CD-Review: Æra - Of Forsworn Vows (EP)

Besetzung

Tzel Vae - Gesang
Ulf Kveldulfsson - Alle Instrumente

Tracklist

01. An Affirmation Of Forsworn Vows
02. Litany of Iron I: Ancient Graves of the Fallen - II: Rekindled Fires
03. Die Wulvsära (Am Ende der Zeit)


„True Norwegian Black Metal made in USA and Sweden“ – hiermit könnte „Of Forsworn Vows“, die Debüt-EP der US-Schweden-Black-Metaller ÆRA, durchaus beworben werden, ohne dass es aus der Luft gegriffen wirkte. Denn das Duo aus Vokalist Tzel Vae und dem in Chile geborenen schwedischen Multi-Instrumentalisten Ulf Kvedulfsson lässt kaum etwas unversucht, ihr Erstlingswerk wie einen klassischen schwarzmetallischen Output aus dem europäischen Norden klingen zu lassen.

Nun kann man den beiden Musikern ihre Verbundenheit zum traditionell-skandinavischen Black Metal kaum absprechen – doch nicht nur der Wille ist es, der bei solch einem Projekt entscheidend ist, sondern in erster Linie die Umsetzung und hier leisten ÆRA nicht die ganze Arbeit, die sie sich ursprünglich wohl vorgenommen hatten. Urtypisch schwarzmetallisch klingen die drei Songs wohl, nordisch durchaus, allerdings fehlt noch ein ganzes Stück, um mit qualitativ hochwertigem Schaffen diverser skandinavischer Vorbilder gleichziehen zu können. Bereits der Einstieg „An Affirmation Of Forsworn Vows“ präsentiert uns voller Selbstverständlichkeit größtenteils Riffs, die andere Bands vermutlich noch vor dem Aufnahmeprozess wieder aussortiert hätten. „Litany Of Iron I: Ancient Graves Of The Fallen – II: Rekindled Fires“ bietet geringfügig mehr Lichtblicke im Songwriting, langweilt im Gegenzug allerdings mit Passagen, in denen die Gitarre monoton vor sich hin gespielt wird. Da wird einem angesichts des Schlusstracks „Die Wulfsära (Am Ende der Zeit)“ mit seinen stattlichen achteinhalb Minuten angst und bang, jedoch ist es gerade diese Nummer, die, zumindest im Kontext von „Of Forsworn Vows“ betrachtet, noch am ehesten Hoffnung schürt, dass ÆRA zu mehr fähig sind, als sie uns hiermit glauben machen wollen – auch wenn der Sinn hinter dem deutschen Songtitel sich nur der Gruppe allein erschließen dürfte.

Zugestehen muss man ÆRA somit eine durchaus vorhandene Steigerungskurve in der Qualität ihrer drei ersten Songs. Dass diese jedoch auch an ihrem Höhepunkt das angepeilte Niveau nicht erreicht, ist schade, denn grundsätzlich bringt die Zwei-Mann-Armee ein versiertes Verständnis vom Black Metal skandinavischer Natur mit, angefangen vom unglaublich stimmigen und atmosphärischen Cover bis hin zur rauen, schmutzigen, jedoch nicht unerträglichen Produktion. Dafür hapert es noch am Songwriting an sich so wie an den stellenweise etwas kraftlosen Vocals. Hier muss das Duo in Zukunft mehr bieten.

Keine Wertung

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