CD-Review: Arch Enemy - War Eternal (-)

Besetzung

Alissa White-Gluz – Gesang
Michael Amott – Gitarre
Nick Cordle – Gitarre
Sharlee D’Angelo – Bass
Daniel Erlandsson – Schlagzeug

Tracklist

01. Tempore Nihil Sanat (Prelude In F Minor)
02. Never Forgive, Never Forget
03. War Eternal
04. As The Pages Burn
05. No More Regrets
06. You Will Know My Name
07. Graveyard Of Dreams
08. Stolen Life
09. Time Is Black


Melodic Death Metal – die Einstiegsdroge in die harten Gefilde. Wer hat nicht irgendwann mal mit Bands wie In Flames oder Dark Tranquillity angefangen, ehe man Dismember und Suffocation für sich entdeckte? Und doch blieb da immer diese gewisse Sentimentalität, selbst für Bands wie Children Of Bodom, die man irgendwie schon mal cool fand, ehe man feststelle, dass sie sich eigentlich nur selbst zitieren.
Doch in letzter Zeit kommen die Granden nicht mehr vom Fleck. Die letzten Alben von In Flames waren allesamt Unfug, Children Of Bodom nimmt schon lange niemand mehr ernst und selbst Dark Tranquillity konnten mit ihrem letzten Album nur mäßig begeistern. Wenn dann auch noch Insomnium eine wenig inspirierte Platte veröffentlichen, hofft man bei einer neuen ARCH-ENEMY-Scheibe dann doch schon auf was richtig Gutes – nur leider ist „War Eternal“ das auch nicht wirklich.

First things first: So überraschend der Wechsel am Mikrophon kam, so wenig hat er der Band geschadet. Eher im Gegenteil: Alissa bringt ein wenig frischen Wind in die Bude, liefert eine sehr ordentliche Leistung ab und besitzt insgesamt eine mehr als ordentliche Reichweite in ihrer Stimme. Aber allein kann sie den Karren halt auch nicht aus dem Dreck ziehen.
„Tempore Nihil Sanat (Prelude in Fminor)“ eröffnet den Reigen – ein normales Intro mit melodischen Gitarren, das aber mehr Selbstzweck als zielorientiert ist, da auch der erste richtige Song „Never Forgive, Never Forget“ mit einem Intro beginnt, eher in bekannter Manier erst mal ordentlich losgeballert wird – es gibt Blasts, die fast an Black Metal erinnern, eine nette Idee, die man so wohl nicht erwartet hätte.

Und ab diesem Moment nimmt das Unheil seinen Lauf. Weitere überraschende Momente? Fehlanzeige. Innovative Kompositionen? Pustekuchen. Fetteste Riffs? Nichts dergleichen. ARCH ENEMY schaffen es auf „War Eternal“ jeden Song gleich aufzubauen. Das ist natürlich durchaus eine Leistung, aber eben keine überzeugende.
Klar, da ist mal ein Intro, mal ein paar gesampelte Streicher. Aber es ist immer das gleiche Schema: Beginn (entweder Geknüppel oder groß melodisch) – Solo – Refrain mit Melodie in verschiedenen Schattierungen der Kitschigkeit (gerade in Verbindung mit dem Ansatz des Klargesangs – nichts gegen Klargesang, aber dann sollen sie sich doch einfach mal trauen!!!) – langesamer Grooveteil (fast schon breakdownhaft z.B. in „No More Regrets“ – wieder n flotter Part und von vorn…

Der Anteil des Death Metals besteht fast nur noch aus Alissas Gesang und ein paar wenigen Riffs, verbunden mit zwei, drei drückenden Drumparts, was insgesamt einfach arg wenig Death ist. Gerade wenn man sich das Stadium-Rock-Lead in „You Will Know My Name“ (mit herzlichem Gruß von den Scorpions) anschaut, wird der neue Fokus von ARCH ENEMY überdeutlich. Mal ganz zu schweigen von den Keyboards, die nicht nur übermäßig präsent, sondern auch unendlich cheesy sind, oder dem de facto Power Metal, der „As The Pages Burn“ ist (besonders in der Bridge – selbiges gilt auch für den Refrain von „No More Regrets“), wäre da nicht erwähnter Gesang, der wenigstens ein Mindestmaß an Aggressivität wahrt. Aber wenn der Gesang mal schweigt, landet man sofort bei Melodien im Stile von unsäglichen Disney-Filmen, am deutlichsten zu hören während „Time Is Black“ oder „On And On“, welches auch im lyrischen Bereich locker mit Sabaton mithalten kann („On and on, the battle knows no victory. On and on, as history repeats“).
Spielerisch ist das alles natürlich perfekt umgesetzt und selbstverständlich ist die Platte so totproduziert, dass man jede Note hören kann. Was man nicht hören kann, ist das Feuer, der Hunger und die wilde Lust, die den (Melodic Death) Metal ausmachen.

Das ist auch der Vorwurf an Band und Album – es ist nicht schlecht, aber einfach vollkommen bedeutungslos. Hier spielen ARCH ENEMY genau das, was sich gut verkauft und durch den enorm zurückgefahrenen Aggressionsfaktor und Death-Metal-Anteil wird sich das Ganze wohl noch an einen Haufen neuer Leute verkaufen lassen. Aus geschäftlicher Perspektive sicher clever, aus musikalischer eigentlich eine Kapitulationserklärung.

Plus Minus Review

Bewertung: 5 / 10

Geschrieben am

3 Kommentare zu “Arch Enemy – War Eternal (-)”

  1. Ing0r

    Also ich bin zwar auch ziemlich enttäuscht von der Platte aber dieses Review ist ja mal totaler Mist…
    Sorry Leute, geht gar nicht!

    1. Christoph Emmrich Post Author

      Dann sei doch so gut und erzähl, was dich an der Rezension stört und warum die Scheibe dich enttäuscht hat.

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