CD-Review: Birth Of Joy - Hyper Focus

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: Glitterhouse
  • Spielart: Rock
Besetzung

Kevin Stunnenberg - Gesang, Gitarre
Bob Hogenelst - Schlagzeug, Gesang, Mundharmonika
Gertjan Gutman - Keyboard

Tracklist

01. Join The Game
02. Hyper Focus
03. You Are Many
04. I
05. Riff Raff
06. Forenoon
07. Witches Hammer
08. II
09. Let It Slide
10. Sypdorkat
11. Poor Duffy
12. III
13. Sell Out


Bereits seit 2005 besteht die Psychedelic-/Blues-Rock-Band BIRTH OF JOY, die an der Herman-Brood-Akademie in Utrecht gegründet wurde. Der Bandname ist eine Anspielung auf Nietzsches Werk „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“. Mit „Hyper Focus“ legt das Trio mittlerweile das fünfte Studioalbum vor und wird Freunden von Kadavar, Blues Pills, Motorpsycho oder All Them Witches ans Herz gelegt. Keine schlechten Referenzen also, an die die Niederländer mit den 13 neuen Songs anknüpfen wollen.

Langsam baut sich der Opener auf, der passenderweise „Join The Game“ getauft wurde. Nachdem das Schlagzeug einsetzt folgt kurz darauf das beeindruckende Keyboard, das hier eher an eine Hammond-Orgel erinnert. Der Gesang ist mit viel Hall versehen und reiht sich so in die Retro-Atmosphäre gekonnt ein. Die Erinnerungen an frühe Deep Purple werden hier nicht zum letzten Mal im Lauf der Platte ins Gedächtnis gerufen. Gesanglich ist Frontmann Kevin Stunnenberg sehr variabel und liefert zwischen hohen Tonlagen auch gesprochene Passagen und sehr rockige Vocals ab. Aber auch das Wechselspiel der Saitenfraktion zwischen wuchtigen Parts und den melodiösen Momenten ist sehr gelungen in Szene gesetzt.

Zu dem Old-School-Charme der Songs gesellt sich aber immer auch eine moderne Seite, die am ehesten im Punk oder Indie Rock fußt. So entsteht ein Drive, der altgedienten Bands zu ihrer Anfangszeit oft verwehrt blieb, da das Vermengen diverser Einflüsse noch nicht derartig praktiziert wurde. Im Großen und Ganzen ist die Atmosphäre auf „Hyper Focus“ eine sehr entspannte, die Titel sind eher im mittleren Tempo angesiedelt. Natürlich mit kleineren Ausreißern in flottere oder schleppendere Gangarten. Auch kleine Experimente binden die Niederländer ein, beispielsweise die fast meditative Percussion zu Beginn von „You Are Many“ oder das an Santanas Latin Rock erinnernde „Poor Duffy“. Die drei instrumentalen Intermezzi, simpel mit der jeweils treffenden Ziffer benannt, sind verzichtbares Stückwerk, dass dem Albumfluss wenig bis keinen Mehrwert verschafft.

BIRTH OF JOY sind entspannte Rocker, die zwar der so genannten Retrowelle durchaus angehören und auch größtenteils alten Helden ihren Tribut zollen, aber ebenfalls moderne Elemente in ihre Musik einbinden. Mit „Hyper Focus“ haben sie ein atmosphärisch dichtes, aber nicht überstrapazierendes Werk erschaffen. Vor allem das als Hammond-Orgel getarnte Keyboard sorgt wiederholt für große Momente in diesem Rahmen. Der Longplayer ist somit perfekt für einen entspannten Nachmittag geeignet, eventuell in Kombination mit einem guten Buch. Aber auch ansonsten bietet das organische und ehrliche Album einiges für den Entdecker in dir.

Bewertung: 7.5 / 10

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