Review Chaska – Rites Of June (EP)

CHASKA sind in ihrer Heimat Peru wahrlich keine Newcomer mehr: Gegründet 2002, hat die Band inzwischen mehrere EPs und Singles, aber nur ein Studioalbum („Pururauka“) veröffentlicht. Seit kurzem sind CHASKA nun beim finnischen Label Inverse unter Vertrag und wollen damit den Sprung nach Europa wagen. Als Vorbote eines noch unbetitelten neuen Langspielers erscheint mit der EP „Rites Of June“ eine kleine Werkschau, die wichtige Songs aus dem bisherigen Schaffen der Peruaner vereint. Musikalisch bewegen sich CHASKA in einer Schnittmenge aus düsterem (Death-)Metal und peruanischem Folk, allerdings ohne Fußgängerzonen-Klischees aus deutschen Großstädten.

Die musikalische Bandbreite von CHASKA verdeutlichen schon die ersten beiden Tracks „Winter Night Heights“ und „Sweet Lover“: Der Opener „Winter Night Heights“ wurde als Soundtrack für den Film „La Luz In El Cerro“ geschrieben und vereint düsteren Metal mit doomigen Passagen, tiefen Growls und immer wieder eingewebten Folk-Elementen. „Sweet Lover“ hingegen ist deutlich melodischer, mit einem catchy Refrain, aber dennoch energetischen Passagen. „Possession“ stammt im Original von Bad Englisch, doch CHASKA drücken dem Song ihren eigenen Stempel auf und machen aus der kitschigen Ballade eine dunkle Gothic-Rock-Nummer.

Abgeschlossen wird „Rites Of June“ mit zwei live im Studio aufgenommenen Tracks. Sowohl „Nymph Of The Lake“ als auch das thrashige „Bicolour Cannibalism“ machen in den Live-Versionen richtig Spaß, da das rohe, ungestüme Element der Songs gut eingefangen wurde. Besonders die treibenden Drums und wuchtigen Riffs von „Nymph Of The Lake“ reißen einen sofort mit und wenn sich dann auch noch Flöten-Melodien darüber legen, schlägt das Folk-Metal-Herz höher.

CHASKA geben mit „Rites Of June“ einen gelungenen Überblick über ihr bisheriges Schaffen und darüber, was ihren besonderen Sound ausmacht. Natürlich erfinden die Peruaner den Folk-Metal nicht neu, aber anders als bei so manch anderer Band aus dem Genre, sind die Folk-Elemente hier nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern elementarer Bestandteil der Musik bzw. des Songwritings. Wenn auch kulturell in einer anderen Ecke der Welt verhaftet, treffen es Vergleiche mit Eluveitie in ihren besten Jahren doch ganz gut, was die perfekte Verschmelzung von Metal und Folk angeht. Bleibt zu hoffen, dass auf die EP wirklich bald ein komplettes neues Album folgt, denn die Social-Media-Kanäle der Band sind seit Februar inaktiv.

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