CD-Review: Aversions Crown - Xenocide

Besetzung

Mark Poida - Gesang
Chris Cougan - Gitarre
Mick Jeffery - Gitarre
Jayden Mason - Schlagzeug

Tracklist

01. Void
02. Prismatic Abyss
03. The Soulless Acolyte
04. Hybridization
05. Erebus
06. Ophiophagy
07. The Oracles Of Existence
08. Cynical Entity
09. Stillborn Existence
10. Cycles Of Haruspex
11. Misery
12. Odium


Wer an Metal mit Alien-Thematik denkt, dem wird wahrscheinlich schnell die schwedische Death-Metal-Legende Hypocrisy einfallen. Doch auch Australien beherbergt mit AVERSIONS CROWN eine solche Band, die diese Vorliebe für dystopische Alieninvasionen teilt. Mit „Xenocide“ hat die Deathcore-Formation Anfang 2017 ihr drittes Album veröffentlicht.

Dass man es hier nicht mit gewöhnlichem Genre-Brei zu tun hat, wird bereits beim ersten Song „Prismatic Abyss“ deutlich. Mit dem Black Metal entlehnten Akkordkompositionen prügelt sich die Truppe meist auf sehr hohen Geschwindigkeiten durch elf Stücke, die mit etwas im Deathcore eher weniger üblichem arbeiten: Melodien! Zwischen typischem Core-Riffing und stampfenden Breakdowns nutzen die Musiker nämlich genau dieses Stilmittel, um eine fast schon betörende, bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen. Das funktioniert auch überwiegend problemlos, auch wenn diese Melodien weniger eine Ohrwurm- als eine stimmungsformende Funktion erfüllen, weshalb sie teilweise auch schwer auseinanderzuhalten sind. Das verhilft der Scheibe einerseits ein konstant hohes Niveau zu halten, lässt andererseits dann aber stellenweise auch etwas Abwechslung vermissen, wenn man auch nach drei Durchläufen die Hälfte der Songs immer noch nicht auseinanderhalten kann.

Dennoch finden sich auf „Xenocide“ auch einige Songs mit starkem Hitpotential. Das eingängige „Erebus“ etwa feuert nach einem Noise-Intro das wohl beste und charakteristischste Riff des Albums auf den Hörer ab und punktet mit einem starken Refrain. Die fetzigen Salven in „Cynical Entity“ und dem Abschlusssong „Odium“ sind nicht minder beeindruckend in ihrer hochqualitativen Ausführung. Überhaupt ist die Musik immer dann am stärksten, wenn AVERSIONS CROWN markante, melodiöse Death-Metal-Riffs in Blastbeat-Gewittern auf den Hörer niederprasseln lassen und sie mit sphärischen, mystischen Melodien umspielen, die auch im Midtempo und ruhigeren Abschnitten ihre Wirkung entfalten.

Eher weniger gelungen sind dagegen die abgenutzten Klischeeelemente wie Breakdowns und monotone Riffs, bei denen sich seit Existenz des Deathcore-Genres der Irrtum fortpflanzt, das würde besonders hart und aggressiv klingen. Doch selbst die Breakdowns werden von den Australiern bisweilen mit geheimnisvollen Melodien und Riffs veredelt, sodass wirkliche Langeweile höchstens in übertrieben breitgetretenen Songs wie „Cycles Of Haruspex“ oder „Hybridization“ auftritt. Die für das Genre übliche, inzwischen für einen kommerziellen Erfolg fast schon essenzielle Überproduktion samt totgetriggerten Drums kann man dabei durchaus kritisieren, stört aber insgesamt gar nicht so sehr, wie man es erwarten würde.

Wer in der Wartezeit auf das nächste Born-Of-Osiris-Album endlich mal wieder einen richtig kreativen, eigenständigen Beitrag aus dem Deathcore-Sektor hören möchte, der nicht nur für eingefleischte Verehrer dieses Genres interessant ist, dem sei „Xenocide“ von AVERSIONS CROWN dringend ans Herz gelegt. Zwar schafft die Band es auch hier nicht, sämtliche Klischees zu umschiffen, die belanglosen Momente halten sich aber tatsächlich in Grenzen und lassen den gelungenen Ideen ausreichend Platz, damit diese die Platte letztlich überaus hörenswert machen können.

Bewertung: 7.5 / 10

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