CD-Review: Aphyxion - Void

Besetzung

Michael Vahl - Gesang
Jonas Haagensen - Gitarre
Jesper Haas - Gitarre
Jais Jessen - Bass, Gesang
Jakob Jensen - Schlagzeug

Tracklist

01. Fork Tongued
02. Sleepwalkers
03. Restless Nights
04. Crown Of Thorns
05. Happily Apathetic
06. A Gap Of Sky
07. Sedate Myself
08. Pain
09. No Man Is An Island
10. Stronger In The End
11. Void


Dass Melodic Death Metal eine skandinavische Angelegenheit ist, dürfte kein Metal-Fan der Welt bestreiten. So wundert es auch nicht, dass mit APHYXION eine weitere vielversprechende junge Band aus dem Norden Europas sich in der Metallandschaft anmeldet. Die Dänen veröffentlichen mit „Void“ bereits ihr drittes Album und spielen darauf eine moderne Interpretation der Göteborger Schule. Nachdem die zwei vorab veröffentlichten Songs eine gute Resonanz mit sich brachten, dürften Fans und Band gespannt sein, ob es auch endlich zum Durchbruch reichen kann.

Mit diesen besagten Songs startet „Void“ auch gleich. Dabei zeigen sich gleich die zwei großen Charakteristika des Albums auf: Mit „Forked Tongue“ liefern APHYXION einen schnellen und verhältnismäßig harten Song, auf „Sleepwalkers“ wird das Tempo etwas zurückgeschraubt und die melodischen Parts dürfen sich mehr entfalten. Auf zweiterem zeigen sich auch erstmals dezent eingesetzte Synths, die im Laufe der Platte immer wieder auftauchen werden. Zwischen diesen beiden Komponenten fühlen sich die jungen Dänen sichtlich wohl, weshalb man auf den folgenden neun Songs auch keine großen Überraschungen erwarten darf. Zu ihrem Glück überzeugen diese jedoch meist mit der nötigen Qualität, dass man ihnen dies verzeihen mag.

Besonders hervorzuheben sind dabei „Sedate Myself“ und „No Man Is An Island“. Beide überzeugen sowohl mit ihrer Balance aus schnellem und melodischem Gitarrenspiel sowie dem nötigen Fingerspitzengefühl für einen eingängigen Refrain – ganz ohne Clean-Vocals. Dass APHYXION ihren schwedisch angehauchten Melo-Death dabei gezielt mit djentigen Elementen anreichern, sorgt für eine gewisse Abwechslung und verleiht ihnen einen modernen Touch. Der stellenweise auftauchende Klargesang von Bassist Jais Jessen („Sleepwalkers“, „Happily Apathetic“, „Pain“) fügt sich ebenso passend in das Soundgewand ein.

Obwohl alles handwerklich sehr gut gemacht ist und kein Song als Totalausfall gewertet werden darf, muss man jedoch ein paar Kritikpunkte anmerken: Leider wirken manche Riffs auf „Void“ austauschbar und es gelingt APHYXION auch nicht, Ohrwurmmelodien a la Soilwork oder In Flames zu schreiben. So gut die Songs insgesamt auch gemacht sein wollen, nur wenige bleiben leider wirklich im Gedächtnis hängen. Ebenso wünscht man sich von der Band, in Zukunft mehr aus ihrer Komfortzone herauszutreten. Probieren die fünf Dänen das, wie mit den behemothschen Kinderchören in „Crown Of Thorns“, ist dies durchaus mit Erfolg gekrönt. So bleibt dem Hörer letztlich zwar ein kurzweiliges und homogenes Album, das die ganz großen Highlights aber vermissen lässt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass APHYXIONs drittes Album ein sehr solides modernes Melodic-Death-Metal-Werk geworden ist, das vor allem Fans von The Unguided oder Cypecore gefallen dürfte. Mit ihrer Mischung aus traditionellen Elementen und modernem Metalcore treffen sie mit „Void“ durchaus den Nerv der Zeit und dürften ihre Anhängerschaft ohne Probleme erweitern können. Auch wenn ihnen der ganz große Wurf (noch) nicht gelungen ist, die 43 Minuten Spielzeit machen trotz aller Kritik wirklich Spaß und lassen zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen. APHYXION sind somit auf dem richtigen Weg, müssen auf ihrem nächsten Release jedoch den nächsten Schritt gehen.

Bewertung: 7 / 10

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