Review Bat – Under The Crooked Claw

Ob MIDNIGHT, HELLRIPPER oder die neu formierten HELLBUTCHER als NIFELHEIM-Nachfolger: Es ist kein Geheimnis, dass der Mix aus Rock, Heavy, Speed und Black Metal derzeit ein Revival erfährt. Auch BAT aus den USA reihen sich hier ein. Mit einem Vertrag bei Nuclear Blast Records für ihr zweites Album „Under The Crooked Claw“ hat die Band aus Richmond, Virginia den nächsten Schritt in Richtung internationale Bekanntheit getan. Die hat das Trio auch durchaus verdient, dennoch dürfte hier auch einiges „Vitamin B“ eine Rolle gespielt haben: So handelt es sich bei BAT um ein Nebenprojekt von Ryan Waste und Nick Poulos, die mit ihrer Thrash-Combo MUNICIPAL WASTE seit 2012 bei dem deutschen Label unter Vertrag stehen.

Das sollte aber niemanden abschrecken – ebenso wenig der Umstand, dass das Artwork mit seiner Bilderbuch-Optik an eine Mischung aus Tabaluga und „Wo die wilden Kerle wohnen“ denken lässt. Zum einen ist das immer noch cooler als das 666. klischeetriefende Cover (wie noch beim Debüt) oder das wenig überzeugende Artwork der letzten EP („Axestasy“) – vor allem aber fängt es die entspannte Lässigkeit, mit der BAT ihre Songs heraushauen, perfekt ein. „Raging hard rock and we’re banging our hair / Leather torn warriors and back alley crooks / United together by our ugly looks“ singen BAT etwa in „Streetbanger“ – und genau damit ist der Spirit, den „Under The Crooked Claw“ versprüht, dann auch schon eingefangen: Thrashig angehauchte Riffs in warmem Rock-Sound, schmissige Soli und der rausgerotzte Lemmy-Gedächtnis-Gesang haben durchaus mal MOTÖRHEAD-Vibes („Marauders Of Doom“). Aber natürlich schwingt – wie in diesem Genre eigentlich immer – auch ordentlich VENOM mit.

Doch BAT gelingt es trotzdem, vielseitig zu bleiben und damit auch ihre eigene Nische zu bedienen. Ein gutes Beispiel dafür ist „Revenge Of The Wolf“, das mit seinem Oldschool-Hardcore/Punk-Vibe rein instrumental auch von einem alten SICK-OF-IT-ALL-Album stammen könnte – zumindest animiert der Song direkt zum Two-Step-Tanzen. Dass BAT mit insgesamt zwölf Songs (plus Intro) auf gerade einmal 35 Minuten Spielzeit kommen, sorgt für Kurzweil: Lediglich drei der Songs kommen über die Drei-Minuten-Marke – alle anderen halten sich nicht lange mit unnötigen Wiederholungen oder Spielereien auf.

Mit „Under The Crooked Claw“ ist BAT kein bahnbrechendes, aber doch ein sehr unterhaltsames Rotz-Rock-Album gelungen: Das Trio um Ryan Waste klingt hier lässig und energiegeladen zugleich – dazu verbindet die Band coole Punk-Vibes mit etwas augenzwinkernder „Bösartigkeit“ und bleibt stilistisch (im Rahmen des Genres) abwechslungsreich. Mehr kann man von dieser Art Musik eigentlich nicht erwarten.

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Wertung: 7.5 / 10

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