Nervosa - Slave Machine Cover

Review Nervosa – Slave Machine

  • Label: Napalm
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Thrash Metal

Die brasilianische Thrash-Metal-Gewalt NERVOSA lässt nach drei Jahren ihr neues Album „Slave Machine“ auf die Welt los. Nach dem Vorgänger „Jailbreak“ ist es das inzwischen sechste Studioalbum der Band. Am Line-up hat sich seitdem kaum etwas getan, die einzige Veränderung gab es hinter den Drums: Michaela Naydenova hat ihren Platz an Gabriela Abud übergeben. Interessanterweise sind es jedoch noch Michaelas kraftvolle Beats, die auf „Slave Machine“ zu hören sind, da Gabriela während der Aufnahmen verhindert war. Musikalisch bleiben NERVOSA ihrer Linie treu: Klassischer Thrash Metal trifft auf gezielt eingestreute moderne Elemente.

Das Intro des Openers „Impending Doom“ hat einen spirituellen Charakter und der Song baut sich im Verlauf immer weiter auf. Aggressives Riffing und ein gewaltiges Drum-Gewitter setzen ein, bevor die wütenden Schreie von Prika Amaral einsetzen. Man erkennt direkt die modernen Einflüsse, die durchaus an melodischen Death Metal erinnern. Das liegt vor allem auch an der eher Death-Metal-lastigen Stimme von Prika, Assoziationen mit Alissa White-Gluz bleiben da nicht aus. Im Vordergrund stehen aber weiterhin singende Thrash-Gitarrenriffs der alten Schule.

Tief gestimmte Riffs und weiterhin dominantes Drumming kündigen den sich anschließenden Titelsong an. Im zum Mitschreien und Headbangen anregenden Refrain zeigen sich erneut deutliche Death-Metal-Einflüsse. Hochgestimmte Gitarrenriffs werden gekonnt eingestreut und verleihen dem Song eine zusätzliche Dynamik. Ähnliches bietet auch „Ghost Notes“, nur mit ruhigeren und melodischeren Einschlägen, die auch eine emotionale Seite von NERVOSA hervorholen. Der Grundcharakter des dreckigen und rauen Thrash Metal geht dabei aber nie verloren.

Klassischen Thrash Metal bekommt man mit Songs wie „You Are Not A Hero“, „Learn To Repeat“ oder „The New Empire“ natürlich reichlich geboten. Dabei stechen das super brutale „Beast Of Burden“ mit einem beeindruckenden Schrei von Prika oder „Hate“ äußerst positiv hervor. Das Intro von „Hate“ ist dabei eine Machtdemonstration, die NERVOSA von der Leine lässt. Die Atmosphäre des einsetzenden Gitarrenspiels wird durch das dazukommende Drumming immer weiter aufgebaut. Dabei schafft es der Song, ein starkes, euphorisches Gefühl in der Brust hervorzurufen. Eine Kampfansage gegen den Hass in den sozialen Medien, die bei aller Düsterheit doch ein wenig Hoffnung versprühen kann.

Mit lobenswerten Intros haben es NERVOSA auf „Slave Machine“ definitiv, auch „30 Seconds“ kann überzeugen. Der Song verfügt neben dem gelungenen Start auch über einen höchst interessant gestalteten Abschluss durch eingestreuten Klargesang und den Schreien von Prika. „Crawling For Your Pride“ ist ein schneller, nach vorn schiebender Song, der von Selbstbestimmung und Empowerment handelt. Die Botschaft: Am Ende des gegangenen Weges für sich aufrechtzustehen. Die schweren Riffs von „Speak In Fire“ leiten das Ende von „Slave Machine“ ein. Das Schlagzeug erinnert in seiner Härte an SLAYER und Prika geht mit ihrer Stimme noch mal ganz tief nach unten. Dabei entsteht noch mal ein neuer Charakter mit dem Song, der mit einem ausladenden Schrei von Prika ausklingt.

Mit „Slave Machine“ servieren NERVOSA ein modernes Thrash-Metal-Bollwerk, das durchweg gelungen ist. Die Produktion, die Martin Furia von DESTRUCTION übernommen hat, ist generell sehr druckvoll ausgelegt, ohne dabei an Dynamik zu verlieren. Die Abneigung gegen den Hass und die Ungerechtigkeiten in den modernen digitalen Medien ist mit jedem Schrei, jedem Riff und jeder Faser, die NERVOSA durchzieht, zu spüren. Prika und ihre vier Mitstreiterinnen haben es geschafft, ihre Gefühle in zwölf kraftvolle Songs zu gießen, die einen so schnell nicht mehr loslassen wollen.

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Wertung: 8.5 / 10

Michael Schurig

Publiziert am von

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