Das Cover von "Engines Of Demolition" von Black Label Society

Review Black Label Society – Engines Of Demolition

  • Label: Spinefarm
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Kinder, wie die Zeit vergeht: Seit der Veröffentlichung des BLACK-LABEL-SOCIETY-Albums „Doom Crew Inc.“ sind schon wieder stolze fünf Jahre vergangen. Dass sich das nicht ganz so lang anfühlt, liegt daran, dass Bandleader Zakk Wylde nicht nur durch seine Anstellung bei PANTERA sehr präsent war, sondern auch, dass er zuletzt 2025 ein neues Album seiner Coverband ZAKK SABBATH herausgebracht hat. Dennoch hatte der als Axtmann von niemand geringerem als OZZY OSBOURNE persönlich zu Weltruhm gelangte Gitarrist offenbar auch Zeit für das Songwriting mit seiner Hauptband, denn mit „Engines Of Demolition“ haben BLACK LABEL SOCIETY kürzlich ein neues Studioalbum veröffentlicht, das übrigens auch eine Hommage an den „Price Of Darkness“ beinhaltet.

Es dürfte kaum jemanden überraschen, dass die Eckdaten des Sounds von BLACK LABEL SOCIETY auch auf „Engines Of Demolition“ die gleichen geblieben sind. Die Truppe spielt nach wie vor rifforientieren, groovenden Metal mit breitbeiniger Südstaaten-Attitüde, der in Nummern wie „Gatherer Of Souls“, „The Gallows“ und „Lord Humungus“ dezent an ähnliche Momente PANTERA erinnert. Somit hat sich an der generellen Ausrichtung der Band seit ihrem Durchbruchs-Album „The Blessed Hellride“ kaum etwas geändert, es ist aber auf „Engines Of Demolition“ auch noch genauso gut wie vor 23 Jahren. Als größter Einfluss tun sich noch immer BLACK SABBATH hervor, die unüberhörbar Vorbild für die Riffs von Songs wie „The Hand Of Tomorrow’s Grave“ waren.

Warum sollte man diese Platte trotzdem hören? Weil es BLACK LABEL SOCIETY auch auf ihrem zwölften Album wieder gelingt, ihrer Formel treu zu bleiben und sie doch soweit abzuändern, dass es nicht zur Selbstkopie kommt. Schon das eröffnende „Name In Blood“ findet nicht nur einen für diese Band ungewöhnlich filigranen Einstieg, sondern gipfelt auch in einem überraschend gefälligen Refrain, der ziemlich gut zum coolen Classic-Rock-Feeling der Nummer passt. Überhaupt flirten Mr. Wylde und seine Mitstreiter auf „Engines Of Demolition“ häufiger mit dem traditionellen Hard Rock, wie sich zusätzlich in gradlinigen Tracks wie „Pedal To The Floor“ und „The Stranger“ offenbart.

Wer das Schaffen von Zakk Wylde kennt, weiß, dass der Mann auch eine ausgeprägte Liebe zum gefühlvollen Southern Rock hat, die er auch bei BLACK LABEL SOCIETY auslebt. Entsprechend gibt es mit „Better Days & Wiser Times“, „Back To Me“ und dem abschließenden „Ozzy’s Song“ auch auf „Engines Of Demolition“ wieder drei großartige, teils vom Klavier getragene Southern-Rock-Balladen. Die stehen den Hits von Genre-Pionieren wie FLEETWOOD MAC in nichts nach und gehören zu den besten Songs des Albums, von denen kommerziell weitaus erfolgreichere Bands wie BLACK STONE CHERRY noch einiges lernen könnten. Und dass sie zart und hart auch nahtlos miteinander vereinen kann, beweist die Formation mit dem gelungenen „Above & Below“.

BLACK LABEL SOCIETY haben ihren Stil schon lange gefunden und fühlen sich damit nun so wohl, dass sie ihn mühelos weiterentwickeln können. Auf „Engines Of Demolition“ vereint die Truppe alles, was ihren charakteristischen Sound ausmacht und lässt doch genug Neues einfließen, um nicht langweilig zu werden. Wer Experimente sucht, ist bei Mr. Wylde und seiner Mannschaft nach wie vor an der falschen Adresse, aber Fans von fetten Riffs und ehrlichen Balladen kommen bei BLACK LABEL SOCIETY voll auf ihre Kosten. Am Ende ist „Engines Of Demolition“ ein Album wie der Bandleader selbst: Authentisch, breitbeinig und voller ehrlicher Liebe zum Gitarrenspiel.

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Wertung: 8 / 10

Thomas Meyns

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