CD-Review: Astray - Infierno

Besetzung

Nilz – Gesang, Gitarre
Matze – Gitarre
Harder – Bass
Nino – Schlagzeug

Tracklist

01. Le Presentamos – Infierno
02. Captured In Life
03. Hope And Pain
04. Delorian
05. Da Vinci's Secret
06. Full Throttle
07. The Crown
08. Fill My Mind
09. Leaving Was My Cure
10. Dialogue In Minor
11. Deception


Metalcore ist für die derzeitigen Alternative-Diskotheken dasselbe, was Emo vor knapp zehn Jahren war: eine Garantie für eine volle Tanzfläche, fliegende Fäuste, wehende Mähnen und einen anständigen Getränkeumsatz – und das alles ohne Tränen! Der Siegeszug dieses Genres lässt sich besonders gut am Aufstieg von Bullet For My Valentine festmachen, welche damals mit ihrer um Core-Elemente angereicherte Version von Heavy Metal auffielen und das ganze mit emotionalen Texten anreicherten. Dass diese in der Zwischenzeit auf den ganz großen Bühnen spielen und allmählich auch eine Überdrüssigkeit gegenüber der schier unersättlichen Flut an neuen, häufig nur mittelmäßigen Releases aus dem Bereich des Metalcore einzusetzen scheint, tut der Popularität des Genres bisher noch keinen Abbruch. Die Norddeutschen von ASTRAY haben sich ungefähr zeitgleich mit dem Beginn des Siegeszugs dieses Genres zusammengefunden und liefern mit „Infierno“ nach zwei EPs bereits ihr zweites Full-Length-Album ab.

Nach einem Intro, welches in seiner Aufmachung stark an das erste Bullet-For-My-Valentine-Album erinnert, donnert kompromissloser Metalcore aus den Boxen, wie man es eben erwartet. Leider ist die Stimme von Sänger Nilz etwas drucklos und man hört sehr oft seinen deutschen Akzent aus den englischsprachigen Texten heraus. Musikalisch wird hier die klassische Mischung aus Heavy Metal und Metalcore durchexerziert, Breakdowns, wilde Gitarrensoli und Hintergrundgeschrei inklusive. Doch auch wenn sich ASTRAY nicht wirklich durch Innovation auszeichnen, muss man ihnen zugutehalten, dass sie sowohl hinsichtlich der Produktion als auch des Songwritings keinen Qualitätsunterschied zu ihren offensichtlichen Vorbildern erkennen lassen. Zusätzlich verzichten sie darauf, ihre Musik durch poppige Einschläge oder klischeebeladene ruhige Nummern massenkompatibler zu machen. Das, was die Jungs machen wollen, ziehen sie konsequent durch.

Immer wieder lassen ASTRAY in ihren geradlinigen Metalcore-Brettern auch tatsächlich, pardon, schweinegeile Melodien und Riffs vom Stapel. Das ändert allerdings leider nichts an der Tatsache, dass der Gesang häufig an den richtigen Tönen vorbeischrammt und insgesamt etwas zu wehleidig klingt – die aggressiven Shoutings funktionieren wesentlich besser, sind allerdings etwas dünn produziert. Auf die gesamte Spielzeit wirkt die Wiederholung immer wieder gleich aufgebauter Songstrukturen durch den Mangel an Emotion etwas ermüdend. ASTRAY machen ihre Sache prinzipiell nicht schlecht, hinterlassen dabei aber leider keinen nachhaltigen Eindruck.

Bewertung: 5 / 10

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