Volbeat w/ Waxy

  • Nürnberg, Hirsch
  • 17. September 2007

Vollkommen unvorbereitet wurden wir einfach beim Rausgehen angesprochen, ob es denn einen Bericht auf Metal1.info geben würde. Freudentrunken, noch nicht wirklich bei Sinnen lässt man sich da schon gerne mal auf einen Kuhhandel ein und verspricht blauäugig einen Konzertbericht im Tauschgeschäft für eine Anmeldung im Forum. Doch auf was haben wir uns da überhaupt eingelassen? Denn eigentlich waren wir nicht in göttlicher Mission der sexuell attraktivsten Metalwebsite südlich des Polarkreises unterwegs und beschränkten uns eher auf ausgiebiges Feiern als konzentriertes Beobachten oder gar das Bedienen einer Digicam. Doch versuchen wir unsere Gedanken wieder zu sammeln. Alkohol war übrigens nicht mal im Spiel…(nt)
Liebe Kinder, hierbei muss ich anmerken: Gute Laune, gute Musik und viel Spaß machen viel betrunkener als Alkohol. Lasst also die Finger von dem harten Zeug und gönnt euch lieber mal ein Gläschen Whiskey, damit ist euer Geist wesentlich klarer und ihr lasst euch nicht so schnell auf solche Kuhhändler ein… (sp)

…und so beginnt das Schwelgen in den Erinnerungen auf einer erfreulich leeren A9 Richtung Nürnberg um dann auch dank Navi nahezu problemlos den Hirschen zu erreichen. Vom Timing her fast perfekt gings dann auch sehr flott rein in die gute Stube um dort bei lauer Spätsommerluft erstmal im Hirschbiergarten etwas braune Brause zu schlürfen, ehe es ordentlich zu regnen begann. Pünktlich um 21 Uhr enterten dann WAXY aus den Vereinigten Staaten die Bühne um die jetzt schon sehr zahlreich versammelten Leute im Saal musikalisch zu beglücken. Ob ihnen das wirklich in letzter Konsequenz gelungen ist, mag ich allerdings bezweifeln. Zu vertrackt und wirklich nicht nachvollziehbar war ihr Gemisch aus Stonerrock, Psychodelic Kram, Alternative Rock und Experimental an vielen Stellen. Mangelnde Abwechslung kann man ihnen nicht vorwerfen und scheinbar hatte man auch viel Spaß während des Auftritts, nur aufs Publikum wollte der Funke nicht so recht überspringen, so dass es bei höflichem Applaus blieb. (nt) Ich sage es noch ein wenig deutlicher als der Kollege Teufel: Die drei Kerle scheinen bereits die ganze Tour über kräftig einen durchzuziehen, was nicht nur durch die Musik, sondern auch durch die tuffige Lichterkettenbeleuchtung und die seltsamen Grimassen und Bewegungen des Sängers / Gitarristen vermutet wird. Ich wäre wohl schon beim Zuhören absolut breit geworden, wäre ich nicht beinahe im Stehen eingeschlafen. (sp)Der positive Nebeneffekt war natürlich etwas körperliche Schonung um dann bei VOLBEAT alles geben zu können. (nt)

Nach dem Intro zu „The Human Instrument“ enterten die dänischen Elvismetaller endlich um 22:20 die Bühne um bereits zu dieser Zeit, ohne einen Ton gespielt zu haben, das Publikum fest im Griff und auf ihrer Seite zu haben. Die „Volbeat“-Rufe waren jedenfalls bereits jetzt schon ohrenbetäubend. Und ab hier verschwimmt so langsam meine Erinnerung an diesen phänomenalen Auftritt. Kein Wunder, der Platz fast direkt in der Mitte vor der Bühne stellte sich als ideal heraus, denn hier war der absolute Partyhotspot im ganzen Hirschen. Alleine die ersten vier, fünf Titel verlangten einen alles ab, ohne dass schon ein wirklicher „Hit“ gespielt wurde, weshalb nicht nur ich die kleine Verschnaufpause mit „Soulweeper #2“ sehr zu schätzen wusste. Michael Poulsen ist einfach ne ideale Frontsau, die es weiß mit dem Publikum fast zu spielen und ist dabei auch noch unheimlich sympathisch zu sein. Von einer kleinen Erkältung, von der er sprach, konnte man wirklich nichts hören, und so blieben kurze Einsätze eines Mundsprays („It makes your penis go down, don’t try it!“) der einzige Zeuge davon. Ganz im Gegenteil, das Material klang einfach live noch um einiges besser als aus der Konserve. Dem Soundmann sei hier mal ein sehr großes Lob ausgesprochen, denn das war perfekt.
„Oh radio girl play that sweet heavenly song! Well it’s Saturday night and we all get into town!“ – Pogo, Tanzen, Freude und ein ganzer Saal nur noch am Ausrasten. „Radio Girl“ dürfte den letzten Partymuffel im Hirschen aufgerüttelt haben, unnötig hier noch zu sagen, dass VOLBEAT eine schlichtweg fantastische Liveband sind. Wenn einer Party macht, dann diese genialen Dänen, die an diesem Abend Spielfreude, Interaktion mit den Publikum und das Wort Party für mich neu definiert haben. Ein Spaßfaktor, wie ich ihn bisher nur von Eläkeläiset kannte und wenn ich damals von einem multiplen Humppagasmus sprach, dann war das hier mindestens nicht enden wollende Rock n‘ Roll – Fellatio für den ganzen Körper, nur unterbrochen von „Volbeat“-Rufen, die wiederum höchstens mal einen „Rock n‘ Roll“ oder „Elvis“-Ruf weichen mussten. Wer noch einmal behauptet die Franken könnten nicht feiern, der hätte sich an diesem Abend im Hirsch aufhalten sollen um eines besseren belehrt zu werden und das Beste kam erst noch. Ich habe keine Ahnung in welcher Reihenfolge es kam, doch wer kann denn bitteschön bei Songs wie „A Moment Forever“, „Sad Man’s Tongue“, der Verneigunug vor Johnny Cash, oder dem Kracher „Pool Of Hooze, Booze, Booza“ einfach nicht in Eksatase geraten? Bei „Always, Wu“ hat man sich zudem noch Unterstützung von zwei Mädels und zwei Jungs aus dem Publikum geholt, die ihre Sache recht gut gelöst haben. Irgendwann verschwanden die Dänen dann hinter der Bühne, doch gehen lassen wollte man sie natürlich noch lange nicht, denn es fehlten noch drei Songs um auch wirklich jeden absolut glücklich gemacht zu haben. Lange ließen sie sich nicht bitten – wahrscheinlich wäre auch der Hirsch unter den Zugabe-Rufen irgendwann zusammengebrochen ;-)! Ganz klar sagen, kann ich nicht was denn nun die Zugabe war und ob nun Dusty Springfield mit „I Only Wanna Be With You“ hier schon ein metallisches Denkmal gesetzt wurde, jedenfalls setzte das vorher schon lautstark gewünschte „The Garden’s Tale“ einen furiosen Schlusspunkt unter eine wahnsinnig intensive Vorstellung, bei der in einer Stunde und vierzig Minuten fast alle Lieder von beiden bisher erschienen Alben gespielt wurden. VOLBEAT verstehen es einfach ihr Publikum glücklich zu machen. Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen, da mir allmählich sonst die Superlative ausgehen. (nt)Nicht verwendete Superlative habe ich wohl auch nicht mehr übrig, aber wenn eine Band es schafft, mich mal über 90 Minuten lang durchgehend tanzen, hüpfen, pogen lässt, ist das schon eine fantastische Leistung und lässt mich diesen Abend als bestes Nicht-Blind Guardian-Konzert der letzten Zeit in Erinnerung behalten. Natürlich werde ich auch nie das Hochgefühl vergessen, den verschwitzen Rücken von Michael Poulsen berührt zu haben, als er plötzlich über uns hinwegsurfte ;) (sp)

Glücklich und nach einem T-Shirt-Wechsel endlich wieder trocken, ging es dann erstmal zum Burger King in Schnaittach an der A9. Metal1.Autohoftest sagt: „Nette Bedienung, jedoch nicht ganz so hübsch wie die in Werneck! Trotzdem ebenfalls zu empfehlen“. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (nt)


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