CD-Review: Cirith Ungol - Forever Black

Besetzung

Tim Baker - Gesang
Greg Lindstrom - Gitarre
Jim Barraza - Gitarre
Jarvis Leatherby - Bass
Robert Garven - Schlagzeug

Tracklist

01. The Call
02. Legions Arise
03. The Frost Monstreme
04. The Fire Divine
05. Stormbringer
06. Fractus Promissum
07. Nightmare
08. Before Tomorrow
09. Forever Black


Reunions vermeintlich legendärer Bands gibt es viele, doch im Falle von CIRITH UNGOL kommt das einer Sensation gleich: Auf Betreiben von Night-Demon-Frontmann Jarvis Leatherby fanden sich tatsächlich alle noch lebenden Originalmitglieder der kalifornischen Ur-Metaller wieder zusammen und halten seit 2015 ein stabiles Lineup aufrecht. Nachdem die „Echtheit“ dieses Neustarts in den vergangenen fünf Jahren mittels diverser Festival-Auftritte bestätigt werden konnte, wurde es nun endlich Zeit fürs Studio. Und bei ihrem neuen Album „Forever Black“ stimmen auch äußerlich alle Grundvoraussetzungen, denn für ihr erstes Studiowerk in 29 Jahren verpflichteten CIRITH UNGOL einmal mehr ihren Haus- und Hof-Künstler Michael Whelan.

Alteingesessene Bands werden gern als „Dinosaurier“ bezeichnet und bei CIRITH UNGOL ist dieser Vergleich absolut zutreffend: Der schnörkellose Ur-Metal der Truppe kommt tatsächlich aus einem musikalischen Land vor unserer Zeit und schert sich nicht im Geringsten um irgendwelche Trends. Behäbig und doch unaufhaltsam wie ein Urzeit-Reptil stampfen Nummern wie „The Frost Monstreme“, „Before Tomorrow“ oder der Titeltrack dahin und verbinden mit tonnenschweren Riffs und eindringlicher Atmosphäre alle stilbildenden Elemente des Band-Sounds. Weil sich „Forever Black“ – und der Sound von CIRITH UNGOL im Allgemeinen – vornehmlich im mittleren Tempobereich bewegt, könnte man versucht sein, das Gebotene als Doom Metal einzustufen, allerdings haben die Amis ihr Handwerk gelernt, lange bevor derartige Schubladen überhaupt erfunden wurden.

Dabei macht „Forever Black“ zu keiner Zeit einen Hehl daraus, wer CIRITH UNGOL einst den Weg wies. Weil der Referenzrahmen in Sachen düsterer Härte zur Bandgründung 1977 arg begrenzt war, lernten die Kalifornier das Riff mit großer Wahrscheinlichkeit von Black Sabbath – das zumindest legen Melodien und Licks auf diesem Album nahe, denn das Spiel von Greg Lindstrom und Jim Barraza erinnert häufig an Riff-Meister Toni Iommi. Und genau das macht den Charme von „Forever Black“ aus: Auf ihrem neuen Album verbinden CIRITH UNGOL zeitgemäßen Druck mit den erdigen Fuzz-Gitarren sowie den einfachen und doch nie tumben Songstrukturen der späten 70er bzw. frühen 80er. Verpackt in organischen, warmen Sound irgendwo zwischen Multi-Platin-Studio und Probekeller klingt dieses Album somit derart authentisch und entkoppelt von den Erwartungen heutiger Hörgewohnheiten, dass die Band vom ersten Ton an gewonnen hat.

Ein Album wie „Forever Black“ ist ein einziger Anachronismus. Der urtypische Sound, wie ihn CIRITH UNGOL schon immer spielen, gilt bereits lange als überholt, und doch ist er heute so zwingend wie damals. „Forever Black“ ist die Summe der Grundbausteine des Metal, die hier von ihren Erfindern höchstselbst noch einmal aufbereitet wird und das alleine erhebt dieses Album schon über jeden Zweifel. Und weil CIRITH UNGOL wirklich gar nichts verlernt haben, verleihen sie ihrem Sound hier neue Relevanz, denn „Forever Black“ ist die durch entsprechende Produktion fürs 21. Jahrhundert aktualisierte Version der auf dem 1981er Debüt „Frost And Fire“ eingeführten Elemente. Dank der Kombination aus wie immer hochwertigem Songwriting, zeitgenössischer Wucht und arschcooler Retro-Schnoddrigkeit ist diese Platte die lautstarke Machtdemonstration einer Band, ohne die es heutige Helden wie Grand Magus, Visigoth oder Eternal Champion nicht geben würde.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bewertung: 9 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: