CD-Review: Anger Machine - Trail Of The Perished

Besetzung

Remus Stingaciu - Gesang
Thijmen den Hartigh - Gitarre
Martijn de Jong - Gitarre
Merijn Kloosterman - Bass
Corné Bos - Schlagzeug

Tracklist

01. Disconnected
02. Conquer All
03. Trail Of The Perished
04. Created To Corrupt
05. Loss Of Solace
06. Down
07. Vanquishers
08. Red
09. The Abominable
10. Bittersweet


Ein Debütalbum ist sicher für jede Band ein Meilenstein, auch wenn es komplett in Eigenregie entsteht. So nun auch bei den Niederländern von ANGER MACHINE, deren größter Einfluss zweifelsohne die US-Amerikaner von Lamb of God sind. Erst 2015 gegründet, warfen ANGER MACHINE die EP „Unbreakable“ auf den Markt. Klang diese damals noch etwas dünn produziert, besticht das gerade erschienene Album mit einem amtlichen Sound.

Auf „Trail Of The Perished“ machen die Jungs keinen Hehl daraus, dass sie den modernen Metal-Giganten bezüglich des Sounds ziemlich nacheifern. Die altehrwürdigen Helden von Pantera, zählen aber genauso dazu – gerade was die Gitarrenarbeit und den Groove angeht. Ein Punkt fällt direkt auf: Die rotzigen und keifenden Vocals von Sänger Remus passen jederzeit zu den groovigen Rhythmus-Parts. Thrash-Traditionalisten dürften anfangs eventuell abgeschreckt sein, da die Shouts eher an etliche Metalcore-Vokalisten erinnern. Gleiches gilt für die Riffs, bei denen kein übermäßiger Gebrauch von Powerchords gemacht wird, sondern diese sich eher am Neo-Thrash-Metal orientieren. Die Band streut viele Taktwechsel und kürzere Soli ein – die Niederländer trauen sich auf ihrem Debüt einiges zu. Der Titeltrack offenbart dann die gesamte Bandbreite und Spielfreude der jungen Musiker: Hier vermischen sich moderne Breakdowns mit einer ganzen Reihe von Single-Note-Riffs.

Bei „Loss Of Solace“ beispielsweise, schreit der Break förmlich wieder nach den amerikanischen Vorbildern. Trotzdem kann man sich nicht über fehlende Abwechslung beschweren, da es die Band schafft, die Songs vielfältig genug zu gestalten und auch den Gitarrensoli ausreichend Platz zur Verfügung stellt. Zugegeben, im Laufe der Spielzeit wünscht man sich doch etwas mehr Variabilität in Sachen Gesang. Trotzdem kommen ANGER MACHINE in den zehn Tracks immer auf den Punkt und überreizen die Spielzeit somit überhaupt nicht. Machine Head könnten sich diesen Ratschlag zukünftig gerne zu Herzen nehmen.

Bekommen es ANGER MACHINE also hin, die Fans moderner Stilrichtungen und die traditionellen Thrash-Metal-Anhänger gleichermaßen abzuholen? Die Antwort fällt schlussendlich positiv aus. Die fünf Mannen legen eine äußerst kurzweilige Platte vor, die natürlich noch hier und da etwas mehr Feinschliff vertragen hätte. Wenn sie allerdings die spielerische Leidenschaft wahren und ihren Stil weiter verfeinern, könnte uns mit dem nächsten Album ein Kracher erwarten. Man darf gespannt sein!

 

 

Bewertung: 7 / 10

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