Rammstein-Keyboarder Flake: kritische Töne zur deutschen Einheit

RAMMSTEIN-Keyboarder Christian „Flake“ Loren hat in einem Interview mit der österreichischen Zeitung Der Standard kritische Töne für die Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland und seiner damaligen Heimat, der Deutschen Demokratischen Republik, gefunden.

Vor allem im Nachgang des politischen Coups sei vieles schiefgegangen: „Wir wurden als unnützes Land angegliedert, ganze Biografien für wertlos erklärt, Firmen geschlossen, damit sich die Westfirmen breitmachen konnten“, so der gebürtige Ost-Berliner. „Wir sind so sehr zurückgesetzt worden, dass sich ein Groll und eine Enttäuschung aufgebaut haben, die bis jetzt anhalten. Im Großen und Ganzen war die Wiedervereinigung in dieser Form eine Sauerei.“

Flake legt in dem Interview allerdings großen Wert auf eine differenzierende Betrachtung: Wende und Wiedervereinigung seien klar zu trennen, „das verknöcherte alte Betonkopfgerüst des DDR-Politbüros“ sei ja auch der Feind von Leuten wie ihm gewesen. Flake war damals in der Ost-Punk-Szene aktiv und Musiker bei Feeling B. Man habe damals dafür gekämpft, dass das System aufgelockert wird – aber mit der Wiedervereinigung „ging ganz viel schief“.

Auch den aufkeimenden Rechspopulismus erklärt sich der Musiker mit den Problemen, die aus der Wiedervereinigung erwachsen sind: Viele Menschen seien enttäuscht, weil sich bestimmte Versprechungen nicht erfüllt hätten. Dass rechte Parteien wie die AfD die Probleme der Leute lösen könnten, schließt Flake allerdings kategorisch aus: „Wenn die AfD regieren würde, würden viele Leute sehr schnell merken, dass es nicht besser, sondern schlimmer wird.“

Mit seinem Buch „Heute hat die Welt Geburtstag” ist Flake im März auf Lesetour durch Österreich – auf dem Programm stehen folgende Termine:

21.02.2020 – Posthof Linz

23.03.2020 – Orpheum Graz

26.03.2020 – Globe Wien – Marx Halle

28.03.2020 – Music Hall Innsbruck

 

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