CD-Review: Blut Aus Nord - MoRT

Besetzung

Vindsval - Gesang, Gitarre
GhÖst - Bass
W.D. Feld - Schlagzeug, Keyboard

Tracklist

01. Chapter I
02. Chapter II
03. Chapter II
04. Chapter IV
05. Chapter V
06. Chapter VI
07. Chapter VII
08. Chapter VIII


BLUT AUS NORD melden sich also im Jahre 2006 mit einem neuen Album zurück; abgekürzt heisst dieses „MoRT“. Drei Jahre vergingen seit dem letzten richtigen Album. „The Work Which Transforms God“, so lautet der Titel dieser Scheibe, welche zudem noch hochgelobt, ja, gepriesen wurde. Prinzipiell wird also von den Franzosen Großes erwartet.

So legt man also die CD ein und empfindet erstmal eines: Befremden. Die Lieder sehr schleppend, die Gitarren dominant disharmonisch und irgendwie verstörend. Dazu ein merkwürdig platzierter Gesang, ein paar Geräusche und doch weiss man, dass da mehr dahintersteckt. Man fühlt Klasse, doch kann sie noch nicht greifen. Dadurch bedingt hört man „MoRT“ wieder und wieder und was soll ich sagen? Es ist so wie bei jedem Album von BLUT AUS NORD; die Musik möchte erstmal erschlossen werden. Man muss in sie hineinsteigen und sie nachvollziehen können um sie letztlich zu fühlen und zu spüren. Aber seien wir ehrlich: ist es nicht viel schöner, wenn ein Album nicht direkt zündet, dafür aber später mit aller Macht auf den Hörer herniedergeht?

Ist man dann nun einmal in „MoRT“ drin, was durchaus dauern kann, erlebt man zweifellos noch immer Befremden, doch ist es anderer Art. Die Musik wirkt teils bizarr, sinister und unheimlich. BLUT AUS NORD haben ein außergewöhnliches Stück Black Metal erschaffen, darauf gehe ich nun ein wenig ein. Auf Gesang wird seltener zurückgegriffen und wenn dies doch geschieht, dann ist jener mehr eine Randerscheinung und dient eher der Untermalung der Szenerie. Man darf das neuste Erzeugnis der französischen Herren durchaus monoton und zugleich spektrumsumfassend nennen, beides trifft zu. Die Melodien ähneln sich, die implizierte Atmosphäre logischerweise auch und doch umfassen beide das komplette Gebiet an eher negativen Gefühlen. Eine Vertonung des Unheils, wenn man das mal vielleicht etwas oberflächlich aber durchaus treffend formulieren möchte. Ich nannte bereits den Begriff Geräusche, welche hier eine große Rolle spielen. Sie sind nicht nur nuancenähnlicher Natur, hier sind sie mehr. In die Musik wirklich verwoben wurden Geräusche zu einem festen Bestandteil der Musik, sie intensivieren „MoRT“, machen es ausdrucksstärker und authentischer, denn sie sind wie die berühmten Ecken und Kanten. Auch Gefühle und Stimmungen sind oftmals nicht reiner Natur sondern weisen vielmehr Verzweigungen auf, welche sie vielseitiger und unbeschreiblicher machen. Diesen Faktor geben die eingefügten Geräusche sehr gut wieder, sie symbolisieren quasi die verschiedenen Werdegänge, Auswirkungen und überhaupt Wirkungsgebiete.

Keine Frage, „MoRT“, ist ein Erlebnis und erfordert die vollste Aufmerksamkeit des Hörers. Wer das Album nur nebenbei zu hören gedenkt, der wird es nie erschliessen. Die Franzosen haben hier mal wieder bewiesen, wie man mit Minimalismus Sounds und Geräusche erweckt, welche den Titel Black Metal verdienen. Elegisch, Zugrundegehend und – richtend, Obskur; das ist „MoRT“. Vielmehr Worte sind gar nicht zu verlieren, man kann Musik solcher Machart nur schlecht durch Worte ausdrücken, dafür ist Sprache nicht gedacht und geeignet. Dennoch: BLUT AUS NORD waren schon besser, so bleibt ebenso die Gewissheit, dass die Franzosen hier zwar etwas Gutes aber keine Wundertat vollbracht haben.

Bewertung: 7 / 10

Geschrieben am

1 Kommentar zu “Blut Aus Nord – MoRT”

  1. Giacomo

    it is in this filthy town that this cacophonous and industrial black metal, avant-garde I would almost dare to say, that goes beyond and defies the rules of black metal.

    in a black and white, a grainy film, which corresponds to the name of reality, voices from the unknown are the soundtrack to what is a panorama of a dark and dead city, which lives and creeps just behind the walls of the houses, of lights that at the best of their brilliance are gray like the existential reflection of the human species gathered in an anthill.

    because if I had to think of a madness, it is the majesty of Eraserhead that would blazere to the headlines.

    in a distorted view of what is the musical structure of a song that was raped by the advent of the black metal genre itself, in Mort the non-imposed structure is further abyssed in a sonic extremism that is not given by force but by sonic madness developed by the French group.

    the sung itself is something that does not belong and does not want to belong to this world, the grunts could remember Attila Gábor Csihar, but all this is not at all comforting.

    is a hard-to-understand album that many will go to boil like a bad album, but going to remove the veil that can hide, we restructure a beauty embellished by the fact of not having a precise connection, and an experimentation that wants to bring the concept of black metal at high levels.

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