CD-Review: Arallu - Six

  • Veröffentlichung: 2017
  • Label: Transcending Obscurity
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

Butchered – Gesang, Bass
Pixel – Gitarre, Gesang
Omri Yagen – Gitarre, Gesang
Butchered – Bass
Assaf Kassimov – Schlagzeug
Eylon Bart – Darbuka, Saz, Gesang

Tracklist

01. Desert Moonlight Spells
02. Only One Truth
03. Adonay
04. Possessed By The Sleep
05. Subordinate Of The Devil
06. The Universe Secrets (Six)
07. Victims Of Despair
08. Oiled Machine Of Hate
09. Philosophers
10. Soulless Soldier


Während Bands aus unseren Breitengraden im Bereich des klassischen Black Metals oft stur an der skandinavischen Vorlage aus den 90er-Jahren hängen, findet andernorts derzeit eine echte Revolution des Genres statt: Unzählige Bands aus dem mittleren Osten, der arabischen und asiatischen Welt entwickeln – oftmals von der westlichen Szene gänzlich unbemerkt – (Black) Metal durch eine spannende Verschmelzung von genre- und landestypischen Elementen in gänzlich neue Richtungen.

Neben bekannten und bekannter werdenden Bands wie Orphaned Land, Melechesh, Al-Namrood oder Nine Treasures gibt es in diesem Teil der Welt unzählige Bands, die trotz langjähriger Bandgeschichte hierzulande bestenfalls als Geheimtipp rangieren. ARALLU aus dem israelischen Ma’ale Adummim fallen in diese Kategorie: Die Band ist bereits seit 1997 aktiv und damit beispielsweise nur vier Jahre „jünger“ als Dark Funeral. Wie die Schweden haben auch die Israelis (ihr neuestes Werk eingerechnet) sechs Studioalben auf der Haben-Seite. Nur anders als die Schweden sind ARALLU hierzulande nahezu gänzlich unbekannt.

Das könnte – ja, sollte! – besagtes sechstes Album ändern: Schlicht „Six“ betitelt, ist es das erste Werk, das über ein namhaftes Label erscheint: Transcending Obscurity Records aus Indien, die sich passenderweise auf Metal aus der östlichen Welt spezialisiert haben. Warum es ARALLU mit „Six“ auf diese nächste Stufe geschafft haben, wird gleich beim ersten Song klar: Nach orientalischen Klängen im Intro bricht rabiater Black Metal in der Tradition von Marduk durch, die man gerade am Gesang geradezu wiederzuerkennen meint. Traditionell im Black-Metal-Sinne bleiben ARALLU jedoch nur kurz: Bereits beim folgenden „Adonay“ weichen die Gitarren wieder zurück und machen Platz für Saz und Darkuka, was der Musik jenen von Melechesh bekannten morgenländischen Flair verleiht.

Das Besondere an ARALLU ist, dass sie nicht durchgehend alles in einen Topf werfen. Vielmehr verweben die Israelis ihre Einflüsse geschickt und ganz nach Bedarf. Passagenweise gibt es auf „Six“ deswegen reinrassigen, rabiaten Schweden-Black-Metal zu hören, während an anderer Stelle die orientalischen Klänge den Ton angeben. Zwar lassen sich deren Einflüsse auch im Riffing hie und da wiederfinden – jedoch so subtil, dass ARALLU jedweder Vorhersehbarkeit entgehen. Das Resultat sind extrem lebendige, vielseitige Songs, die die 37:47 Minuten Spielzeit mit Leichtigkeit unterhaltsam füllen, ohne dass man sich daran all zu schnell satthört.

Abgerundet durch einen deutlich professionelleren Sound als noch beim Vorgänger Geniewar“ ist „Six“ nicht nur ARALLUS bislang bestes Werk. Es ist auch im Bereich orientalischen Black Metals ein absolutes Highlight, das zeigt, was mit etwas kompositorischem Geschick und dem Mut zur Weiterentwicklung alles möglich ist. Vielleicht ist der Weg des truen Black Metal in Europa tatsächlich langsam zu Ende gegangen. Bands wie ARALLU beweisen, dass das aber – global gesehen – noch lange nicht das Ende der Erfolgsgeschichte dieses Genres bedeutet.


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Bewertung: 9 / 10

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