CD-Review: Agathos - Nihil Est (EP)

Besetzung

Siles - Gesang
Bëor - Gitarre
Ed Hellsaw - Bass
Voor - Schlagzeug

Tracklist

01. Void
02. Nihil
03. Pale
04. Revelations
05. Thanatos


In stimmigem Schwarz-Weiß zeigen uns die spanischen Black-Metaller AGATHOS, wie sie sich eine gelungene Illustration ihrer Debüt-EP „Nihil Est“ vorstellen. Und tatsächlich schürt das Cover bei demjenigen Hörer, der düsteren Klängen zugeneigt ist, augenblicklich Lust, in die fünf Lieder umfassende Platte einzusteigen.

Leider gehört dieses Artwork aber auch schon zu den Höhepunkten auf „Nihil Est“, denn was AGATHOS musikalisch bieten, ist leider recht beliebig und von unterdurchschnittlicher Qualität. Im Grunde wirkt jeder der fünf Songs wie ein zerfahrener Flickenteppich aus konzeptlos aneinandergereihten Riffs und Melodien – und dass gerade Letztere meistens eher nach uninspiriertem, einfältigen Geschrammel denn nach wirklicher Komposition klingen, ist dem musikalischen Erleben selbstverständlich ebenfalls abträglich. Auch die Vocals können hier nicht mehr viel rausreißen, welche keinerlei Anflug von Eigenständigkeit aufweisen und sehr monoton ausgefallen sind. All das führt rasch zu dem sich bestätigenden Eindruck, dass die Nummern weder auf den Punkt kommen, noch besonders durchdacht sind. Trotz der überschaubaren Spieldauer ziehen sich die Songs in die Länge und fühlen sich ab einem gewissen Punkt so an, als würden sie gar nicht mehr zu einem Ende kommen. Anstatt den Zuhörer durch stimmige Zusammensetzungen der Nummern bei Laune zu halten, wirkt „Nihil Est“ fast durchgehend so, als wollten AGATHOS auf Biegen und Brechen noch einen Part und noch einen in die Songs hineinzwängen – egal, ob es stimmig ist, oder nicht. Leider ist Letzteres der häufigere Fall.

Wenn es einen Titel auf „Nihil Est“ gibt, der sich zumindest partiell aus dem trägen Einheitsbrei herausheben kann, dann ist an dieser Stelle „Pale“ zu nennen, dessen Hauptmelodie es doch vermag, hängen zu bleiben (dafür wird sie dem Hörer aber auch unnötig aufdringlich in die Gehörgänge gepresst). Auch „Revelations“ vermag es, zumindest durch einen gelungenen, melancholisch anmutenden Refrain positiv aufzufallen.  Doch reichen diese Nummern weder aus, den uninsipirierten und konzeptlosen Charakter der EP ins Gegenteil zu verkehren, noch bieten sie genug Anhaltspunkte, um sie den Songs anderer Bands vorzuziehen. Damit ist der Titel des Machwerks (wörtlich: „Nichts ist“) ironischerweise passend, denn hier gibt es viele genreverwandte Vertreter, die im Grunde das Gleiche wie AGATHOS machen, allerdings musikalisch ungleich mehr zu bieten haben.

Keine Wertung

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