CD-Review: Bait - Revelation Of The Pure

  • Veröffentlichung: 2020
  • Label: Les Acteurs De L'Ombre
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

David Schneiker - Gesang, Gitarre
Nicolas Ziska - Gesang, Bass
Alexander Welzel - Schlagzeug

Tracklist

01. Nothing Is Sacred
02. Leviathan III
03. Into Misery
04. Lightbringer
05. Ruin
06. Odium
07. Revelation Of The Pure
08. Forlorn Souls
09. Eternal Sleep
10. In Aversion


Im Jahr 2009 entschlossen sich zwei junge Kerle, die vorher überwiegend in Deathcore-Bands gespielt hatten, eine Black-Metal-Band zu gründen. Die schnell auf ein Vier-Mann-Projekt gewachsene Truppe tauften sie auf den Namen Der Weg einer Freiheit. Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl keiner der Beteiligten nur ansatzweise daran gedacht, dass sie mal zu der begehrtesten Black-Metal-Band Deutschlands heranwachsen würden. Selbstredend ist dabei, dass ihr musikalisches Material weitere junge Truppen inspiriert, die dem Beispiel ihrer Vorbilder folgen wollen. Gerade in ihrer Heimatstadt – dem idyllischen Würzburg – ist dieser Fußabdruck unübersehbar: So konnten die Post-Metaller A Secret Revealed im vergangenen Jahr mit ihrem zweiten Werk „Sacrifices“ auf sich aufmerksam machen, nun wollen auch BAIT – deren Bassist Nico Ziska selbst bei Der Weg einer Freiheit spielt – mit ihrem Debütalbum „Revelation Of The Pure“ ein Stück vom Kuchen abhaben.

Mit ihrem Mix aus traditionellem Black Metal, Post-Metal sowie Einflüssen aus dem Crust und Hardcore dürften sie dabei exakt den Nerv der jungen, sich für extremen Metal interessierenden Generation treffen. Viel wichtiger als das Zusammenwerfen erfolgreicher Elemente ist jedoch die Frage, ob es BAIT dabei gelingt, an die Qualität der bereits genannten Kollegen anzuknüpfen.

Um diese Frage konkret beantworten zu können, darf man sich allerdings erstmal intensiv mit der 45-minütigen Platte auseinandersetzen: Sofort fällt auf, dass BAIT im Gegensatz zu A Secret Revealed eher darauf aus sind, das Herz des Hörers mit der Brechstange aus dem Brustkorb herauszutrennen, als es mit Melodien zu erobern. So springt die Band einem mit dem Opener „Nothing Is Sacred“ wie eine Raubkatze ins Gesicht, ehe man überhaupt realisiert, bereits auf Play gedrückt zu haben. Ein besonderes Augenmerk haben BAIT dabei auf Schlagzeuger Alexander Welzel gelegt: Im Gegensatz zu banalen Blast-Beat-Attacken wird man allein innerhalb der ersten Minute mit einem abwechslungsreichen Spiel bestehend aus pfeilschnellen Passagen, treibenden Beats und drückenden Rhythmen begrüßt. Dabei wird der Saitenfront beinahe komplett die Show gestohlen, doch gelingt es auch dieser, während der zweiten Hälfte des Openers mit interessanten, crustigen Riffs zurückzuschlagen.

Die Weichen für den Rest der Platte sind somit gestellt: Abwechslungsreiches Drumming trifft auf rasende und drückende Gitarren, die dem Hörer nur selten die Möglichkeit geben, nach Luft zu schnappen. Immer wieder tauchen besonders einprägsame Momente wie das doomige Intro zu „Into Misery“, das an Amenra erinnernde Zwischenspiel in „Ruin“ oder die melancholische-bedrückende Melodie von „Forlorn Souls“ auf. Zudem gelingt der Drei-Mann-Kombo mit Leichtigkeit der Spagat zwischen Black Metal und Hardcore: So bieten BAIT während der zweiten Hälfte von „Eternal Sleep“ einen astreinen Breakdown mit anschließendem Hardcore-Riffing, wobei allein die Black-Metal-Screams und das geringere Tempo einen davon abhalten, den Two-Step zu starten.

Trotz allen Lobes gibt es auf „Revelation Of The Pure“ auch ein paar wenige Schattenseiten: So fehlen die großen Melodien, die dem geneigten Hörer die Armhärchen aufstellen. Nur selten gelingt es der Band, wie auf dem besagten „Forlorn Souls“, einen komplett in die Musik einzusaugen. Darüber hinaus kann auch die bedrückende Atmosphäre, die ein „Ruin“ umgibt, nur bedingt über Albumlänge aufrechterhalten werden. Wenn auch stets auf hohem musikalischem Niveau sind die tatsächlichen Highlights somit etwas zu rar gesät.

Zum Schluss lässt sich dennoch ein positives Fazit ziehen: BAIT bieten dem modernen Black-Metal-Fan ziemlich genau das, was er bei der musikalischen Beschreibung erwartet. Dabei wählen sie einen sicheren Mittelweg zwischen den brachialen Berlinern von Ancst und den hochmelodischen Münchnern von King Apathy. Hin und wieder wäre der eine oder andere Ausflug in beide Extreme sehr willkommen, Fans aller genannten Bands können hier dennoch blind zuschlagen.

Bewertung: 7 / 10

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