CD-Review: All Are To Return - AATR II

Besetzung

Unbekannt - Gesang, alle Instrumente
Unbekannt - Gesang, alle Instrumente

Tracklist

1. Carceri
2. Surveiller Et Punir
3. Classified
4. Postscript On The Societies Of Control
5. De Profundis
6. Desiring Machines


all are to return

Wer ein Faible für Musik hat, die erdrückenden Industrial mit herausfordernden Noise-Elementen mischt und vieles, nur nicht leicht zugänglich ist, dürfte mit den Veröffentlichungen von Author & Punisher, Bliss Signal oder The Body in der Vergangenheit stets gut unterhalten worden sein. Die Zwei-Mann-Formation ALL ARE TO RETURN strebt nun an, in die Nähe dieser aufgezählten Band zu kommen und legt mit „AATR II“ ihr zweites Album vor – nur ein Jahr nach ihrem Debüt.

Der Opener „Carceri“ dient vorrangig dazu, die Noise-Enthusiasten in seinen Bann zu ziehen, was ihm besonders in der letzten Hälfte gut gelingt. ALL ARE TO RETURN legen einen guten Opener vor. Der zweite Track „Surveiller Et Punir“ hingegen ist nur schwer als Musik greifbar, vielmehr stellt er eine verzerrte Klangwelt dar, die leider erst im letzten Drittel dank des Zutuns von Beats hörbar wird. Schade, dass die malträtierte Gitarre nicht schon eher die Unterstützung aus der taktgebenden Fraktion erhalten hat, denn der Song hätte dadurch wesentlich mehr Potenzial bekommen. Apropos Potenzial: Mit dem knapp siebenminütigen Track „Postscript On The Societies Of Control“ präsentiert das Duo den Song, dank dem die Industrial- und Noise-Liebhaber ALL ARE TO RETURN im Hinterkopf behalten werden: Krächzende Gitarren treffen auf dumpfe, pulsierende Synth-Drums, während im Hintergrund eine Stimme wie im Horrofilm kreischt – eine starke Atmosphäre, die mit in den folgenden Song „De Profundis“ übertragen wird. Die rhythmischen Drum-Pattern sind ein klarer Zugewinn für den Track, die wenig melodisch eingebrachte Gitarre eher weniger.

ALL ARE TO RETURN schließen ihre zweite Platte mit „Desiring Machines“ ab; einer guten Industrial-Klangcollage, die vom Unterhaltungsgrad her an Shones vergleichsweise leicht zugängliches Album „Beastland“ erinnert, aber auch zeigt, an welchen Stellschrauben ALL ARE TO RETURN noch arbeiten können. Beispielsweise ist es völlig legitim, eine verzerrte Gitarre als Motiv zu nutzen, anstrengend ist es allerdings, wenn sich dieses Motiv minutenlang nahezu unverändert in die Länge zieht. Außerdem sollte sich die Zwei-Mann-Formation mehr wagen als im Opener oder dem letzten Song, die beide unterhaltend, aber auch highlightarm sind – ganz im Gegensatz zum Hit dieses Albums, „Postscript On The Societies Of Control“. ALL ARE TO RETURN sind musikalisch zwar noch ein Stück weit von ihrem Peak entfernt, allerdings dürfte es Szenekennern eine Freude werden, das Duo auf den Weg dorthin weiter zu begleiten.

Bewertung: 6.5 / 10

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