Das Cove von "Field Of Swords" von Bloodbound

Review Bloodbound – Field Of Swords

Die Schweden BLOODBOUND gehören zu den aktivsten europäischen Bands im Power Metal. Seit zwei Jahrzehnten veröffentlicht die Truppe mit unerschütterlicher Regelmäßigkeit – und in ziemlich kurzen Abständen – neue Alben und ist auch an der Live-Front überaus präsent. Zwischenzeitlich schlug die Truppe um die Gitarre spielenden Brüder Tomas und Henrik Olsson eine musikalische Richtung ein, die ihnen zwar neue Fans erschloss, aber auch einen Teil der alteingesessenen Anhängerschaft verprellte, doch diese Phase scheint seit dem 2023 veröffentlichten Album „Tales From The North“ überwunden. Entsprechend dürften sich auch Fans der ersten Stunde auf „Field Of Swords“ gefreut haben.

Ab dem ersten Ton wird deutlich, dass BLOODBOUND den auf dem Vorgänger eingeschlagenen Kurs fortsetzen: Im Titeltrack sind die Keyboards zwar noch immer sehr präsent, werden aber von dicken Gitarrenwänden flankiert, weshalb die Nummer angenehm an die Zeit vor „Stormborn“ erinnert. Dieser Eindruck wird von den nächsten Songs nur weiter verstärkt, denn vom schiebenden „As Empires Fall“ über das großartige „Teutonic Knights“ bis hin zu „Born To Be King“ lassen die eingängigen und druckvollen Songs auf „Field Of Swords“ vor allem an starke Platten wie „In The Name Of Metal“ denken.

BLOODBOUND liefern mit „Field Of Swords“ also ein energiegeladenes, aber sicherlich kein hartes Album ab. Große, eingängige Refrains gehören seit jeher genauso zum Sound der Schweden wie kernige Riffs und auch die Songs auf ihrem neuen Album drehen sich vornehmlich um pathoslastige Hymnenparts und in ihrer Einfachheit fast schon naive Melodiebögen. Das ist auch gar nicht verkehrt, denn Eingängigkeit ist nun mal eines der stilbildenden Merkmale des Power Metal und selbst Songs wie das erhabene „Pain And Glory“ sind weit vom Schlager-Geschunkel eines Albums wie „Creatures Of The Dark Realm“ entfernt. Einzig im abschließenden „The Nine Crusaders“ gehen der düstere Text und die seichte musikalische Untermalung derart drastisch auseinander, dass es unfreiwillig komisch wirkt.

Ungeachtet dessen, wo sie sich stilistisch hin entwickelt haben, bestanden BLOODBOUND aber schon immer aus hervorragenden Musikern und das ist auf ihrem neuen Album nicht anders – Sänger Patrik Selleby liefert auf „Field Of Swords“ möglicherweise gar seine bisher beste Leistung ab. Auch die Herren Olsson zupfen nach wie vor einen verflucht flotten Darm, wenngleich es auf dieser Platte eine Idee weniger technisch und dafür melodiebetonter zugeht – den Songs als Ganzes ist das wahrscheinlich sogar zuträglich. Einzig der Mix, der erstmals seit fast 15 Jahren nicht von Jonas Kjellgren kommt, könnte besser sein, denn „Field Of Swords“ ist in den Höhen etwas harsch und mitunter verdrängt die Leadstimme die Begleitung fast gänzlich, was einen Teil des Drucks nimmt.

Was für ein Glück, die Kurskorrektur von „Tales From The North“ war kein Versehen! BLOODBOUND setzen die auf dem Vorgänger begonnene Frischzellenkur mit „Field Of Swords“ nahtlos fort und kehren zum druckvollen, typisch schwedischen Power Metal ihrer besten Alben zurück. Wer mit den überschwänglichen Refrains der Truppe bisher nichts anfangen konnte, wird auch von dieser Platte nicht abgeholt werden, aber alle Fans des ursprünglichen Sounds der Schweden können sich freuen, dass die Band zu ihren Wurzeln zurückgefunden hat. Wenn die Formation diesen Kurs beibehält und Patrik Selleby beim nächsten Fotoshooting noch die albernen Hörnchen ablegt, sind BLOODBOUND wirklich wieder ganz die Alten.

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Wertung: 8.5 / 10

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