das Publikum erreichen. Neben Liljestam zeigt vor allem Gitarrist Rikard Ekberg, dass er heute Spaß hat: Mit zahlreichen Grimassen, wildem Gepose, unterhaltsamem Overacting zu den stets einfachen Riffs und der auffälligen Mehr-Loch-als-Hose-Mode bietet er bestes Entertainment. Dass sein Klargesang nicht immer sitzt und auch die Growls nicht besonders druckvoll rüberkommen, fällt dabei dann gar nicht besonders ins Gewicht. Nachdem die Zuschauer auf eine seiner Ansagen sehr verhalten reagieren, kontert er mit einem verschmitzten „I’m easy to please, I take it“ samt erhobenem Daumen, was die Zuschauer zusätzlich auftaut und aktiver werden lässt. So ernten ELEINE nach einer ganzen Stunde Spielzeit mehr als nur Höflichkeitsapplaus und haben heute einige neue Fans gewonnen.
- Enemies
- Never Forget
- Ava Of Death
- As I Breathe
- We Are Legion
- War Das Alles
- Where Your Rotting Corpse Lie (W.Y.R.C.L.)
- We Stand United
- Vemod
- All Shall Burn
- We Shall Remain
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Pünktlich um 21:00 Uhr betreten PRIMAL FEAR die Bühne und eröffnen mit „Destroyer“ und „I Am The Primal Fear“ direkt mit einem Doppelpack des neuen Albums „Domination“ in ihr 90-minütiges Set. Von Anfang an ist der Sound druckvoll und differenziert und die Band ist präsent: Sänger Ralf Scheepers beeindruckt sofort mit seinem gewohnten Charisma und seiner überragenden Stimme. Auch wenn er, wie bei „King Of Madness“, nicht immer alle hohen Töne perfekt trifft, ist seine Leistung fabelhaft. Überhaupt zeigt die ganze Band viel Spielfreude, allen voran die neue Gitarristin Thalìa Bellezecca, die durchgehend strahlt und mit ihrer sympathischen Präsenz begeistert. Doch nicht nur sie ist neu, nach dem großen Bandbeben 2024 ist auch Schlagzeuger André Hilgers neu dabei und Gitarrist Magnus Karlsson wurde vom Session-Musiker zum festen Bandmitglied befördert. Dass hier eine neu formierte Band auf der Bühne steht, merkt man jedoch zu keinem Zeitpunkt: PRIMAL FEAR wirken eingespielt und harmonieren sowohl auf der Bühne als auch in der Interaktion mit dem Publikum. Als dieses „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ anstimmt, reagiert Scheepers lachend mit einem „Wir sind hier auf einer Heavy-Metal-Veranstaltung und nicht beim scheiß Oktoberfest“. Das kommt genauso gut an wie die herzliche Szene, als er gegenüber Mat Sinner seine Freundschaft bekundet und sich freut, dass sein Freund sich nach langjährigen Gesundheitsproblemen nach einem Corona-Impfschaden zurück ins Leben und auf die Bühne gekämpft hat. Da ist es auch mehr als nur verständlich, dass Sinner am Bass eher souverän denn ausdrucksstark agiert.
Neben den neuen Stücken bieten PRIMAL FEAR einen feinen Querschnitt durch ihre gesamte Diskografie. Naturgemäß kommen die Klassiker wie „Nuclear Fire“, „The End Is Near“, „Chainbreaker“ oder das obligatorische „Metal Is Forever“ am besten beim Publikum an. Die alten Songs sitzen einfach bereits besser als die neuen „Domination“-Songs, diese wurden aber auch mehr als nur höflich gefeiert. Auch die von Scheepers eingestreuten Mitsingspiele gefallen dem Publikum und erzeugen die gewünschte Wirkung. Die Zugabenpause nach „Metal Is Forever“ schenken sich PRIMAL FEAR einfach und bleiben auf der Bühne. Die Fünf setzen sich gemeinsam vors Schlagzeug und singen die wundervolle Akustikballade „Hands Of Time“. Ein ganz besonderer, bewegender Moment. Mit dem abschließenden Klassiker „Running In The Dust“ beschließen PRIMAL FEAR einen starken Auftritt voller Power und zeigen, dass sie zu den besten Heavy-Metal-Bands des Landes gehören. Die Anwesenden quittieren das mit lautem, verdientem Applaus und Jubel nach einem Abend mit zwei überzeugenden Auftritten.
- Destroyer
- I Am The Primal Fear
- Final Embrace
- Nuclear Fire
- Seven Seals
- The Hunter
- Tears Of Fire
- King Of Madness
- The End Is Near
- Hallucinations
- Fighting The Darkness
- Chainbreaker
- Metal Is Forever
- Hands Of Time
- Running In The Dust
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Nach dem Auftritt von PRIMAL FEAR zeigen sich Madeleine Liljestam und Rikard Ekberg von ELEINE noch am Merchandisestand, um mit den Fans zu quatschen und Fotos zu machen. Diese Fannähe kommt sichtlich gut an, ebenso wie akzeptable Merchandise-Preise beider Bands von 25 bis 30 Euro für ein Shirt. Ein gelungener Abend mit durchgehend gutem Sound und top organisiert vom Rockclub Nordbayern. Das nächste Konzert in der Frankenhalle Naila veranstaltet der Rockclub bereits am 3. Oktober 2025 – dann kommen LORDI nach Oberfranken. Tickets für das Konzert gibt es hier.


