CD-Review: Ainsoph - Ω - V

Besetzung

I.V. – Gesang
T.D. – Gitarre, Bass, Keyboard
M.T. – Schlagzeug

Tracklist

01. Home
02. Malkuth
03. Spiral
04. Back To Purgatory
05. The Long And Selfdestructive Road
06. Less Than A Beast
07. Maggot Brain


(Black Metal / Post-Punk) Während Black Metal und Post-Rock bereits derart oft miteinander verknüpft wurden, dass sich mit dem ursprünglich weiter ausgelegten Terminus „Post-Black-Metal“ eine eigene Genrebezeichnung dafür etabliert hat, gab es zwischen Black Metal und Post-Punk bislang nur wenige Berührungspunkte. Das wohl bekannteste Beispiel einer solchen seltenen Schnittstelle lieferten die leider allzu bald aufgelösten Amesoeurs mit ihrem selbstbetitelten und bis heute einzigen, wie auch einzigartigen Album. Elf Jahre nach dessen Veröffentlichung machen sich die niederländischen Newcomer AINSOPH nunmehr daran, der lange weitgehend brach gelegenen Stilmischung mit ihrem Debüt „Ω – V“ neues Leben einzuhauchen. Sogar leicht avantgardistische und jazzige Tendenzen soll die Platte aufweisen – an hohen Ambitionen mangelt es dem Trio jedenfalls schon mal nicht.

Zumindest bezüglich ihrer stilistischen Ausrichtung versprechen AINSOPH im Großen und Ganzen nicht zu viel. Schon im Opener „Home“ positionieren sich die Niederländer mit dem rauen, verwaschenen Ton ihrer Gitarrenriffs und ihren schwungvollen Drums gekonnt zwischen unterkühltem Post-Punk und tobendem Black Metal. In weiterer Folge bewegen sich AINSOPH weder mehr in die eine noch in die andere Richtung, sondern verharren im Wesentlichen am Mittelpunkt zwischen den beiden Musikstilen. Die Jazz-Einflüsse beschränken sich hingegen auf das Zwischenspiel „Back To Purgatory“, das mit seinen lässigen Gitarren und gedämpften Keyboards an Lantlôs‘ „You Feel Like Memories“ denken lässt – eine durchaus nicht unwillkommene Assoziation.

Einzig den vermeintlichen Avantgardismus sucht man auf „Ω – V“ vergebens. Vielmehr arbeiten AINSOPH trotz ihrer nicht jeden Tag anzutreffenden Genre-Mischung durchwegs mit konventionellen Methoden, sodass die gerade mal eine halbe Stunde lang laufende Platte eigentlich nur selten aufhorchen lässt – mag das Songwriting zum Teil auch etwas konfus erscheinen. Im Gegensatz zu den solide eingespielten, wenn auch nicht gerade beeindruckend in Szene gesetzten Instrumenten funktioniert auf dem Debüt der Truppe in gesanglicher Hinsicht leider rein gar nichts.

I.V.‘s schmächtige Vocals gehen zwischen den Gitarrenwällen und Schlagzeugsalven nahezu komplett unter und mit ihren gelegentlichen Versuchen, den Druck in ihrem Gesang zu erhöhen („Less Than A Beast“), wirft die Frontfrau nur noch mehr Licht auf ihr eingeschränktes Stimmvolumen. Diesbezüglich können AINSOPH das Ruder auch mit der pseudointellektuellen Spoken-Word-Predigt im abschließenden Ambient-Part des ansonsten von zurückgelehnten Gitarren getragenen Outros „Maggot Brain“ nicht mehr herumreißen.

Ausgehend von der stilistischen Grundidee hinter „Ω – V“ und den spieltechnischen Fähigkeiten der Band hätten AINSOPH hiermit gewiss ein fantastisches Erstlingswerk auf die Beine stellen können. Trotz des an sich hörenswerten Gitarren- und Schlagzeugspiels kommt das Album wegen seines etwas zu sprunghaften Aufbaus und I.V.‘s kläglicher Gesangsperformance jedoch leider nicht über das Prädikat „solide“ hinaus. Musikhörer, die Darkthrone ebenso zu ihren Lieblingsbands zählen wie The Cure, werden für ein beide Geschmäcker vollkommen abdeckendes Hörerlebnis somit wohl weiterhin zu Amesoeurs greifen müssen, die Ähnliches auf ihrem Meisterwerk deutlich kontrastreicher und zugleich eleganter hingekriegt haben.

Bewertung: 6 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: