CD-Review: Bilocate - Summoning The Bygones

Besetzung

Ramzi Essayed – Gesang
Baha Farah – Gitarre
Rami Haikal – Gitarre
Hani Al-Abadi – Bass
Ahmad Kloub - Schlagzeug
Waseem Essayed – Keyboards

Gastmusiker:
Dan Swano – Gesang (Track 06, 08)

Tracklist

01 - The Tragedy Within
02 - Beyond Inner Sleep
03 - A Deadly Path
04 – Passage
05 - Dead Emotion (Paradise Lost-Cover)
06 - Hypia
07 - 2nd War In Heaven
08 - A Desire To Leave
I. Obscurity
II. Surrounding Hell
III. …Of Leaving


Jordanien ist nicht eben eines jener Länder, die mich zwangsläufig an Metal denken lassen – dass die Encyclopeaedia Metallum immerhin 26 Bands aus diesem Land listet, überrascht mich sogar. Eine davon ist BLIOCATE, welche dieser Tage über Code666 ihr zweites Album, „Summoning The Bygones“ veröffentlichen.

Es mag zugegebenermaßen wenig zeitgemäß oder weltoffen sein, jedoch wohl irgendwie verzeihlich, dass man von einer Band aus Jordanien nicht eben eine High-End-Produktion erwartet… umso größer die Bauklötze, die ich beim ersten Durchlauf von „Summoning The Bygones“ staunte – könnte die Produktion des Albums wohl professioneller, transparenter und druckvoller zugleich kaum sein. Verantwortlich dafür war, wie sich schließlich herausstellt, niemand geringeres als Jens Bogren (Opeth, Katatonia, Amon Amarth). Doch dieser ist nicht als einzig „Prominenter“ an dem Album beteiligt gewesen, steuerte doch niemand geringeres als Dan Swano bei zwei Stücken wahrlich meisterhafte Gastbeiträge am Mikrophon bei.
Dass BILOCATE Namedropping nötig hätten, um sich ins Rampenlicht zu rücken, kann man dabei beim besten Willen nicht behaupten – ist das, was die Truppe auf ihrem zweiten Silberling abliefert, doch schlichtweg atemberaubend: In extrem individuellem Stil vermengen die Jordanier orientalische Tonleitern mit tonnenschweren Doom-Riffs, zwarte Clean-Passagen mit bösem Gitarren-Gesäge und Progressivität mit Tradition. Das Ergebnis ist ein extrem vielseitiger Sound, welcher in einzelnen Momenten an Orphaned Land oder auch Sepitcflesh erinnert, und deshalb allen Fans der genannten oder vergleichbarer Bands wärmstens empfohlen werden kann. Schön ist dabei, dass BILOCATE es nie übertreiben, ihre Songs nicht überladen und den Hörer so nicht mit verkopften Kompositionen erschlagen – statt dessen bleibt das Liedgut der Truppe stets luftig-leicht und entsprechend entspannt konsumierbar. Dass sich in die Setlist ein Cover, oder besser eine Interpretation eines Pradise Lost-Stückes eingeschlichen hat, wäre mir dabei (zugebenermaßen in Unkenntnis des Originals) auch nach fünf Hördurchgängen nicht aufgefallen – haben die Jordanier das Stück doch gänzlich in ihrem eigenen Stil neu vertont.

Das Debüt der Band ist mir bis Dato (aber auch nur bis Dato, soviel ist sicher) unbekannt – Fakt ist jedoch, dass BILOCATE auf ihrem zweiten Album wirklich alles richtig machen. Dass hier nicht der 10er unter dem Review steht, sondern „nur“ eine 9.5 soll mir lediglich Raum nach oben lassen, um einem potentiellen dritten Album mehr Punkte zu geben, sollten sich BILOCATE dann nochmals steigern können. Bis dahin jedoch sollte sich jedoch wirklich jeder, der auf anspruchsvolle Musik mit Charakter und Individualität im Doom-Bereich steht, „Summoning The Bygones“ zugelegt haben. Chapeau!

Bewertung: 9.5 / 10

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