CRIPPLED BLACK PHOENIX gehören seit ihrer Gründung 2004 durch Justin Greaves zu den eigenwilligsten Projekten im Grenzbereich von Post-Rock, Progressive Rock und düsterem Alternative. Als loses Kollektiv konzipiert, hat sich die Band über die Jahre weniger als klassische Rockgruppe denn als offenes Klangprojekt verstanden, das sich konsequent thematischen Zyklen, emotionaler Schwere und atmosphärischer Verdichtung widmet. Alben wie „Banefyre“ oder „Ellengæst“ zeichneten sich durch cineastische Spannungsbögen, politische Untertöne und eine ausgeprägte Vorliebe für Pathos aus und machten die Briten zu einer der interessantesten, aber auch unberechenbarsten Bands des Genres.
Mit „Sceaduhelm“ schlagen sie nun eine deutlich introvertiertere Richtung ein. Das Album verzichtet weitgehend auf die großen erzählerischen Gesten früherer Werke und konzentriert sich stattdessen auf Themen wie Erschöpfung, emotionalen Verfall und die Nachwirkungen von Krisen. Musikalisch dominieren langsame Steigerungen, repetitive Strukturen und eine bewusst karge Produktion, die Spannung eher aufbaut als auflöst.
Songs wie „Things Start Falling Apart“, „Hollows End“ und „Vampire Grave“ wirken wie Fragmente eines zusammenhängenden inneren Monologs und werden von mehreren Stimmen getragen, die unterschiedliche Facetten des eigenen Zustands verkörpern sollen. Diese Reduktion erzeugt eine dichte, oft beklemmende Atmosphäre und bildet das Grundgerüst des kompletten Albums.
Gerade hierin liegt jedoch auch die Schwäche des Albums. Die konsequente Ausrichtung auf Monotonie und Zurückhaltung führt dazu, dass sich viele Stücke in ihrer Wirkung ähneln und gelegentlich die wirklichen Höhepunkte ausbleiben. Obwohl einzelne Songs wie „Under The Eye“ durch Melodik und Arrangement herausstechen, entsteht über die volle Spielzeit von über einer Stunde ein Gefühl der Sättigung. Die emotionale Wucht, die das Konzept eigentlich transportieren will, wäre durch stellenweise kürzere Songs wahrscheinlich wesentlich größer ausgefallen.
„Sceaduhelm“ ist damit ein konsequentes, aber nicht durchgehend überragendes Werk. Beeindruckend in seiner Haltung und Atmosphäre, zugleich jedoch gefangen in der eigenen Strenge, wird es Fans von CRIPPLED BLACK PHOENIX in jedem Fall zufrieden stellen. An frühere Meilensteine wie das erwähnte „Banefyre“ ragt es jedoch definitiv nicht ganz ran.
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Wertung: 7.5 / 10


