Behemoth sagen Konzert in Indien ab

BEHEMOTH hat ihr für den 3. März angesetztes Konzert in Bangalore (Indien) abgesagt. Als Grund nannte die Band Sicherheitsbedenken nach nach eigenen Angaben glaubwürdigen Drohungen religiöser christlicher Gruppen, die Behörden und Veranstalter unter Druck gesetzt hätten, um die Show zu verhindern.

BEHEMOTH zufolge seien trotz Gesprächen mit dem lokalen Promoter keine ausreichenden Zusicherungen möglich gewesen, um die Band vor rechtlichen Konsequenzen oder physischen Risiken zu schützen; der Veranstalter habe dabei „in gutem Glauben“ gehandelt. Die Show sollte im Rahmen der „Chant Of The Eastern Lands“-Tour stattfinden. Zuletzt waren auch geplante BEHEMOTH-Auftritte in der Türkei abgesagt worden.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Behemoth (@behemothofficial)

Facebook Instagram Bandcamp
Alle News vom heutigen Tag

Publiziert am von

4 Kommentare zu “Behemoth sagen Konzert in Indien ab

  1. Klar: Ich sitze hier sicher hinter meinem Bildschirm, deswegen ist das Folgende leicht dahin gesagt. Aber: Ist es nicht der USP von Behemoth, sich trotz aller Widerstände gegen christliche/religiöse Dogmen und Unterdrückung durch die Kirche/Religion aufzulehnen? Wäre ein Auftritt trotz aller Drohungen nicht genau der Lackmustest, um dem Image Substanz zu verleihen? Ich konnte die Unkenrufe nie nachvollziehen, die im Behemoth-Satanismus eine ausgelutschte Thematik gesehen haben. Denn in Polen hat die Religion einen ganz anderen Stellenwert als hier zu Lande. Dort öffentlich bekennender Satanist zu sein und das über seine Kunst so offensiv auszuleben bedeutet wirklich etwas. Um wie viel krasser ist es dann in religiös noch stärker durchsetzten Ländern wie die Türkei und Indien. Doch jene Fans vor Ort, die sich wegen der klaren Statements und standhaften Auflehnung mit Behemoth identifizieren – und die folglich einiges riskieren, um ihre Meinungsfreiheit durch Konzertbesuche oder auch nur das Tragen eines T-Shirts der Band ausleben zu können – werden jetzt offenbar aufgrund von Drohungen religiöser Gruppen (ob staatlich oder nicht) doch irgendwie hängen gelassen. Zumal in den Linernotes zu „The Shadow Elite“ vom aktuellen Album diese Standhaftigkeit mit markigen Worten gepriesen wird.

    Wie gesagt, ich habe hier leicht reden und würde mich hüten, irgendwem gegenüber deswegen einen Vorwurf zu machen. Aber ein Geschmäckle hat es doch schon, oder?

    1. Naja, laut Meldung gibt es „glaubwürdige Drohnungen“ und der lokale Veranstalter kann nicht für die Sicherheit garantieren. Für meine Band lass ich mich nicht potenziell einsperren oder in die Luft sprengen. Standhaftigkeit hin oder her, aber Behemoth sind keine 17 mehr und Sicherheit geht am Ende vor.

      1. Hey, vielen Dank für deine Antwort. Ich kann deinen Punkt absolut nachvollziehen. Ich würde auch nicht anders entscheiden, keine Frage. Mein Störgefühl entsteht eher daraus, dass Nergal „Behemoth“ vom Anspruch her scheinbar in eine Reihe mit Pussy Riot oder Al-Namrood stellt bzw. gestellt sehen möchte. Jemand der für die Botschaften, die er aussendet und die Meinung, die er vertritt, alles in Kauf nimmt (auch drohende Haftstrafen wie in Polen). Denn für „Freiheit“ nur in freiheitlichen Gesellschaften einzustehen, ist Gratismut. Aber ja, vernünftigerweise ist es am Ende die Abwägung zwischen „Statement setzen“ und „Gefahr für Leib und Leben – nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle Beteiligten inkl. Konzertgängern“. Sie alle im worst case zu Märtyrern für die eigene Sache zu machen, wäre moralisch absolut verwerflich. Dennoch sollte Nergal meiner Meinung nach verbal einfach etwas abrüsten.

        1. Ja, was die Außendarstellung von Nergal und die gewollte Hochstilisierung von Behemoth zu einer rebellischen Band angeht, hast du völlig recht und stimm dir in allen Punkten zu. Das ist am End nur Gewäsch und völlig drüber, Behemoth ist inzwischen ja doch ne kommerziell erfolgreiche Gelddruckmaschine und da passt das alles eh nicht mehr wirklich zusammen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert