Die US-amerikanische Psych-Rock-Band BLACK LUNG entstand 2014 in Baltimore, Maryland. Gegründet wurde sie von zwei ehemaligen Mitgliedern der Psychedelic-Rock-Formation THE FLYING EYES und bewegte sich stilistisch von Beginn an im Spannungsfeld zwischen Stoner Doom, psychedelischem Rock und bluesigem Heavy Rock. Sie setzt dabei auf fuzzlastige Gitarren, druckvolle Rhythmen und Dave Cavaliers markante, bluesige Stimme. Bereits mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum „Black Lung“ (2014) konnte sich die Band einen Namen in der internationalen Heavy-Psych-Szene machen und festigte diesen auch mit den nachfolgenden Veröffentlichungen und ausgedehnten Touren.
Mit „Forever Beyond“ legen BLACK LUNG ihr fünftes Studioalbum vor und führen die stilistische Entwicklung fort, die bereits 2022 auf „Dark Waves“ angestoßen wurde. Während die frühen Veröffentlichungen stark in klassischem Doom- und Blues-Rock verwurzelt waren, zeigte sich in den letzten Jahren eine Öffnung hin zu dynamischeren Arrangements und breiteren klanglichen Texturen. „Forever Beyond“ knüpft genau hier an und wirkt wie eine Konsolidierung dieser Entwicklung. Die Band behält ihre fuzzgetränkten Riffs und psychedelischen Klangräume bei, integriert sie aber stärker in strukturierte Songs mit klarer Dramaturgie.
Songs wie „Follow“ oder „Death & Co.“ zeigen die US-Amerikaner besonders rifforientiert und erinnern an klassische Stoner-Doom-Strukturen, während Stücke wie „Forever Beyond Me“ die psychedelische Seite der Amerikaner stärker betonen. Auffällig ist dabei, wie melodisch und zugänglich das Material trotz seiner Schwere bleibt. Gerade Cavaliers Gesang fungiert als verbindendes Element zwischen den massiven Gitarrenwänden und den oft überraschend eingängigen Refrains.
Mehrere Stücke greifen politische Spannungen und gesellschaftliche Entwicklungen in den USA auf, wie etwa den Aufstieg nationalistischer Strömungen oder autoritärer Tendenzen, wobei die Band diese Inhalte nicht in resignativer Schwere, sondern in einer Art kämpferischem Optimismus verarbeitet. Dieses inhaltliche Gewicht wird jedoch leider musikalisch nicht immer durch genügend Innovation getragen. Einzelne Songs folgen sehr ähnlichen Strukturen und orientieren sich stark aneinander. Dadurch entsteht der Eindruck eines soliden, handwerklich überzeugenden Albums, das seine Einflüsse gekonnt nutzt, aber selten über sie hinausgeht oder wirklich überraschende Akzente setzt.
Die Produktion fällt druckvoll und warm aus und unterstützt den organischen Bandsound, ohne die rauen Kanten zu glätten. Der Gesang lässt allerdings die Rauheit früherer Veröffentlichungen vermissen und trübt etwas den Gesamteindruck.
„Forever Beyond“ wirkt wie eine selbstbewusste Standortbestimmung einer Band, die nach über einem Jahrzehnt ihres Bestehens genau weiß, wie sie ihren Stil weiterentwickeln kann, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Für Fans von Stoner Rock und melodischem Doom ist das Album daher nicht nur eine logische Fortsetzung der bisherigen Diskographie, sondern möglicherweise auch das bislang stimmigste Werk der Band.
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Wertung: 7 / 10


