Legacy Open Air äußert sich zum „Fall“ Manowar

Nachdem der geplante Headliner für das Legacy Open Air (13.-15.07.), Manowar, aufgrund von –  allgemein gesprochen – Vertragskomplikationen den Auftritt abgesagt hat, hat sich jetzt die Organisation des Festivals zu dem Vorkommnis geäußert. Die Stellungnahme liest sich wie folgt:

Wie angekündigt, möchten wir heute endlich zur Manowar-Absage ausführlich Stellung nehmen. Wir sind unverändert schockiert ob dieses Schritts der Band und haben wirklich alles daran gesetzt, um Musiker und Management einvernehmlich zu einer Fortführung der Zusammenarbeit zu bewegen – immer vor dem Hintergrund, Euch ein herausragendes Festival zu präsentieren und vor allem unsere vollmundige Band-Ankündigung auch in die Realität umzusetzen. Diese Verhandlungen sind letzte Woche gescheitert.

Leider mussten wir erkennen, dass der gute Wille allein nicht ausreicht und der Begriff „Haifischbecken“ für Verhandlungen mit bestimmten Bands noch allzu verharmlosend gewählt ist. Es geht immer noch schlimmer…

Zu den grundsätzlich Missständen innerhalb der Metal-Szene gibt es übrigens einen sehr lesenswerten neuen Blog von Machine Head-Frontman Robb Flynn auf www.facebook.com/MachineHead.

Aber kommen wir zu den Fakten. Als Stein des Anstoßes wurde uns bei einem persönlichen Treffen am vergangenen Mittwoch seitens Band und Management die Pressearbeit des Legacy-Magazins benannt. Insbesondere die Berichterstattung im Rahmen unserer aktuellen Ausgabe hat offensichtlich nicht den Geschmack der Band getroffen. Dass man keine positiven Berichte im Legacy kaufen kann, dürfte jedem klar sein – wir geben unsere journalistische Freiheit ganz sicher niemals auf, um uns zu Hofberichterstattern bestimmter Bands degradieren zu lassen.

Stattdessen war angedacht, die Band in einer ausführlichen Titelstory zu Wort kommen zu lassen und auch die Kritikpunkte der vergangenen Jahre anzusprechen bzw. diese journalistisch fair zu durchleuchten. Ihr kennt selbst alle die Manowar-Schlagzeilen um geplatzte Konzerte bzw. Tourneen und den eigenwilligen Umgang der Band mit der Presse sowie den Konzert-/Festivalbookern. Wir hatten uns ursprünglich zur Aufgabe gemacht, die Negativmeldungen aufzuarbeiten und der Band eine Chance zu geben, diese Dinge endgültig hinter sich zu lassen. Leider wurden dem Legacy Magazin jedoch im Vorfeld alle kritischen Interview-Fragen untersagt und jedwede Äußerung zu Themen aus der Vergangenheit verwehrt. Das Management forderte ebenso eine Durchsicht des fertigen Artikels ein. Somit entstand ein oberflächliches Interview ohne Substanz, das keiner Titelstory würdig war und daher „nur“ als reguläres Interview den Weg ins Heft fand. Sogar dieser fertige Artikel – vom Manowar-Management zum Abdruck freigegeben – wurde nun als „zu kritisch“ eingestuft.

Ebenso musste sich das Manowar-Lager mit fortschreitender Dauer des Festival-Kartenvorverkaufes damit auseinandersetzen, dass die Band in den letzten Jahren offenbar – so jedenfalls unser Erkenntnisgewinn – Zugkraft eingebüßt hat und die Resonanz daher eher verhalten ausfiel. Dies zum Hintergrund der Konfliktanbahnung.

Die von Band und Management bzw. deren Rechtsvertretung erklärte Kündigung wird nun im Weiteren einer juristischen Klärung zugeführt. Aufgrund von Verschwiegenheitsklauseln sind wir aktuell nicht in der Lage, weitere Details zu den voranstehenden Ausführungen bekannt zu geben. Im Gespräch wurden uns des Weiteren Schadensersatzklagen angedroht.

Unabhängig davon haben wir versucht, mit Manowar und deren Management im Rahmen von Nachverhandlungen eine neue Vereinbarung abzuschließen, was aber an den nicht ansatzweise realisierbaren neuen Gagenvorstellungen der Band gescheitert ist.

Wir sind uns der Verantwortung gegenüber den Ticketkäufern bzw. auch gegenüber der Veranstaltung als solches bewusst und sehen uns daher nicht in der Lage, das gesamte Festival aufgrund einzelner Gagenforderungen in finanzielle Schräglage zu bringen. Daher haben wir die Verhandlungen erfolglos abgebrochen.

Wir sehen uns daher nun mit der Tatsache konfrontiert, dass Manowar nicht auf dem Legacy Open Air 2014 spielen werden, sind aber sehr dankbar für die unglaubliche Unterstützung, die wir in den vergangenen Stunden von Ticketkäufern, Fans, Künstleragenturen und Bands erhalten haben, welche uns ermutigen weiterzumachen.

Wir bauen auch weiterhin auf Eure treue Unterstützung und sichern Euch unverändert ein äußerst attraktives Legacy Open Air 2014 zu.

Euer LOA-Team

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