Review Carach Angren – The Cult Of Kariba (EP)

Es gibt Bands, die mag man ob ihres obskuren Framings – oder man hasst sie genau deswegen. Denn gerade das extravagante Genre des „Horror Metal“ kann entweder atmosphärisch wie musikalisch zünden oder in einer lieblosen Melange aus Plastikorchester und generischem Riffing verharren. CARACH ANGREN aus Holland bewegen sich seit jeher auf dem schmalen Grat zwischen beiden Seiten.

Die neue EP „The Cult Of Kariba“ beginnt mit dem Spoken-Word-Intro „A Malevolent Force Stirs“. Der Erzähler berichtet mit tiefer, bedächtiger Stimme vor sich aufbäumenden Orchester-Arrangements von einem Mann, der die Kultisten von Kariba zur Zusammenkunft ruft. Bei Kariba soll es sich um eine mächtige Zauberin handeln, die von ihren Anhängern verehrt und von der Öffentlichkeit geschmäht wurde.

Das nachfolgende „Draw Blood“ kann diese Geschichte jedoch nur bedingt schlüssig fortsetzen. Denkt man in den ersten Momenten des Titels noch, man befände sich in den düsteren Ecken des neuen „Dune“-Soundtracks, mischen sich bald Riffs der Marke DIMMU BORGIR darunter, während der weitere Verlauf deutliche Assoziationen zu neueren CRADLE OF FILTH zulässt. Doch schon hier bleibt unklar: Welche Stimmung wollen CARACH ANGREN 2025 erzeugen? Wohin steuert die Band kompositorisch? „Draw Blood“ bietet zwar einige gelungene Arrangements, doch es fehlt an Fluss und Kohärenz.

„The Resurrection Of Kariba“ zieht anschließend in Sachen Geschwindigkeit deutlich an und kann mit seinen epischen Gitarrenläufen und treibenden Drums die Laune beim Hören etwas heben. Zwar darf man beim dritten Song der EP durchaus von einem gelungenen Stück sprechen, das instrumentale Fähigkeiten mit Atmosphäre und Dynamik verbindet, doch auch hier fehlt der zündende Funke. Und wer nun denkt, es gehe in dieser Qualität weiter – CARACH ANGREN sehen das offenbar anders.

„Ik Kom Uit Het Graf“ könnte ebenso gut aus der Feder von SAMAEL stammen. Die fast industriell wirkende Atmosphäre bricht mit der zuvor etablierten, sanft-schaurigen Stimmung und kommt stampfend-kalt daher. Das mag für sich genommen funktionieren – allerdings eher, wenn man SAMAEL heißt. Für CARACH ANGREN bedeutet der Song vor allem Verwirrung: Riffs und Drums wirken austauschbar, und auch sonst erklärt sich der Titel in Sachen Kohärenz nur schwerlich.

Da kann auch das abschließende „Venomous 1666“ wenig retten. Das holländische Duo versucht hier noch einmal, all seinen Trademarks gerecht zu werden – von opulenter Orchestrierung über treibende Drums und rhythmusbetonte Gitarrenarbeit bis hin zu einem keifenden Seregor. Doch nichts davon bleibt wirklich hängen.

Bedauerlicherweise ist „The Cult Of Kariba“ als EP im schlechteren Sinne ein Sammelsurium aus weitgehend belanglosen Songs, die abseits mancher interessanter Orchesterpassagen weder große Spannung noch schlüssige Dynamik bieten. „The Cult Of Kariba“ wirkt wie eine kleine B-Seiten-Collection unter dem Deckmantel kreativer Prokrastination. Dass wir EPs hier nicht mit Punkten bewerten, muss für CARACH ANGREN aus dieser Besprechung als klarer Vorteil hervorgehoben werden.

Schade.

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