CD-Review: Blueneck - King Nine

Besetzung

Duncan Attwood
Ben Paget
Johnny Horswell
Ben Green
Rich Sadler
Oli Duerden

Tracklist

01. Coming Out
02. Sirens
03. King Nine
04. Man Of Lies
05. Broken Fingers
06. Father, Sister
07. Spiderlegs
08. Mutatis
09. Anything Other Than Breathing


(Ambient / Indie / Post Rock) Zwei Jahre ist es her, dass die Indie-Rocker von BLUENECK ihre Fans mit dem fast rein instrumentellen Album „Epilogue“ überraschten. Nun kommt der Nachfolger „King Nine“ in die Läden. Erneut überraschen BLUENECK – durch einen geschickten Move, der das Album zugleich als Schritt nach vorne wie zurück wirken lässt.

Bereits der Einstieg mit „Counting Out“ klingt kraftvoller als das gesamte Vorgängeralbum, „Epilogue“. Neben dem sehr dominanten Piano fällt hier sofort Duncan Attwoods warme und gedankenverloren klingende Stimme auf, die auf „King Nine“ wieder eine zentrale Rolle einnimmt: Mit ihr kommt die feinsinnige, zerbrechliche Atmosphäre zurück, die „Repetitions“ zu einem so herausragenden Stück Musik macht.
Doch zugleich beschränken sich BLUENECK nicht auf diesen Blick zurück: Neben düsteren, ergreifenden Stücken wie „Broken Fingers“, das ebensogut dem Meisterwerk „Repetitions“ entnommen sein könnte, finden sich auf „King Nine“ auch forsche Nummern wie „Father, Sister“ oder der bereits erwähnte Opener „Counting Out“. Auch musikalisch gesehen verknüpfen BLUENECK etablierte mit neuen Stilmitteln. Jedoch gehen die Briten auch hier so subtil vor, dass genaues Hinhören von Nöten ist, um beispielsweise den vermehrten Einsatz von Elektronica und Beats im Sound als neues Element zu identifizieren. Dennoch prägen gerade diese Stilmittel den Sound von „King Nine“ maßgeblich: Trotz des vor Einsamkeit und Tristesse berstenden Covers beschränken sich BLUENECK nämlich dieses Mal nicht allein auf dieses Stimmungsfeld – das Resultat ist ein etwas vielseitigeres Album, das dafür jedoch nicht ganz an die melancholische Tiefe von „Repetitions“ heranreicht.

Mit „King Nine“ beweisen BLUENECK ein weiteres Mal, dass sie zu Recht als die Meister der Melancholie im Post- beziehungsweise Indie-Rock-Sektor bezeichnet werden. Interessanterweise hat das Album jedoch gerade dann seine starken Momente, wenn BLUENECK nicht anstreben, diesen Ruf zu zementieren, sondern beschwingt neue Wege gehen. Dass sie es dabei jedoch nicht übertreiben oder sich zu einem radikalen Stilwechsel zwingen, ist erfreulich und macht „King Nine“ zu einem Album, das man Fans wie Quereinsteigern guten Gewissens empfehlen kann.

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=CjrN7AsZuA0

Bewertung: 8 / 10

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