Am Puls der Szene – Vol. II


Es gibt Labels wie Nuclear Blast oder Century Media, die mit ihren Veröffentlichungen die Szene dominieren können, da sie die größten Bands beheimaten. Es gibt kleinere Labels wie Van oder Relapse bei denen der Name als Gütesiegel gilt.
Doch gerade abseits der vielen großen, kleinen und Kleinstlabels brodelt es gewaltig. Denn eines der herausragendsten Merkmale der Metalszene ist der unheimlich aktive und produktive Underground. Hier veröffentlichen (relativ) unbekannte Truppen gute und mittelmäßige Scheiben, Rohkrepierer aber immer wieder auch grandiose Platten, die gehört werden müssen.
Wir von Metal1.info wollen diesem genialen Untergund Rechnung tragen und bringen euch in unserer Kategorie „Am Puls der Szene“ Veröffentlichungen abseits der Labels näher – gute wie schlechte.


Morass Skoffin - Morass Skoffin

Genre: Death Metal

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2016 benannten sich We Shall Arise in MORASS SKOFFIN um, um dem dem alten Bandnamen anhänglichen Metalcore-Etikett zu entkommen. Noch im selben Jahr erschien ihr Debüt, welches den Titel „Blindfold“ trägt. Geboten wird hier Death Metal, bei dem satte Grooves und flotte Riffs mit Melodien und starken Soli gemischt werden. Gesanglich findet sich eine Mischung aus Growls und Screams, sodass dem Hörer letztlich die ganze Bandbreite des Genres geboten wird. Das Ergebnis ist eine solide Scheibe, mit der der geneigte Death-Metal-Fan nichts falsch macht, ohne jedoch wirklich begeistert zu werden. Potential hat die Truppe jedoch auf jeden Fall.

[Christoph Emmrich]


Koile - Koile

Genre: Death Metal

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KOILE bieten auf ihrem 2016er-Album unheimlich starken Progressive Death Metal, bei dem der Titel der Scheibe letztlich in die Irre führt. Denn dieser lautet „For A Broken Soul“ – jedoch sind es nur Menschen mit kaputten Seelen, die an dieser Platte keinen Gefallen finden werden. Denn was die Band hier abliefert ist allerfeinster Death Metal progressiver Natur, bei dem nicht nur das Cover an die Götter dieses Stils – Opeth – erinnert. Sanfte Melodien und harte Riffs fließen organisch ineinander und meditative Parts gehen nahtlos in knallhartes Geballer über – großartig. Wer auf (alte) Opeth steht und seinen Death Metal nicht immer nur geradlinig haben möchte, ist bei KOILE genau richtig.

[Christoph Emmrich]


Church Of Necrolust - Church Of Necrolust (EP)

Genre: Black Metal

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Schwarz-weißes Cover, inklusive verschlachtelter Ornament und nur schwer lesbarem Bandnamen – klar, hier kommt eine Black-Metal-Platte auf den Hörer zu. Allerdings bieten CHURCH OF NECROLUST auf ihrer selbstbetitelten EP keineswegs nur Standardware. Denn der Sound der Band hat eine starke Punk- und Crust-Schlagseite, was der Musik unheimlich viel Energie einhaucht. Fünf Songs plus Intro beherbergt diese Debüt-EP und schafft es problemlos, beim Hörer Interesse an der Band zu wecken. Sicher ist „Church Of Necrolust“ noch kein Meisterwerk, aber dafür eine absolut unterhaltsame EP, die Lust auf mehr Musik von CHURCH OF NECROLUST macht.

[Christoph Emmrich]


Incremate - Prospect Of Death

Genre: Death Metal

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„Slay Your Woman, Stab Your Child” – wie sonst sollte man den ersten Track seines Debütalbum nennen? So liegen die Karten von Anfang an auf dem Tisch – INCREMATE spielen Death Metal und liefern diesen auf ihrer ersten Platte „Prospect Of Death“ in wirklich guter Qualität ab. Dabei ziehen die Dresdner ihre Inspiration primär aus den 90er Jahren, als Truppen wie Death dem Genre zu Größe verhalfen. Dementsprechend finden sich auch auf „Prospect Of Death“ knallhartes Riffing, gegrowlte Vocals und treibendes Drumming wieder, allerdings allesamt in starke Songstrukturen eingebunden, sodass Fans des Genres bei INCREMATE definitiv reinhören sollten.

[Christoph Emmrich]


The Void Below - The Void Below

Genre: Doom Metal

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Wenn eine Band als Einflüsse „Ahab, Tool und Katatonia“ angibt, wird man als Hörer direkt hellhörig. Denn das Ergebnis müsste dann ja irgendwo zwischen abgrundtiefem Doom, vertracktem Progressive Metal und melodischem Death-Doom liegen. Kann das klappen? THE VOID BELOW treten den Beweis an, dass es geht und es gelingt ihnen auch teilweise. Denn auf „The Void Below“ bietet die Band in der Tat Doom mit progressiven Elementen und deathigen Growls, die sich mit klarem und kraftvollem Frauengesang paaren. Auch progressivere Songstukturen finden auf der Scheibe ihren Platz, allerdings bleiben diese stets nachvollziehbar und werden von den satten Riffs immer wieder geerdet. THE VOID BELOW sind definitiv eine spannende Band, der aufgeschlossene Doom-Fans ein wenig Zeit widmen sollten.

[Christoph Emmrich]


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