CD-Review: Adramelch - Lights From Oblivion

Besetzung

Vittorio Ballerio – Gesang
Gianluca A. Corona – Gitarre
Fabio Troiani – Gitarre
SarMax – Bass
Sigfrido Percich – Schlagzeug

Tracklist

01. Lights
02. Aelegia
03. Islands Of Madness
04. Truth Lies...
05. Wonderful Magician
06. Beyond A Lifetime
07. Chiarosuro
08. Tides Of My Soul
09. King (Of The Rain Of Tomorrow)
10. Pain After Pain
11. Oblivion
12. We March, We Fall


Schon 1986 gegründet, fanden ADRAMELCH nach ihrem Debüt erst 2005 mit dem Album „Broken History“ wieder zusammen. Nach nochmals sieben Jahren geht es nun mit „Lights From Oblivion“ weiter. Wer nun Dinosaurier-Metal erwartet, kann beruhigt werden: ADRAMELCH klingen 2012 klassisch, aber zeitgemäß.

Auf dem Programm steht ein netter Mix aus Power und Progressive Metal, der sich aber auf keiner Seite in die ganz großen Höhen aufschwingt. Positiv zu bewerten sind zweifellos die liebevoll ausgearbeiteten Bass- und Gitarrenlinien, auf denen selten stumpfes Geschrammel zu hören ist. Vittorio Ballerio singt typisch für das Genre fast ausschließlich in hoher Stimmlage und macht seine Sache dabei gut, ohne jedoch bemerkenswerten Ausdruck zu erreichen. Auch sonst kann man ADRAMELCH eigentlich nichts so recht negativ ankreiden, der große Wurf gelingt aber trotz der verheißungsvollen Rahmenbedingungen nicht: Kaum geht es mal genug zur Sache, als dass man der Power-Metal-Stoßrichtung gerecht werden würde, selten klingen die Songs verspielt genug, um wirklich proggy zu sein. Und, was das Hauptproblem sein dürfte, ADRAMELCH haben auch keine ganz großen Melodien am Start, keine wirklich erhebenden Momente, die beide Spielarten auszeichnen. Selten ist mal ein Song knackig auf den Punkt geschrieben, wirklich ausladend-episch wird es auf der anderen Seite aber auch nie.
Um „Lights From Oblivion“ vorzuwerfen, es dümple nur herum, ist es zu kreativ gestaltet, zu viele (durchaus auch gut vernetzte) Ideen werden eingebracht; aber es zündet eben auch nie so recht, vermutlich, weil die Melodien und Riffs für sich, so gut sie auch untermalt sein mögen, schlicht zu unspektakulär ausgefallen sind.

Wer ruhige Alben mag, auf welchen es dennoch Spaß macht, den Instrumenten zu lauschen, ist hier vermutlich richtig, man könnte das Gesamtprodukt aber eben auch als weichgespült und inkonsequent verstehen. Gerade angesichts des Fehlens effizient durchgestalteter Spannungsbögen wünscht man sich andauernd, dass ADRAMELCH mal zu Potte kämen. Das geschieht schlussendlich aber leider auf der ganzen Platte nicht. Keineswegs schlecht, aber ziellos.

Bewertung: 6.5 / 10

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