CD-Review: Close Your Eyes - Line In The Sand

Besetzung

Sam Ryder Robinson – Gesang
Brett Callaway – Gesang, Gitarre
Andrew Rodriguez – Gitarre
Sonny Vega – Gesang, Bass
Jordan Hatfield – Schlagzeug

Tracklist

01. Deus Ex Machina
02. Burdened By Hope
03. Days Of Youth
04. Line In The Sand
05. Frame And Glass
06. Sleeping Giant
07. Kings Of John Payne
08. No Borders!
09. The End
10. Higher Than My Station
11. Skeletons
12. Trends And Phases
13. Glory
14. My Way Home
15. Follow The Sun


Die Karriere der Texaner von CLOSE YOUR EYES steht schon länger unter einem guten Stern: Seit mehreren Jahren sind sie nun bei Victory Records unter Vertrag und releasen über das amerikanische Label nun auch ihr drittes Full Length „Line In The Sand“, mit dem sie sich, ähnlich wie ihre Genre-Kollegen Counterparts, anschicken, Comeback Kid den Rang als Vorreiter des melodischen Hardcore-Punks, oder, wenn man so will, Melodic Hardcores abzulaufen.

Die ersten beiden Alben der Band zeigten stellenweise noch Kinderkrankheiten wie lückenhaftes Songwriting und deplatzierte Clean Vocals – das haben CLOSE YOUR EYES auf „Line In The Sand“ jedoch abgestellt. Während Frontmann Sam Ryder Robinson immer noch den Bärenanteil des (cleanen) Gesangs übernimmt, schalten sich aus dem Hintergrund immer wieder Gitarrist Callaway und Bassist Sonny Vega mit Hardcore-Vocals und Growls ein, wenn die Band nicht ohnehin an den passenden Stellen zum Gang Shout ansetzt.

Auf fast 50 Minuten beweisen CLOSE YOUR EYES, dass sie es mittlerweile in jeder Hinsicht mit der Konkurrenz aufnehmen können. Schon die ersten Tracks „Burdened By Hope“, „Days Of Youth“ und insbesondere „Line In The Sand“ (Stick To Your Guns lassen grüßen…) bieten alles, was das Herz des Hardcore-Fans in Freudensprünge versetzt: rasante Parts mit einem Wechsel aus cleanem Gesang und Growls, hochmelodische Gitarrenläufe und zu den passenden Zeitpunkten eingestreute Tempowechsel, die den Moshpit zum Platzen bringen dürften, inklusive monströser Grooves und Breakdowns.

Das Wechselspiel der drei Vokalisten funktioniert hervorragend und auch im Vergleich mit anderen Bands des Genres außergewöhnlich: Wie CLOSE YOUR EYES auf diese Weise ständig die Intensität variieren, lässt sich extrem gut anhören. So können die Amis auch einen Durchhänger wie „Frame And Glass“, der als fast schon reiner Pop-Punk-Song etwas deplatziert rüberkommt, mit dem metallischen Gassenhauer „Sleeping Giant“ locker kompensieren, der seinerseits durch vereinzelte Sing-Alongs einen noch größeren Hit-Faktor erhält.

Gelegentliche Ausflüge in die sonnige(re)n Gefilde des kalifornischen Skatepunks erlauben sich CLOSE YOUR EYES in „No Borders“, „Kings Of John Payne“ und „The End“, in dem Zoltan Teglas von der Orange-County-Legende Ignite passenderweise einen Gastauftritt hat. Glücklicherweise schaffen sie es, dabei nicht in Emo-Kitsch abzudriften – jegliche Zweifel räumt man auch postwendend mit „Skeletons“, dem härtesten Song des Albums, aus dem Weg.

Veredelt wird dieses überzeugende Album von einem perfekt abgestimmten Sound, der den Stärken von CLOSE YOUR EYES ausreichend Rechnung trägt. Für Hardcore-Hardliner, die auf den truen „Always-The-Hard-Way“-Stil von beispielsweise Terror stehen, dürfte „Line In The Sand“ nichts sein. Die Schnittstelle zwischen melodischem Punk und erbarmungslosem, energiegeladenem Hardcore wurde jedoch schon lange nicht mehr so gut ausgefüllt wie CLOSE YOUR EYES es hier tun.

Bewertung: 9 / 10

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