CD-Review: Casey - Love Is Not Enough

Besetzung

Tom Weaver - Gesang
Toby Evans - Gitarre
Liam Torrance - Gitarre
Scott Edwards - Bass
Max Nicolai - Schlagzeug

Gastmusiker:
Michael McGough - Gesang
Bean Blaise - Klavier

Tracklist

01. Bloom
02. Little Bird
03. Darling
04. Sleep
05. Happy
06. Haze
07. Passion Flowers
08. Ceremony
09. Cavities
10. Doubt
11. Mourning


Mit einem Fehlgriff in den Farbtopf und dem Titel „Love Is Not Enough“ haben sich CASEY aus dem Süden von Wales auf den Weg gemacht, ihr Debütalbum und den darin enthaltenen melodischen Hardcore den musikbegeisterten Massen näher zu bringen. Der Longplayer soll von Emotion angetrieben sein und eine reinigende Hörerfahrung darstellen. Dabei sind die elf enthaltenen Titel meistens weder Fisch noch Fleisch, sondern folgen eher den Idealen etablierter Vorbilder.

Dabei beginnen die knapp 32 Minuten mit einem sehr hoffnungsvollen Einstieg in Form von vertrackten Schlagzeug-Rhythmen und progressiven Strukturen, die zwischen kraftvoll-wuchtigen und ruhigen, von wabernden Gitarren untermalten Sequenzen wechseln. Leider wirken CASEY gerade in den punkigen Momenten oftmals hölzern und in Sachen Gesang ist Frontmann Tom Weaver scheinbar öfters gehemmt bzw. kann die vorliegende Produktion nur bedingt durchdringen. Doch auch mit positiven Momenten kann das Quintett punkten: Das post-rockige „Darling“ besticht mit einem federführenden Piano, gespielt von Beau Blaise, dezenter Instrumentierung und interessantem Klargesang. Wie die angepriesene Emotionalität klingen und funktionieren kann, beweist auch der Einstieg von „Haze“, das anschließend leider in einem weitgehend unausgegorgenen Soundbrei verschwimmt, aus dem sich nur melodiegebende Gitarre positiv hervorhebt. „Passion Flowers“ hingegen wartet mit einem experimentellen Charakter, starkem Schlagzeugspiel und ausschließlich gesprochenen Vocals auf. Das wirkt erst einmal verstörend, doch entwickelt Intensität und Charme, die den musikalischen Output der fünf Waliser auf ein anderes Level hebt. Hingegen zeigt Michael McGough (Being As An Ocean) eindrucksvoll, welch große Auswirkung ein sicherer und weitaus erfahrener Sänger auf einen Song haben kann. Zum Abschluss zeigt „Mourning“ überraschenderweise, dass die Waliser auch im Core-Bereich punkten können. Das hebt unter dem Strich die vorangegangenen Verfehlungen aber nicht auf.

Gerade die Post-Rock-Einschübe und Elemente, die an Stoner Rock erinnern, bereichern CASEYs Debütalbum „Love Is Not Enough“ auf eine interessante Weise. Leider kommen diese Merkmale nur punktuell zum Tragen, denn der gängige melodische Hardcore hat zweierlei Schwächen: Zum einen sind es die eingesetzten Screams, die wenig tragende Akzente setzen und der musikalischen Seite hapert es in diesen Momenten oftmals an der nötigen Leichtigkeit. Arbeiten CASEY diese Merkmale in Zukunft noch weiter aus, dann könnten sie zu einer Klasse finden, die sich hier schon mehrfach andeutet.

Bewertung: 6 / 10

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