Das WAR AGAINST WAR FESTIVAL, das traditionell im Berliner Orwo-Haus stattfindet, wird 2026 entfallen. Für 2027 ist die Rückkehr des Events geplant. Die Gründe für die Absage erklärt der Veranstalter in einem ausführlichen Statement. Als Teil des Problems wird dort dargestellt, dass MOONSORROW als Headliner des letztjährigen WAR AGAINST WAR FESTIVALS Augenzeugenberichten zufolge einen alkoholbedingt desaströsen Auftritt hingelegt haben sollen, der abgebrochen werden musste, nachdem Sänger Ville Seponpoika Sorvali von der Bühne gestürzt war und sich dabei schwer verletzt hatte. Dies hatte zu großem Unmut bei den Fans geführt – eine Entschuldigung der Band, auch dem Veranstalter gegenüber, gab es aber nie – stattdessen folgte ein Rechtsstreit um die Gage. Auch der Bankrott des Berliner Tickethändlers Konzertkasse36 und damit verbundene Einnahmenausfälle, sowie gestiegene Kosten aufgrund geänderter Konditionen werden als Grund genannt. Zu guter Letzt sollen auch politische Themen ein Faktor sein – hier werden jedoch keine Details genannt.
Das auf Facebook veröffentlichte Statement in voller Länge:
„Liebe Leute
Ich entschuldige mich für die lange Stille seit dem letzten Post. Seit unserer Ankündigung ist viel passiert, mehrere Nachbesprechungen mit dem ORWOhaus fanden statt um alle Angelegenheiten anzugehen.
Leider muss ich euch mitteilen, dass die diesjährige Festivalausgabe nicht stattfinden wird. Wir werden eine Pause machen und im Jahr 2027 zurück sein. Weitere Infos dazu, irgendwann später.
Bei der Entscheidungsfindung spielten viele Faktoren eine Rolle.
1. Seit 13 Jahren versuche ich, alle Asgaardian Events Konzerte für jeden zugänglich zu halten, der Ticketpreis soll so niedrig und fair wie möglich sein. Egal ob Student, Schüler oder Geringverdiener, jeder muss es sich leisten können ein Ticket zu kaufen, Ziel ist es den Szenennachwuchs zu fördern (wichtig für Punkt 4) . Jeder, der eine Eintrittskarte für unsere Konzerte erworben hat, hat das Recht, jeden Moment und jede Band, die er sehen möchte, in vollen Zügen zu genießen. Enttäuschenderweise konnten wir diesen wichtigen Punkt beim letzten WaW nicht wirklich garantieren, 3 Bands wurden krankheitsbedingt abgesagt, nur ein einzelner Ersatz wurde kurzfristig gefunden. Da sammelte sich bereits Frust, dann der Samstag Headliner der aufgrund selbstverschuldeter Leistungsunfähigkeit (Intoxikation) abgesagt werden musste da es auf der Bühne zu einem Unfall kam. Jeder unglückliche Gast der seine Frustration an das Festivalteam, die örtlichen Mitarbeiter und den Festivalveranstalter entludt (auch wenn zu Unrecht), erhielt eine Rückerstattung.
2. Bis heute weigerte sich diese Band, den Vorfall öffentlich anzusprechen. Um meinen Ruf und den des Festivals aufgrund der gehäuften Absagen zu wahren, habe ich jede einzelne eurer Anfragen und Anregungen bearbeiten. Bitte beachten, dass es sich hierbei um ein kleines Ein-Mann-Unternehmen handelt, das jedes Jahr an über 100 Shows beteiligt ist. Um das Ganze abzurunden, stellte uns das Bandmanagement die Kosten für das Trollkonzert in Rechnung und weigerte sich, das gesamte Honorar zurückzuerstatten. Geschuldet war ein vollständiger, ordnungsgemäßer 90mins Headliner-Auftritt. Diese Leistung wurde nicht einmal anteilig erbracht. Eine Menge Aufwand und hohe Anwaltskosten folgten den Rechtsstreit. Ein ganz klarer Fall eines größeren Managements der kleinere Veranstalter benachteiligt, was sehr oft passiert, in der Hoffnung, dass die kleinen nachgeben.
3. Aufgrund des Insolvenzverfahrens bei der Berliner Konzertkasse36 fehlen Asgaardian Events hohe Einnahmen.
4. Für das Festival müssen insgesamt 40+ Ehrenamtliche (ORWO+AE) organisiert und koordiniert werden. Diese Helfer arbeiten, ohne eine adäquate Vergütung zu erhalten und wünschen sich ein stressfreies Festival und eine gute Zeit. Viele dieser Helfer waren nach dem Samstag-Headliner Chaos mit unappetitlichen und komplizierten Situationen konfrontiert wofür sie nicht qualifiziert/bezahlt genug sind. Zudem ist das Orwohaus der Ansicht, dass das WaW mittlerweile eine Größenordnung erreicht hat, bei der das ursprüngliche Kooperationsmodell in personeller, finanzieller und logistischer Hinsicht nicht mehr tragbar ist. Eine faire Vergütung der Crew und die angesprochenen neuen Bedingungen, waren zwar noch nicht entschieden, würden die zusätzlichen Kosten das Festivalbudget aber sprengen und alle Kosten nur noch bei einer ausverkauften Halle decken. Den Ticketpreis noch weiter anzuheben wäre keine akzeptable Möglichkeit, das Festival anzupassen würden zu Künstlerabsagen führen für 2026, hier möchte ich keine Band benachteiligen. Eine andere verfügbare Halle konnte wir leider nicht mehr finden.
5. Weiterer sehr wichtiger Faktor ist von politischer natur. Da dieser äußerst unangenehm und überflüssig ist, und um Auseinandersetzungen zu meiden, möchte ich den nicht ansprechen.
Vielen Dank für euer Verständnis, hoffentlich sehen wir uns 2027 wieder!“
Zum Thema MOONSORROW postete das WAR AGAINST WAR FESTIVAL im ersten Post nach dem Festival 2025: „Da denkt man hat mit der spontanen Zusage von Schirenc plays Pungent Stench alles gerettet dann kommt der Headliner, auf dem viele gewartet haben, mit einem betrunkenen Frontman der die Texte verpeilt, auf der Bühne rumtorkelt bis er in den Graben fällt und sich schwer verletzt. Und das von einer Band mit 30 Jahren Bühnenerfahrung. Für solche Unfälle und Unannehmlichkeiten können Festivals nichts dagegen tun und bauen auf die gebuchten Bands. Es ist klar, dass sich der Frust aufbaut, aber es hilft nicht das an der Crew oder Veranstalter rauszulassen, ich hoffe, dass ihr dies versteht und dass wir uns nächstes Jahr wieder sehen, denn da fahren wir mit Gorgoroth die großen Geschütze auf!“
Angekündigt war das WAR AGAINST WAR FESTIVAL für den 6. und 7. November 2026, für das Billing bekanntgegeben waren bereits GORGOROTH, MORK, WOLVENNEST, SARKRISTA, DRUDENSANG, XONOR, SILHOUETTE, BLACK SPINES.

