Review Cromlech – Of Owls And Eels

  • Label: Darkness Shall Rise
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Black Metal

Manchmal braucht man einfach diesen ganz bestimmten Vibe – das rohe, ungefilterte, ehrliche Gefühl eines Genres. Sinnbildlich für dieses Verlangen steht die Berliner Ein-Mann-Band CROMLECH. Initiator Impurus rief das Solo-Projekt bereits 1994 ins Leben, legte es aber im selben Jahr wieder zur Ruhe, um sich DIES ATER zu widmen.

2021 reaktiviert, hat Impurus inzwischen zwei Alben veröffentlicht. Auch auf seinem neuen Werk folgt er den Regeln der skandinavischen Schule. Ein kleines Fazit vorweg: Wer (alte) DIMMU BORGIR, BATHORY, EMPEROR und DODSFERD schätzt, sollte ein Ohr riskieren. Denn „Of Owls And Eels“ hat einige starke Momente zu bieten. „Past Forever“ überzeugt durch sein rasantes Temperament in Kombination mit typischen Neunziger-Jahre-Retro-Keyboard-Teppichen. Ein grooviger Midtempo-Part trifft auf abwechslungsreiche Vocals, und die Orgelmelodien erinnern ein wenig an CRADLE OF FILTH zu „Midian“-Zeiten.

Allerdings offenbart bereits Titel Nummer drei, „Owls In The Fog“, eine Schwäche des Albums. So passend die Keyboards im Sound von CROMLECH auch erscheinen mögen – stellenweise wirken sie gegenüber den Gitarrenmelodien fast störend. Als träfe der Hammer den Amboss, zerreißen gerade bei „Owls In The Fog“ manche Tastenprügeleien die Atmosphäre, die Instrumente und Gesang zuvor aufgebaut haben. Dabei können die Keyboards durchaus Akzente setzen.

Paradoxerweise sind es gerade die darüber erzeugten Stimmungen, die Stücken wie „Eels (Part 1)“ und „The Quiet Witness“ ihre Wirkung verleihen. Ersterer besticht durch eine beinahe soundtrackartige Atmosphäre mit zarten, melodischen Akzenten und stimmigem Spoken-Word-Gesang. Atmosphärisch stark knüpft „The Quiet Witness“ daran an. Im unteren Tempobereich angesetzt, schwankt der Song zwischen finnischer Tragik und schwedischer Bedrohlichkeit. Ob der fade Fade-out am Ende nötig gewesen wäre, ist fraglich.

Mit CROMLECH und „Of Owls And Eels“ ist es so eine Sache. Betrachtet man die Vielzahl starker Melodien und die über weite Strecken gelungene Dynamik, bietet Album Nummer zwei der Ein-Mann-Formation für Fans der zweiten Black-Metal-Welle viel Positives. „Of Owls And Eels“ ist düster („Mordlust“), rasant und melodisch („The Quiet Witness“) und wartet sogar mit dem einen oder anderen Überraschungsmoment auf. Andererseits wirken die Keyboard-Arrangements nicht immer unterstützend, und nicht jeder Titel hält das Spannungsniveau. Doch wenn CROMLECH künftig an diesen Stellschrauben dreht, ist Großes zu erwarten.

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Wertung: 6.5 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

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