CD-Review: Common Eider, King Eider - A Wound Of Body

Besetzung

Rob Fisk Vicky Fong Andee Connors Andrew Weathers Blaine Todd

Tracklist

01. Remembrance - A Trenody
02. Sinew Stretched Over Crumbling Bones
03. We Sing Over These Bones So That They May Rise Up And Run Away Into The Night
04. Helene
05. River Of Blood


Amerikaner sind in ihrer Spielweise des Black Metal schon etwas merkwürdig. Man denke nur an so spezielle Projekte wie Leviathan, Wolves In The Throne Room oder Shaidar Logoth. Die unkonventionelle Herangehensweise des amerikanischen Undergrounds an die Musik kann ungeahnte Klangwelten eröffnen, kann aber auch einfach nur einen Haufen wirrer Klänge hervorbringen. Eher letzteres trifft auf den jüngsten Release der Black-Ambient-Drone-Doomer von COMMON EIDER, KING EIDER zu, die seit Mitte der 2000er aktiv sind. Die Musiker verwursten auf „A Wound Of Body“ so ziemlich jeden dunklen und extremeren Musikstil zu einer Melange, die wohl eigentlich Verzweiflung, Schmerz, Hass und ähnliche Gefühle ausdrücken soll, am Ende aber einfach nur nervt.

Dabei sind die Ansätze gut und musikalisches Talent durchaus vorhanden. Stellenweise schaffen es COMMON EIDER, KING EIDER nämlich schon, den Hörer hinab in ihren ganz speziellen Abgrund aus Furcht, Beklemmung und Verzeiflung zu ziehen. Am Besten gelingt ihnen das wohl mit dem mehr als sperrig betitelten „We Sing Over These Bones So That They May Rise Up And Run Away Into The Night“. Der Song wird fast ausschließlich von Violinen getragen, zu denen sich nach und nach summender Gesang und Drone-Elemente hinzugesellen. Das Stück stellt im Endeffekt einen kompletten Gegenentwurf zu den sonstigen Songs auf „A Wound Of Body“ dar, besticht es doch durch seine ruhige, meditative Athomsphäre, die den Hörer mit auf eine Reise in die Dunkelheit nimmt.

Dagegen wirkt der Rest von „A Wound Of Body“ wie von einem Irren komponiert und das nicht im positiven Sinne. Zwar durchziehen die Drone- und Gesangselemente die ganze Scheibe, werden aber immer wieder von schrammeligen Gitarren und gekrächzten Black-Metal-Vocals überlagert. Außerdem sind die Stücke zum Teil einfach zu lang und gleichförmig. „Helene“ ergeht sich minutenlang in leisen und ruhigen Ambient-Klängen, die sich schnell von entspannend zu eintönig entwickeln. „Remembrance – A Trenody“ beginnt mit den gleichen sich langsam aufbauenden Drones und Vocals die klingen, als würde der Sänger im hintersten Eck eines alten Kellers stehen und mit einer starken Erkältung krächzen. Musik muss nicht immer schön oder einfach sein, aber zumindest ein bisschen Struktur wäre schön.

COMMON EIDER, KING EIDER wollen viel und schaffen wenig. Ihr minimalistischer Ansatz auf „A Wound Of Body“ ist eigentlich eine spannende Sache, wird aber eher verworren und anstrengend umgesetzt. Für den extremen Underground mag das der heißeste Scheiß sein, für alle Anderen aber eher ein unverständliches Klangexperiment.

Bewertung: 3 / 10

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6 Kommentare zu “Common Eider, King Eider – A Wound Of Body”

  1. arno nyhm

    die Die anonymen Musiker heißen übrigens, Rob Fisk (Badgerlore, Six Organs of Admittance/Hexadic collaborator), Vicky Fong, Andee Connors (A Minor Forest), Andrew Weathers und Blaine Todd.

    1. arno nyhm

      danke, da hab ich es auch her.
      man hätte auch einfach kurz selber die namen googln können oder hätte auch im vorfeld mal die band googln können, aber pressemitteilung „lesen“ war da wohl das höchste der gefühle. sorry für die spitze aber die haben in einschlägigen doom/drone fanzines ganz gute reviews bekommen.
      3/10 sticht da schon raus wo es sonst eher ne 7 oder 8 bekommen hat…

      1. Juan Esteban Post Author

        Hallo arno nyhm. Vielen Dank für deinen Hinweis auf die fehlende Auflistung der Bandmitglieder. Habe ich glatt übersehen, wobei trotzdem nirgendwo gelistet wird, welcher der Musiker für was Verantwortlich ist. Aber der Vollständigkeit halber sind sie nun natürlich aufgelistet.
        Bezüglich deiner Kritik an meiner Rezension kann ich nur sagen: Wenn ich eine Rezension schreibe, ignoriere ich andere Kritiken zu dem Album, dass ich zu rezensieren habe. Ein Album zu besprechen ist immer subjektiv und in diesem Fall hat die Scheibe bei mir keine Begeisterung ausgelöst. Die Gründe habe ich ja angeführt. Wenn dir die Band und das Album gefallen ist das umso besser. Außerdem suchen wir immer neue motivierte Mitarbeiter, also falls du dich in dem Genre gut auskennst, kannst du dich ja mal bei uns melden.
        Ansonsten wünsche ich dir noch viel Spaß auf Metal1.

        Grüße
        Juan

  2. Markus Frey

    Heyho ihr beiden!

    Vielen Dank für eure Antworten! Das geb ich doch einfach mal so an den Redakteur weiter. Womöglich ist die Absenz der Besetzungsinfo auch nur ein Flüchtigkeitsfehler, so was rutscht leider hin und wieder mal durch.

    Grüße, bleibt uns als Leser treu!
    Markus

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