CD-Review: Auberon - The Tale of Black

Besetzung

Fredrik Degerström – Gesang
Johan Asplund – Gitarre
Johan Westerlund – Gitarre
Pekka Power - Bass
Morgan Lie – Schlagzeug

Tracklist

01.Intro
02.Infinite Beauty
03.Secrets
04.A whispering Wind
05.The End of all
06.The Dance
07.A Farewell of Creation
08.The white Ship
09.Tearless
10.For all Time


Ich weiche einmal von meiner üblichen Marschrichtung ab, und beschäftige mich nicht mit einem weiteren Schwarzheim-Album, sondern taste mich vorsichtig an ein anderes Gefilde heran. Obwohl der Name AUBERON eher auf eine Black Metal-Formation schließen lässt, sind die Schweden weit von diesem Genre entfernt. Da heutzutage scheinbar alles, was früher einmal schlicht melodischer Death Metal genannt wurde, zu einem Genrezombie namens „Metalcore“ respektive gerne auch mal „Emocore“ mutiert, oder zumindest so geschimpft wird, möchte ich nun eine CD besprechen von einer Band, die noch länger als In Flames, At The Gates und sogar Gates Of Ishtar existiert, jedoch erst zehn Jahre später dieses Debütalbum herausbrachte.

Nicht nur der Name, auch das Logo und sogar das Titelbild geben eigentlich mehr als deutliche Hinweise auf eine Schwarzwurzeltruppe. Dieses ist im Fantasy-Stil gehalten und zeigt einen alten Magier mit Hut, Bart und Zauberstab, der unter schwärzlichen Wolken, vor einem Wasserfall auf einem Fels steht. Durchaus stimmungsvoll, aber eben sehr irreführend. Denn, wie bereits erwähnt, haben die Herren mit schwarzmetallischen Klängen so gar nichts am (Zauberer)Hut. Stattdessen spielen AUBERON feinsten „Schweden Death“, auch gerne „Elchtod“ oder, benannt nach dem Geburtsort der meisten Vertreter dieses Genres „Gothenburg Death“. Es ist schon eine ganze Weile her, dass diese Richtung ihren Aufstieg und irgendwann ihren Zenit erreicht hat, aber da AUBERON neben den größeren Bands eine der ersten dieser Gangart war, sollten sie nicht vergessen werden. In insgesamt zehn Stücken, inklusive Intro, wird in schönster Gothenburger Manier mal drauflos geprügelt, mal eher ruhig vor sich hingespielt. Wie üblich, wechselt der Gesang zwischen Gekrächze und eher klarem, sehr kraftvollen Gesang. Dabei driftet das Organ nie in „Metalcore“-typisches sogenanntes „Shouten“ ab, was sehr angenehm ist und diesem Album immer noch das Prädikat „Metal“ verleiht. Die Gitarren spielen oft Stakkato-artige zweistimmige Melodien und Rhythmen und das Schlagzeug versucht das ganze passend zu unterstützen. Das klingt wirklich sehr ansprechend und man merkt, dass die Jungs mit großer Spielfreude dabei sind. Auch genügend Rhythmuswechsel und Variationen sind vorhanden, so gibt es ab und an ein nettes kleines Solo, hier mal ein paar tiefere Growls und den ein oder andere Doublebass-Angriff. Die Musik klingt, verglichen mit neueren, größeren und vor allem bekannteren Bands manchmal etwas altbacken und nach „Nichts Neues“ aber das liegt nun einmal daran, dass es eines der ersten Alben in diese Richtung war, was dann jeder für sich entscheiden muss, ob er es als notwendig erachtet, oder nicht.

Summa Summarum ist „The Tale of Black“ ein klasse Album in bestem Elchtod-Stil, dem alle Anhänger und Freunde dieser Musikrichtung zumindest eine Chance geben sollten. Ein paar Durchläufe lang kann man mit dieser Scheibe nämlich wirklich eine Menge Freude haben, besonders der abwechselnde Gesang weiß sehr zu gefallen. Natürlich ist es kein absolutes Überwerk und irgendwann wird auch diese Cd langweilig, aber immerhin habe ich sie heute, nachdem ich sie mir vor gut fünf Jahren gekauft habe, noch einmal aus dem Regal gekramt. Anspieltipps meinerseits: „A whispering Wind“, „A Farewell of Creation“ und vor allem „Tearless“ was mit einem guten Chorus überzeugt.
(Hendrik Brinkmann)

Bewertung: 7.5 / 10

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